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Höhere Liegegebühren für Wasserwanderer

Ketzin/Havel Höhere Liegegebühren für Wasserwanderer

Wer ein Boot am Ketziner Stadtsteg festmacht, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Stadtverordneten entscheiden jetzt, die Entgelte erheblich zu erhöhen, um das jährliche Defizit an der Steganlage auszugleichen. Aber es gibt Zweifel.

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Wer hier anlegt, muss ab sofort mehr bezahlen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Ketzin/Havel. Ob es die richtige Entscheidung der Ketziner Stadtverordneten war, wird sich wohl erst nach Abschluss der Wassersportsaison 2017 zeigen. Bei ihrem Beschluss zu den künftigen Liegegebühren am Stadtsteg votierten sie mehrheitlich für die Variante mit den höchsten Preisen.

Fakt ist, dass der Stadtsteg an der Havelpromenade mit den laut Tourismusbericht im vergangenen Jahr eingenommenen rund 26 000 Euro Gebühren umsatzsteuerpflichtig wurde und trotz hoher Auslastung ein jährliches Defizit von rund 10 000 Euro in den Büchern steht. Einig waren sich die Kommunalpolitiker darin, dass deshalb eine Erhöhung der Liegegebühren unumgänglich ist. Uneins waren sie sich indes über die Höhe. Der Wirtschaftsausschuss hatte im Vorfeld den Vorschlag der Stadtverwaltung akzeptiert und für 1,50 Euro pro Meter Bootslänge je Anlegevorgang mit Übernachtung votiert, ohne Übernachtung sollten 2 Euro pro Meter Bootslänge anfallen, für Boote über sechs Meter Länge eine Pauschale von 5 Euro. Zu wenig, meinten mehrheitlich die Mitglieder des Finanzausschusses. Damit bliebe nämlich immer noch, bei gleichbleibender Anzahl der Anlegevorgänge, ein Defizit in Höhe von etwa 6000 Euro. Der Stadtsteg sollte mindestens kostendeckend sein. Deshalb ihr Vorschlag: Erhöhungen auf 1,80 Euro, 4 Euro und 7,50 Euro.

Doch die Mehrheit der Hauptausschussmitglieder lehnte diese Erhöhung ab. „Ich zweifle, ob die Stadt sich das leisten kann, da die Minimalvariante nicht kostendeckend ist“, legte Thomas Vinz in der Stadtverordnetenversammlung die Meinung der Mehrheit der Fraktion SPD/Freie Wähler dar. Renate Donat (Linke), selbst Wassersportlerin, hielt dagegen: „Bei den höheren Entgelten wäre Ketzin der teuerste Hafen zwischen Potsdam und Brandenburg“. Sie sei sich nicht sicher, ob das die erhofften Mehreinnahmen bringen werde. Nachdrücklich machte Vize-Bürgermeisterin Sabine Pönisch noch mal auf die Meinung der Mitarbeiter aufmerksam, die den Stadtsteg betreuen. Die Einnahmen würden bei den höheren Gebühren sinken, so deren Prognose, weil die Wassserwanderer dann womöglich woanders anlegen würden.

Die Abstimmung fiel schließlich unerwartet deutlich aus. Neun Stadtverordnete stimmten für die höheren Gebühren, fünf dagegen, einer enthielt sich.

Von Wolfgang Balzer

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