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Hitzewelle im Havelland

Kaum wärmebedingte Notfälle in der Region Hitzewelle im Havelland

Bei hochsommerlichen Temperaturen schwitzt das Havelland. Schon seit Tagen sind die Büros in der Region aufgeheizt. Einem Havelländer macht die Hitze trotz seines Arbeitsalltags nicht viel aus. Der Falkenseer Axel Lüdecke arbeitet in der Tiefkühlabteilung des Großhändlers Selgros und verbringt täglich einige Stunden bei Minus 20 Grad im Kühlhaus.

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Der Falkenseer Axel Lüdecke arbeitet bei minus 20 Grad Celsius im Kühlhaus.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Havelland. Bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad schwitzt das Havelland. Schon seit Tagen sind die Büros in der Region aufgeheizt und kühlen einfach nicht mehr herunter. Hunde lassen den Kopf hängen und selbst die größten Sonnenanbeter verziehen sich in den Schatten.

Einem Havelländer macht die Hitze trotz seines Arbeitsalltags nicht viel aus.Der Falkenseer Axel Lüdecke arbeitet in der Tiefkühlabteilung des Großhändlers Selgros und verbringt täglich etwa drei bis vier Stunden bei Minus 20 Grad im Kühlhaus des Marktes. Der 51-Jährige ist dort für das Nachfüllen der Waren zuständig. Eine Rollbahn transportiert die gefrorenen Waren dann vom Kühlhaus zum Kunden weiter. Besonders groß ist zurzeit die Nachfrage nach Crushed-Ice und Eiswürfeln. Wer will denn auch schließlich bei über 30 Grad seine Cola warm trinken?

So viel Kälte-Luxus, wie Axel Lüdecke hat nicht jeder. Trotzdem kommt es im Havelland kaum zu hitzebedingten Notfällen. „Wir haben gut zu tun, das liegt aber nicht unbedingt am heißen Wetter. Es sind Ferien und viele Kinder kommen mit leichteren Blessuren zu uns in die Notaufnahme“, sagt die Sprecherin der Havellandklinik in Nauen, Silke Monte. „Die Havelländer haben einen gesunden Respekt vor der Hitze und stellen sich sehr gut darauf ein.“ Besonders gefährdet seien ältere Menschen, Herzkranke sowie kleine Kinder und Schwangere. Vor allem Wasser, Saftschorlen, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees schaffen Abhilfe. Auf Kaffee oder Alkohol sollte man eher verzichten.

Auch im ASB-Seniorenwohnpark Falkensee reagieren die Pflegekräfte auf die Hitzewelle. „Wir stellen die Nahrung der Bewohner komplett um – es gibt viel Salat und Obst, also fast nur erfrischende Speisen. Außerdem halten wir sie an, besonders viel zu trinken“, sagt Pflegedienstleiterin Petra Kandner. Nachts werden die Fenster zum Lüften aufgerissen, tagsüber verschlossen und jeder noch so kleine Sonnenstrahl mithilfe von Vorhängen ausgesperrt. „Außerdem verordnen wir viel Ruhe und wenig Bewegung. Nicht, dass uns hier noch jemand umkippt“, so Kandner. Die Ventilatoren laufen auf Hochtouren und die Pfleger kämpfen mit Kaltwaschungen gegen Überhitzungen an.

Hitzerekord

Der Hitzerekord liegt für Brandenburg bei 39,2 Grad. Dieser Wert wurde am 9. August 1992 in Lübben (Dahme-Spreewald) erreicht.

Schon heute könnte es einen neuen Hitzerekord geben. Es soll weit über 30 Grad heiß werden. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Hitzewarnung für Brandenburg herausgegeben.

Was dem Menschen zu schaffen macht, lässt Wespen völlig kalt. Die kleinen Insekten lieben die Wärme und werden vor allem im Spätsommer aktiv. Im August haben sich Drohnen und Königinnen entwickelt und die Arbeiterinnen werden arbeitslos. Jetzt müssen sie nur noch für sich selbst auf die Suche nach Nahrung gehen. Ganz besonders gerne fliegen sie dann auf Süßes. „Schon jetzt merkt man, dass es mehr wird. In diesem Jahr gibt es auffällig viele Wespen“, sagt Kai von Carnat, Koch im Altstadt-Café-Nickel in Nauen. „Unsere Gäste flüchten regelmäßig nach drinnen, wenn sie zu aufdringlich werden.“ 2015 ist laut Experten klar ein Wespenjahr. Der milde und Trockene Frühling, sowie die derzeit lang anhaltende Trockenheit stellen ideale Bedingungen für die Wespen dar. Bis Ende August wird die Population der wärmeliebenden Insekten noch stärker anwachsen.

Von Laura Sander

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