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Hohe Geldstrafen für Trunkenheitsfahrten

Havelland Hohe Geldstrafen für Trunkenheitsfahrten

Die Fälle von Alkohol am Steuer scheinen im Havelland zuzunehmen. Nahezu täglich stellt die Polizei solche Sünder fest. Drei Fälle wurden jetzt am Nauener Amtsgericht verhandelt.

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Immer häufiger erwischt die Polizei im Havelland Autofahrer unter Alkoholeinfluss.

Quelle: dpa

Havelland. Glück im Unglück hatten drei Angeklagte, die sich im Nauener Amtsgericht verantworten mussten. Alle drei waren unter betrunken mit einem Fahrzeug im Straßenverkehr unterwegs, aber alle drei hatten dabei keine Unfälle verursacht. Deshalb kamen sie mit relativ hohen Geldstrafen und Führerscheinentzug davon.

Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem die Polizei im Landkreis Havelland nicht irgendwo einen Alkoholsünder im Straßenverkehr erwischt oder es sogar zu Unfällen kommt. In der Folge haben auch die Richter am Nauener Amtsgericht immer häufiger mit solchen Fällen zu tun.

So saß jetzt eine 53-jährige Nauenerin auf der Anklagebank, die im April dieses Jahres mitten in der Nacht mit ihrem Auto in eine Polizeikontrolle geriet. Sie hatte 2,53 Promille Alkohol im Blut. „An die Fahrt kann ich mich nicht mehr erinnern“, sagte die Frau auf die Frage der Richterin. Sie wisse nur noch, dass sie die Polizei aus dem Auto geholt habe. Wie sich im Laufe der Verhandlung herausstellte, ist die Dame alkoholkrank. „Sie war aber in Behandlung und Mitglied einer Selbsthilfegruppe“, erklärte ihr Anwalt. An besagtem Abend habe sie einen Rückfall erlitten, weil ihr Mann sie verlassen hatte. Als die Wodka-Reserven zu Hause alle waren, wollte sie Nachschub an einer Tankstelle holen, so der Anwalt. Staatsanwalt und die Richterin gingen bei der Tat nicht von Vorsatz, sondern von einer spontanen Handlung aus. Da keine Vorstrafen vorlagen, wurde die Frau wegen ihrer fahrlässigen Trunkenheitsfahrt zu einer Geldstrafe 30 Tagessätzen von je 33 Euro verurteilt. Der Führerschein ist für ein Jahr weg.

Beim Urteil gegen Rentner Werner Mutzner (Name geändert) aus Brieselang musste die Richterin schon länger überlegen, ob nicht eine vorsätzliche Trunkenheitsfahrt vorlag. Den 66-Jährigen hatte die Polizei im Oktober 2015 mit 1,53 Promille am Steuer seines Autos angehalten. Er war nicht nur fahruntauglich, sondern hatte keinen Führerschein. Der war ihm im März 2015 wegen fahrlässiger Trunkenheit bereits abgenommen worden. Was den Angeklagten aber nicht davon abhielt, im Oktober wieder sein Auto zu fahren. „Ich war auf dem Rückweg von einer Feier in Berlin mit dem Zug bis Spandau gekommen. Da keine Regionalbahn mehr nach Brieselang fuhr, habe ich mein bei Freunden in Spandau abgestelltes Auto genommen“, sagte Werner Mutzner. Den Autoschlüssel habe er immer am Schlüsselbund, ergänzte er auf die Frage des Staatsanwalts. Wegen fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr in Tateinheit mit Fahren ohne Führerschein wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 65 Tagessätzen zu je 31 Euro verurteilt. Außerdem bleibt sein Führerschein für insgesamt 15 Monate unter Verschluss.

Kurzen Prozess machte die Richterin mit dem dritten Angeklagten aus Brandenburg/Havel, der nicht zu der Verhandlung erscheinen war und sich auch nicht abgemeldet hatte. Auf Antrag des Staatsanwaltes erließ sie einen Strafbefehl gegen den jungen Mann. Er muss nun 50 Tagessätze zu je 10 Euro bezahlen und bekommt vor Ablauf einer Sperre von neun Monaten keinen Führerschein. Die Polizei hatte den Angeklagten bei einer Verkehrskontrolle erwischt. Dabei war er angetrunken, er besitzt keine Führerschein und das Fahrzeug war nicht versichert. Gegen den Strafbefehl kann Frank Pachulke (Name geändert) Widerspruch einlegen. Dann wird erneut verhandelt, so die Richterin. „Hätte es bei einer Trunkenheitsfahrt einen Unfall gegeben, wäre die Strafe etwa doppelt so hoch ausgefallen. Wären dabei Menschen verletzt worden, natürlich noch höher“, sagte der Staatsanwalt.

Von Jens Wegener

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