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Havelland Hitzewelle: Wälder sind Tabu
Lokales Havelland Hitzewelle: Wälder sind Tabu
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22:08 24.07.2013
Die Oberförsterei Rathenow weist auch auf ihren Infotafeln auf die extreme Waldbrandgefahr hin. Quelle: Norbert Stein
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Rhinow/Rathenow

Die Oberförsterei Rathenow überwacht mit fünf Kameras den Wald im Westhavelland und in den angrenzenden Gebieten. Installiert sind die Kameras auf den Feuerwachttürmen Friesack, Klein Behnitz, Großwudicke, Nennhausen und Selensdorf. Acht Minuten benötigt jede Kamera um ihr Terrain einmal zu erfassen", erläuterte gestern Antje Wilke von der Oberförsterei Rathenow. Die Kamerabilder werden zur Überwachungszentrale der Oberförsterei in Grünaue (Rathenow) gesendet und hier von Forstleuten ständig analysiert. Koordinaten, die Entfernung zum jeweiligen Überwachungsturm und die Celsiusgradzahl werden der Einsatzzentrale in Potsdam gemeldet. Die Einsatzzentrale alarmiert dann die Feuerwehren, die Überwachungszentrale ihre Leute. "Für das Westhavelland mussten wir bei der knisternden Trockenheit zum Glück noch keinen Waldbrand melden", sagte Antje Wilke. Gemeldet wurde am Dienstag der Flächenbrand bei Brandenburg an der Havel, bei dem vorsorglich 23 Einwohner aus dem Dorf Wendgräben evakuiert wurden.

Waldbrandwarnstufen

  • Für Waldbrände sind die Warnstufen im Land Brandenburg in vier Kategorien unterteilt.
  • Warnstufe 0 bedeutet keine Waldbrandgefahr. Warnstufe 1 bedeutet Waldbrandgefahr, Warnstufe 2 bedeutet geringe Gefahr, Warnstufe 3 hohe Gefahr und Warnstufe 4 sehr hohe Gefahr.
  • Die Forstbehörden geben im Bedarfsfall Waldbrandwarnstufen bekannt. Die Bekanntgabe wirkt sich auf die Wachsamkeit des Forstpersonals aus. So werden mit zunehmender Warnstufe zum Beispiel Waldbranddienste eingesetzt, die Besetzung der Feuerwachttürme intensiviert und die Waldbrandzentralen aktiviert. Auch können regional ab Stufe 3 Waldgebiete für den Besucherverkehr gesperrt werden.
  • Gebote und Verbote gelten aber auch außerhalb der Warnstufen. So verbietet das Waldgesetz, ein Feuer zu entfachen, das näher als 50 Meter an einem Wald liegt.
  • Die Einteilung von Waldgebieten in Waldgefahrenklassen erfolgt überwiegend in den östlichen Bundesländern, die einen hohen Kiefernanteil aufweisen.
  • Diese Klassen – nicht zu verwechseln mit den Waldbrandwarnstufen – geben dabei die unterschiedlichen Zünd- und Brennfähigkeit unterschiedlicher Holzarten wieder. Kiefernwälder sind zum Beispiel stärker durch Waldbrand gefährdet als Laubwälder.

Die Freiwillige Feuerwehr Rathenow musste infolge der langen Trockenheit bisher zu einem Einsatz ausrücken, um einen 1400 Quadratmeter großen Ödlandbrand an der Bammer Landstraße zu löschen. "Waldbrände hatten wir Gott sei dank noch nicht", sagte der Rathenower Ortswehrführer Oliver Lienig am Dienstagabend gegenüber der MAZ. Auch die Feuerwehr Rhinow blieb bisher von Einsätzen infolge der extremen Trockenheit verschont. "Auch beim großen Antaris-Musikfestival auf dem Gollenberg am Wochenende hat es keine Probleme gegeben", berichtet der Rhinower Amtsbrandmeister Michael Mirschel.

Aufgefallen sei jedoch, dass die Wanderwege zum Gollenberg weiter offen sind. Mirschel will nun mit dem Otto-Lilienthal-Verein sprechen, ob man vorbeugend die Wanderwege für Besucher sperren sollte, bis die Waldbrandwarnstufe 4 wieder aufgehoben ist.

Lienig und Mirschel mahnen die Bevölkerung, aufgrund der langen Trockenheit zur größten Aufmerksamkeit. Das Betretungsverbot für die Wälder sei unbedingt einzuhalten. "Man sollte nirgendwo Flaschen liegen lassen und auf Scherben achten, die bei Sonnenstrahlen schnell ein Feuer entfachen", sagt Mirschel. Und Oliver Lienig mahnt: "Raucher dürfen keine Zigarettenkippen aus dem Fahrzeug werfen."

Von Norbert Stein

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