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Havelland Hohennauen: Die Milch ist ein Minusgeschäft
Lokales Havelland Hohennauen: Die Milch ist ein Minusgeschäft
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00:18 24.04.2016
Die Mitglieder des Kreistagsausschusses in der Milchanlage. Quelle: Stein
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Hohennauen

Die Landwirte im Havelland sind sauer. Der Landtag hat einem mit dem Aktionsbündnis Agrarwende ausgehandelten Kompromiss zur Massentierhaltung beschlossen. „Der Kompromiss geht wieder einmal zu Lasten der Landwirte“, sagte Ernst Dietrich Wille, Abteilungsleiter Tierproduktion der Agrargenossenschaft Hohennauen, am späten Mittwochnachmittag vor dem Kuhstall des Betriebes in Elslaake.

„Mir braucht niemand zu sagen, wir Landwirte tun nichts für das Tierwohl“, fügte Günter Stöckel, Vorsitzender der Agrargenossenschaft hinzu, bevor er mit Wille die Mitglieder des Kreistagesausschusses für Landwirtschaftsförderung, Umwelt und öffentliche Sicherheit durch die Stallanlage führte.

Vier Millionen Euro Investition für gute Tierhaltung

Vier Millionen Euro hat die Agrargenossenschaft vor zwei Jahren in die Milchproduktion investiert. Auf dem Betriebshof wurde eine moderne Anlage errichtet für 500 Kühe, die zuvor in alten und nicht mehr zeitgemäßen Ställen gemolken wurden. „Wir haben in das Tierwohl investiert“, betonte Stöckel und zeigte beim Rundgang Beispiele für das Gesagte.

Für ein gute Belüftung wurde der Stall von 168 Meter Länge und 34 Meter Breite extra hoch ausgebaut. Jalousien an den Seitenwänden sorgen für gutes Licht im Stall und zusätzliche Frischluft. Bei schlechten Wetter schließen sich die Jalousien automatisch.

Die Mitglieder des Kreistages. Quelle: Stein

Alle Kuheinstände sind seitlich mit beweglichen Abgrenzstangen ausgestattet. Dadurch haben die frei laufenden Tiere genügend Platz. Zudem verringern die beweglichen Abgrenzstangen die Verletzungsgefahr deutlich. Automatische Waschbürsten und Lecksteine sorgen ebenso für Tierwohl wie der Einstreu mit Stroh. Untersucht wurde das Tierwohl in letzter Zeit auch für eine Promotion an der Universität Göttingen. Die Auswertung steht noch aus.

Günter Stöckel (r.) erläutert den Mitgliedern des Kreistgsausschusses die Milchanlage. Quelle: Stein

Gemolken werden in Elslaake die Kühe von Robotern. Wann und wie oft die Kühe täglich gemolken werden, regelt ihr natürlicher Tierzyklus mit Hilfe moderner Technik. Ein Herdenmanager überwacht die Stallanlage am Computer. Produziert werden in der Anlage jährlich etwa fünf Millionen Liter Milch.

Konzipiert hatte die Agrargenossenschaft ihre neue Anlage mit einem Milchpreis von 31,8 Cent je Liter. Gezahlt bekommt der Betrieb derzeit 21 Cent. Der Milchpreis ist seit Monaten im Keller. Oder wie Günter Stöckel den Ausschussmitgliedern erläuterte: „Täglich fahren bei der jeder Milchabholung 1500 Euro mit vom Hof“.

Russisches Exportembargo ist ein Problem

„Wir leben von unserer Substanz“, antwortete der Vorsitzende auf die Frage eines Ausschussmitgliedes, wie die Agrargenossenschaft das Minus ausgleicht. „Lange geht das aber nicht so“, fügte Günter Stöckel hinzu.

Die Milchbetriebe können zudem keine Abschreibungen für Investitionen bilden, nannte Henning Kellner, Landwirtschaftsdezernent in der Kreisverwaltung Havelland, als Zukunftsproblem. Wesentliche Ursache für das landwirtschaftliche Preistief sind das russische Exportembargo und eine gestiegene Milchproduktion in europäischen Ländern wie Holland und Irland.

Von Norbert Stein

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