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Hochspannung in der Bibliothek

Schönwalde-Glien Hochspannung in der Bibliothek

Die Spandauer Autorin Astrid Ann Jabusch las aus ihren Minikrimis in der Schönwalder Bibliothek. Dabei ging es um Rache, Pilze und falsche Enkel.

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Autorin Astrid Ann Jabusch.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Schönwalde-Glien. Astrid Ann Jabusch gehört zu den Mörderischen Schwestern, einem deutschlandweiten Krimi-Autorinnen-Syndikat. Ihre Kurzgeschichten las sie am Freitagabend in der Bibliothek Schönwalde unter dem jahreszeitlich bedingten Motto „Ach, Du dicker Kürbis“ vor fast ausverkauftem Haus.

Platziert auf einem blutroten Sessel, gab die Spandauerin, mit Wurzeln im Sauerland, Einblick in ihre Minikrimis. Über Koller-Klaus, beispielsweise, einen Choleriker, den niemand gern zum Nachbarn hätte. Doch Elvira wohnt zu ihrem Leidwesen neben ihm. Irgendwann nach viel Getöse und Wutausbrüchen an der Blutbuchenhecke kommt es zum Showdown.

Passend zu Nebel und kürzer werdenden Tagen war die Geschichte aus dem Spandauer Forst über einen Pilzkenner. Er leidet unter seinem arroganten Kollegen, der ihm die Frau ausspannt. Echte Pilzliebhaber stoßen in dem Text auf Sprachwitz und viele vertraute Namen: Maronen-Röhrling, Hallimasch und Konsorten.

Astrid Ann Jabusch ist von Haus aus Uhrmacherin und Elektrotechnikerin. Derzeit arbeitet sie als Lektorin für schreibende Kollegen. Mit ihrem Krimi „Störfall“ gewann sie den 2. Publikumspreis des Nord-Mord-Awards.

Auch der Förderverein der Bibliothek in Schönwalde-Glien darf sich über eine Nominierung freuen. Nicola Menzel berichtete, dass die komplett ehrenamtlich geführte Bücherei in Schönwalde für den Preis „Freundeskreis des Jahres 2016“ in Stuttgart vom Bibliotheksverband vorgesehen ist. „Wir wissen nur noch nicht, ob es der erste ist“, lachte sie. Auf jeden Fall wird sie am 15.Oktober in Stuttgart sein.

Für die Autorin Astrid Ann Jabusch ist Rache ein starkes Motiv. Auch für die Oma, in die sie sich hineinversetzte, um die Geschichte „Alle meine Enkel“ zu schreiben. Die Dame ist geradezu außer sich vor Freude, als sich angebliche Enkel bei ihr melden – obwohl sie gar keine Großkinder hat. Sie lässt die jungen Schlitzohren Dachrinnen säubern und den Garten auf Vordermann bringen, bevor sie mit ihnen zur Bank geht. Dass dort nicht das große Geld auf die jungen Betrüger wartet, ist klar.

Jabuschs Geschichten sind in diversen Anthologien erschienen, darunter auch in „Schrei, wenn Du kannst. Krimineller Reiseführer Berlin“. Zusammen mit ihrem Partner Thomas R. P. Mielke hat sie für die moderne Nachdichtung des Mittelalter-Epos „Orlanda Furioso“ den deutschen Fantasy-Preis gewonnen. „ Nach den vielen Kurzgeschichten arbeite ich jetzt an einem Roman. Es soll ein Spandau-Krimi werden“, sagt die leidenschaftliche Havelstädterin über ihre nächsten Pläne. Man darf gespannt sein, um welche Art von Verbrechen es sich dann handelt.

Von Judith Meisner

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