Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland So machen Hobbygärtner den Wald kaputt
Lokales Havelland So machen Hobbygärtner den Wald kaputt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 09.11.2017
Symbolbild. Quelle: ZB
Anzeige
Rathenow

Der Winter kommt. Zuvor sorgt jedoch der Spätherbst noch einmal für Beschäftigung auf den Grundstücken und in Gärten. Laub harken, Sträucher schneiden, Blumenbeete abräumen oder Rasen mähen sind Arbeiten, denen Hobbygärtner in diesen Tagen widmen. Grünschnitt und Gartenabfälle sind die Folge. Oft werden die Abfälle im Garten nicht kompostiert oder zu Kompostieranlagen gebracht. Der Wald ist ein beliebter Ablageplatz.

Aufklärungskampagne beginnt

„Gartenabfälle gehören nicht in den Wald“, sagt Matthias Leibrandt von der Oberförsterei Rathenow am Dienstag bei Neufriedrichsdorf, wo er gemeinsam mit Revierförsterin Elke Stein und dem Rathenower Stadtförster Thomas Querfurth eine Aufklärungskampagne startete. In einem zwei Hektar großen Wald brachten sie Merkblätter an, die darauf hinweisen, dass es verboten ist, Gartenabfälle im Wald zu entsorgen. Solche Hinweise werden die Forstleute auch in weiteren Wäldern anbringen, in denen Gartenabfälle gefunden wurden und werden. Zum Beispiel bei Rathenow, Nennhausen, Rhinow, Stechow, Premnitz, Hohennauen und in anderen Orten im Havelland.

Elke Stein und Thomas Querfurth mit einer Informationstafel. Quelle: Norbert Stein

Teures Verbot

„Wir wollen aufklären und appellieren an die Vernunft der Menschen und werden verstärkt kontrollieren“, sagt Matthias Leibrandt. Er macht auch klar: „Das Verschmutzen des Waldes ist verboten. Es ist bei weitem kein Kavaliersdelikt und kann in besonders groben Fällen mit einem Bußgeld von bis zu 20.000 Euro geahndet werden“.

Ein wichtiges Ökosystem

Der Wald ist ein komplexes und fein aufeinander abgestimmtes Ökosystem. Neben den Bäumen gehören dazu auch viele andere Pflanzen- und Tierarten. Sie alle können nur existieren, wenn ganz bestimmte Ansprüche an Boden, Licht und Wasser erfüllt sind. Jeder Stoff, der an dieser Stelle nicht natürlich vorkommt, greift in die Lebensbedingungen des Ökosystems ein und kann diese so stark verändern, dass der Wald beschädigt wird oder sogar stirbt.

Schon wenige Laubhaufen oder Sträucher aus heimischen Gärten reichen aus, um das empfindliche natürliche Waldsystem zu stören. Revierförsterin Elke Stein nennt als Beispiel Johannisbeersträucher. Sie können den Kienzopf, einen Pilz, der Kiefern beschädigt, übertragen.

Matthias Leibrandt zeigt eine Pflanze, die nicht in den Wald gehört. Quelle: Norbert Stein

Gartenbäume oder andere Gartenpflanzen haben in der Regel viele Nährstoffe, können auch Pflanzenschutzmittel über die Wurzeln aufgenommen und in den Blättern gespeichert haben. Fällt das Laub im Herbst zu Boden, mischt es sich zusätzlich mit den Samen von Gartenpflanzen und Kräutern, die in der freien Natur nicht vorkommen.

Pilze und Bakterien

In dem Laub können auch Pilze, Insekten und Bakterien sein, die dem ökologischen Gleichgewicht des Waldes empfindlich zusetzen können. Bodenzustand und Lebensraum verändern sich. Sichtbare Folgen sind absterbende Bäume und die Ausbreitung von Kulturpflanzen, so auch in dem kleinen Wald bei Neufriedrichsdorf, wo mittlerweile sogar Lilien, Kermesbeeren, Kanadische Goldrute und Brennnessel wachsen.

So entsorgen Gartenbesitzer ihren Abfall im Wald. Quelle: M. Kniebeler

Ein paar schlimme Ecken

Gut 25 Prozent der zwei Hektar Waldboden sind mit Gartenabfällen zugeschüttet, die sich – über Jahre angesammelt – mittlerweile einen halben Meter auftürmen. „Da kann sich kein für den Standort typisches Waldbodensystem mehr entwickeln“, sagt der Rathenower Stadtförster. Und die natürliche Waldverjüngung werde so auch gestoppt. Er kennt solche Probleme auch aus anderen Gebieten des Stadtwaldes, die besonders an Siedlungsgebiete grenzen.

Einzäunen geht nicht

Thomas Querfurth hat ein Beispiel, wo man es mit Hilfe einer Abgrenzung geschafft hat die Entsorgung von Gartenabfällen im Wald Einhalt zu bieten. „Aber man kann nicht den ganzen Wald einzäunen“, sagt er. Wirklich helfen könne nur der Mensch mit einem umweltbewussten Handeln. Und das sei nicht zu viel verlangt.

Von Norbert Stein

Für die Nauener Eltern soll es bei der Betreuung ihrer Kinder in den kommunalen Kitas bald gerechter zugehen. Wer ein niedriges Einkommen hat, zahlt weniger Beiträge. Dies geht aus dem Entwurf der neuen Kita-Satzung vor, die voraussichtlich ab 1. Januar nächsten Jahres in Kraft tritt. Die Einkommenshöchstgrenze wurde auf 76 000 Euro angehoben.

11.11.2017

Nach drei erfolgreichen Veranstaltungen fiel 2017 das Laufevent „Nauener Meile“ aus. Die Organisatoren hatten dies schon im Sommer mit hohen behördlichen Auflagen und mangelnder Unterstützung durch die Stadt begründet. Ihre Vorwürfe wiederholen sie nun. Seitens der Stadt heißt es jedoch, dass es nur ein Minimum an Auflagen gegeben habe.

11.11.2017

Der Wasser- und Abwasserverband Havelland muss in den nächsten Jahren auch die Kläranlage Roskow ausbauen, weil durch den Zuwachs an Einwohnern im Osthavelland künftig wesentlich mehr Schmutzwassermengen anfallen.

27.04.2018
Anzeige