Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Hitzige Debatte um Bayerischen Hof entbrannt
Lokales Havelland Hitzige Debatte um Bayerischen Hof entbrannt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 19.10.2017
Die neuen Besitzer wollen das alte Hotel abreißen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Anzeige
Falkensee

„Es ist hier bald so hässlich wie in Bielefeld.“ Den wenig schmeichelhaften Satz schreibt Claudia Benkelberg zur Diskussion über den geplanten Abriss des Falkenseer Hotels „Bayerischer Hof“. Auf Facebook und in Leserbreifen machen sich Falkenseer Luft. Dabei prallen die Meinungen ziemlich heftig aufeinander. Im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss waren die Pläne für die Neubebauung des Areals vorgestellt worden, die ehemaligen Besitzer des Traditionshauses hatten das Gebäude verkauft. (MAZ vom 11. Oktober „54 neue Wohnungen in der Nähe des Bahnhofs geplant“)

„Hässliche moderne Häuser“

„Falkensee wird wie Berlin....hässliche moderne Häuser. Alles teuer... keiner kann sich noch hier Wohnungen leisten“, beklagt Jacqueline Strobel.

„Schön, dass Wohnungen in Falkensee gebaut werden sollen“, schreibt Peter Liebe in einem Brief an die MAZ. „Aber wozu braucht Falkensee Zwei- bis Vierzimmerwohnungen in Bahnhofsnähe? Ist das nicht am Bedarf vorbeigebaut? In Anbetracht der verkehrsgünstigen Lage (direkt an der Hauptverkehrsstraße) glaube ich nicht an Familien, die dort einziehen wollen. Für wen sollen diese Wohnungen denn sein? Oder ist das mal wieder ein Abschreibungsmodell?“, befürchtet er.

„Die Stadtverordneten sollten sich schämen“

„Ein weiteres historisches Gebäude von Falkensee soll der Wirtschaftlichkeit eines Investors aus Berlin weichen. Bei allem Verständnis für den Bau neuer Wohnungen, der Bayerische Hof gehört zu Falkensee wie das Brandenburger Tor zu Berlin! Die Damen und Herren von der Stadt und die Stadtverordneten sollten sich schämen, einem solchen Vorhaben zuzustimmen! Wie viele Altfalkenseer haben dafür gestimmt?“, fragt Gudrun Treichel, die von Geburt an Falkenseer Einwohnerin ist.

„Der alte Klotz kann weg“

Marcel Sindt hat eine andere Auffassung zum alten Hotel: „Dieser alten Klotz kann, ja, muss“ weg und sollte auch nicht unter so’n Quatsch wie Denkmal betrachtet werden. Die Idee, die Rotbuche zu erhalten, finde ich auf jeden Fall klasse, was die Linde angeht, na ja, man kann nicht alles und man kann es nicht jedem passend machen… Dafür wäre es doch kein Problem (für unseren lieben Bürgermeister), irgendwo für die kommende Generation eine neue pflanzen zu lassen. Also nur ran an das Projekt.“

Entfacht ist auch die Debatte über Schönheit und Hässlichkeit moderner Bauten. „Falkensee hat doch gar keinen Charme mehr, der Stadtkern ist potthässlich, nur noch Betonklötzer, über die man nur den Kopf schütteln kann. Mir hat Falkensee zu Ostzeiten weitaus besser gefallen, schade, dass das alles so langsam flöten geht“, schreibt in der Facebookdebatte Doris Böttcher. „Das Ding ist doch schon seit Jahren extrem hässlich und überfällig für eine Kernsanierung. Und wenn die sich nicht mehr lohnt, dann ist Abreißen die sinnvollste Lösung“, meint dagegen Johannes Ebeling zum mehr als 100 Jahre alten „Bayrischen Hof“.

„Nach der Wende gab es halt keine echten Profis im Rathaus, sondern man arbeitete sich da so ein. Und aktuell ist es halt immer noch so, dass das Stadtplanungsamt den Investoren ganz viel Freiraum lässt, was dann halt zu den ,raumoptimierten’ Schuhschachteln führt“, bemängelt Andreas Pick, der auch als sachkundiger Bürger im Bauausschuss selbst Politik in Falkensee gestaltet. Er wies dann darauf hin, dass der Bebauungsplan für das Vorhaben ja noch ausgelegt wird. „Nutzt bitte diese Möglichkeit und schreibt Eure Meinungen und Hinweise dort auch noch mal an Stadtverordnetenversammlung und Verwaltung“, ruft er den diskutierfreudigen Mitbürgern zu.

Von Marlies Schnaibel

Am 6. November will die Gemeindevertretung Gollenberg entscheiden, ob das Musikfest Antaris eine Zukunft auf dem Gollenberg bei Stölln hat. Zuletzt wurde der Beschluss dazu vertagt, weil es viele offene Fragen gab. Nun wird mit dem Veranstalter intensiv verhandelt.

17.10.2017

„Unser Dorf hat Zukunft“ heißt der Wettbewerb, bei dem Dörfer zeigen sollen, dass es sich lohnt auf dem Land zu leben. Sechs Orte aus dem Havelland haben bei dem Kreisentscheid in diesem Jahr mitgemacht. Gewonnen hat am Ende Garlitz aus dem Amt Nennhausen, knapp vor Semlin (Stadt Rathenow).

17.04.2018

Der Mögeliner Frank Sorge hat den Wirtschaftsförderpreis des Landkreises Havelland für den Bereich „Innovation“ erhalten. Er hat ein Boot konstruiert, das Wellen erzeugt, auf denen man surfen kann. Das fünfte Jahr hintereinander beweist er auf der Havel bei Pritzerbe, dass das funktioniert und seine Firma „2 Wave“ wirtschaftlich stabil ist.

19.10.2017
Anzeige