Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Hitzewelle: Wälder sind Tabu

Akute Brandgefahr Hitzewelle: Wälder sind Tabu

Geregnet hat es im Westhavelland schon seit Wochen nicht mehr. Seit dem vergangenen Wochenende gilt in der Region die höchste Waldbrandwarnstufe 4. Der Landesforstbetrieb und die Feuerwehr mahnen die Bevölkerung zu höchster Aufmerksamkeit. 

Voriger Artikel
Elfjähriger bei Autounfall leicht verletzt
Nächster Artikel
In diesen Tagen gilt die Schattenregel

Die Oberförsterei Rathenow weist auch auf ihren Infotafeln auf die extreme Waldbrandgefahr hin.

Quelle: Norbert Stein

Rhinow/Rathenow. Geregnet hat es im Westhavelland schon seit Wochen nicht mehr. Für heute sind zwar ab dem Nachmittag einzelne Schauer angesagt. Aber ob überhaupt und wenn ja wann und wo diese niedergehen, darauf legen sich die Meteorologen nicht fest. Die märkische Streusandbüchse ist also ausgetrocknet und damit wächst die Waldbrandgefahr. Temperaturen um 35 Grad sorgen für Trockenheit in den Wäldern. Für das Westhavelland gilt ‒ wie im gesamten Land Brandenburg ‒ seit dem vergangenen Wochenende die höchste Waldbrandwarnstufe 4. Der Waldboden ist trocken. Eine Glasscherbe, durch die die Sonne strahlt und die Hitze um ein Vielfaches abgibt kann genügen, um einen Brand zu entfachen. Landesforstbetrieb und Feuerwehr mahnen die Bevölkerung zu höchster Aufmerksamkeit. Nachdem die höchste Waldbrandwarnstufe ausgerufen wurde, ist das Betreten der Wälder nun verboten. Das Befahren der Waldwege ist nicht erlaubt, zudem sollten Fahrzeuge nicht an Feld- oder Ackerrändern geparkt werden.

Die Oberförsterei Rathenow überwacht mit fünf Kameras den Wald im Westhavelland und in den angrenzenden Gebieten. Installiert sind die Kameras auf den Feuerwachttürmen Friesack, Klein Behnitz, Großwudicke, Nennhausen und Selensdorf. Acht Minuten benötigt jede Kamera um ihr Terrain einmal zu erfassen", erläuterte gestern Antje Wilke von der Oberförsterei Rathenow. Die Kamerabilder werden zur Überwachungszentrale der Oberförsterei in Grünaue (Rathenow) gesendet und hier von Forstleuten ständig analysiert. Koordinaten, die Entfernung zum jeweiligen Überwachungsturm und die Celsiusgradzahl werden der Einsatzzentrale in Potsdam gemeldet. Die Einsatzzentrale alarmiert dann die Feuerwehren, die Überwachungszentrale ihre Leute. "Für das Westhavelland mussten wir bei der knisternden Trockenheit zum Glück noch keinen Waldbrand melden", sagte Antje Wilke. Gemeldet wurde am Dienstag der Flächenbrand bei Brandenburg an der Havel, bei dem vorsorglich 23 Einwohner aus dem Dorf Wendgräben evakuiert wurden.

Waldbrandwarnstufen

  • Für Waldbrände sind die Warnstufen im Land Brandenburg in vier Kategorien unterteilt.
  • Warnstufe 0 bedeutet keine Waldbrandgefahr. Warnstufe 1 bedeutet Waldbrandgefahr, Warnstufe 2 bedeutet geringe Gefahr, Warnstufe 3 hohe Gefahr und Warnstufe 4 sehr hohe Gefahr.
  • Die Forstbehörden geben im Bedarfsfall Waldbrandwarnstufen bekannt. Die Bekanntgabe wirkt sich auf die Wachsamkeit des Forstpersonals aus. So werden mit zunehmender Warnstufe zum Beispiel Waldbranddienste eingesetzt, die Besetzung der Feuerwachttürme intensiviert und die Waldbrandzentralen aktiviert. Auch können regional ab Stufe 3 Waldgebiete für den Besucherverkehr gesperrt werden.
  • Gebote und Verbote gelten aber auch außerhalb der Warnstufen. So verbietet das Waldgesetz, ein Feuer zu entfachen, das näher als 50 Meter an einem Wald liegt.
  • Die Einteilung von Waldgebieten in Waldgefahrenklassen erfolgt überwiegend in den östlichen Bundesländern, die einen hohen Kiefernanteil aufweisen.
  • Diese Klassen – nicht zu verwechseln mit den Waldbrandwarnstufen – geben dabei die unterschiedlichen Zünd- und Brennfähigkeit unterschiedlicher Holzarten wieder. Kiefernwälder sind zum Beispiel stärker durch Waldbrand gefährdet als Laubwälder.

Die Freiwillige Feuerwehr Rathenow musste infolge der langen Trockenheit bisher zu einem Einsatz ausrücken, um einen 1400 Quadratmeter großen Ödlandbrand an der Bammer Landstraße zu löschen. "Waldbrände hatten wir Gott sei dank noch nicht", sagte der Rathenower Ortswehrführer Oliver Lienig am Dienstagabend gegenüber der MAZ. Auch die Feuerwehr Rhinow blieb bisher von Einsätzen infolge der extremen Trockenheit verschont. "Auch beim großen Antaris-Musikfestival auf dem Gollenberg am Wochenende hat es keine Probleme gegeben", berichtet der Rhinower Amtsbrandmeister Michael Mirschel.

Aufgefallen sei jedoch, dass die Wanderwege zum Gollenberg weiter offen sind. Mirschel will nun mit dem Otto-Lilienthal-Verein sprechen, ob man vorbeugend die Wanderwege für Besucher sperren sollte, bis die Waldbrandwarnstufe 4 wieder aufgehoben ist.

Lienig und Mirschel mahnen die Bevölkerung, aufgrund der langen Trockenheit zur größten Aufmerksamkeit. Das Betretungsverbot für die Wälder sei unbedingt einzuhalten. "Man sollte nirgendwo Flaschen liegen lassen und auf Scherben achten, die bei Sonnenstrahlen schnell ein Feuer entfachen", sagt Mirschel. Und Oliver Lienig mahnt: "Raucher dürfen keine Zigarettenkippen aus dem Fahrzeug werfen."

Von Norbert Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
e6239f8e-0fd8-11e8-9039-e4d533068ab6
Neugeborene aus dem Havelland

Die Geburt eines Kindes ist das größte Glück und der bewegendste Moment im Leben vieler Menschen. Die MAZ begrüßt die kleinen Erdenbürger im Landkreis Havelland – und feiert die Ankunft der Zwerge mit einer fortlaufend aktualisierten Bildergalerie.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg