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Rathenow: Holger Schilling will Landrat werden

Wahl im Havelland Rathenow: Holger Schilling will Landrat werden

„Schilling is back“ – so betitelt Holger Schilling die Mitteilung, in der er bekannt macht, dass er Landrat im Havelland werden will. Viele erinnern sich an den Göttliner Unternehmer, der auch durch Auseinandersetzungen mit der Bauordnungsbehörde des Kreises bekannt wurde. Nun will Schilling in Burkhard Schröders Fußstapfen treten.

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Holger Schilling (rechts) will Landrat werden. Seine Frau würde sich im Falle seiner Wahl um das Familienunternehmen kümmern.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Ein Feigling ist Holger Schilling nicht. Brust raus und rein ins Getümmel. Mutig und selbstbewusst hat Schilling, der den Rathenowern noch als Geschäftsführer der ehemaligen Göttliner Firma „Holzbrennstoffe Rathenow“ bekannt sein dürfte, seine Kandidatur zum Landrat bekannt gegeben. Ab Mittwoch liegen die Unterstützungsunterschriften in den Bürgerämtern aus. I

Zur Erinnerung. Zwischen der Firma Holzbrennstoffe Rathenow“ und dem Landkreis entbrannte vor Jahren ein erbitterter Streit um das Betriebsgrundstück in Göttlin. Immer wieder gab es Nachbarbeschwerden. Die Streitereien gipfelten in der Versiegelung des Grundstückes und der Hallen, die darauf standen. Es folgten verschiedene Klagen, Anträge auf einstweilige Verfügungen. Am Ende hatte Holger Schilling die Nase voll – er verlegte sein Unternehmen von Göttlin nach Tangermünde im Land Sachsen-Anhalt. Hier, so schwärmt er, gebe es „Null Probleme“ mit Behörden – im Gegenteil: „Die haben in Sachsen-Anhalt begriffen, dass sie für die Bürger da und keine Verhinderungseinrichtung sind.“

Rechts die Versiegelung des Göttliner Grundstücks, links die Ankündigung zur Firmenverlegung nach Tangermünde

Rechts die Versiegelung des Göttliner Grundstücks, links die Ankündigung zur Firmenverlegung nach Tangermünde.

Quelle: Privat

Nun also die Landratskandidatur. Zunächst befürchtete Schilling, es gebe neben Roger Lewandowski und Martin Gorholt (SPD) gar keine Kandidaten. Inzwischen sieht es so aus, als werde noch ein Interessent von der Alternative für Deutschland nominiert, außerdem von der Piratenpartei und es liegen Unterstützungslisten für zwei weitere Personen aus. „Dann bin ich nicht allein“, freut sich Schilling. Aber er ist überzeugt: „Ich bin die einzige echte Alternative.“

Erst einmal die Unterschriften

Ein Wahlprogramm hat er noch nicht. „Jetzt will ich erst einmal die Unterschriften zusammen bekommen.“ Das sind nach geltendem Wahlrecht 112 Unterschriften. Die werde er sicherlich bekommen. „Sonst hätte ich mir das gar nicht überlegen müssen.“ Wenn sein Wahlvorschlag eingereicht ist, dazu hat er noch bis zum 4. Februar Zeit, dann will er sein Wahlprogramm bekannt machen.

Bürgernäher und mehr Service

Schon jetzt weiß er, dass er die Kreisverwaltung „bürgernäher und serviceorientierter“ gestalten möchte. Seine Auseinandersetzungen mit dem Kreisbauamt seien zwar ein Auslöser für die Kandidaturentscheidung gewesen, aber das solle im Wahlkampf keine Rolle spielen, sagt Schilling. Dennoch ist die Sache nach wie vor nicht ausgestanden. Noch immer ist das Grundstück versiegelt. „Zuletzt hat mir der Landkreis sogar die private Nutzung verboten und das obwohl ich inzwischen eine Baugenehmigung habe“, sagt der Kandidat.

Fester Sitz in Tangermünde

Wundern dürfe sich niemand, so Holger Schilling. „Als wir mit großen Zugmaschinen vor dem Landratsamt demonstriert haben, sagte ich, dass ich auch als Landrat kandidieren könnte.“ Das war im Jahr 2012. Inzwischen sei er von vielen Menschen im Havelland ermutigt worden, diesen Schritt zu gehen.

Und das Unternehmen, das inzwischen in Tangermünde einen festen Sitz hat und weiter Holzhackschnitzel herstellt? „Wenn ich gewählt bin, dann trete ich als Geschäftsführer und Gesellschafter aus der Firma aus. Das macht meine Frau dann weiter.“

Streit um Holzhackschnitzel

Holzbrennstoffe Rathenow hatte sein Firmengelände in Göttlin, ein Ortsteil von Rathenow. Seit 2008 gab es erste Beschwerden. Nachdem die Stadt Rathenow einen Vorhaben- und Erschließungsplan auf den Weg brachte, damit es für den Betrieb Baurecht geben kann, glaubte man, die Angelegenheit sei erledigt.

Wegen Nachbarbeschwerden hakte das Kreisbauordnungsamt nach. Zunächst wurden Auflagen erteilt, Gutachten geschrieben und schließlich folgte die Versiegelung. Begleitet wurde die Auseinandersetzung von schrillen E-Mails, die im Kreisbauamt gegen Holger Schilling als Beweis dienten.

Das Verwaltungsgericht musste schließlich urteilen. Letztendlich ließ sich das Unternehmen darauf ein, ein Erstzgrundstück zu finden. Für das Göttliner Gelände sollte es eine Baugenehmigung geben, damit es als Nebenstelle weiter genutzt werden kann. Damals begann sich auch der Landrat des Kreises Stendal für das Unternehmen zu interessieren. Jörg Hellmuth besuchte Göttlin und sicherte der Familie Schilling Hilfe zu, falls dort ein Umzug in den Landkreis Stendal auf die Agenda kommt.machte später den Vorschlag

Inzwischen ist das Unternehmen vor drei Jahren nach Tangermünde umgezogen. Das Gewerbe wurde abgemeldet. Der Name des Betriebes lautet seither: „Holzbrennstoffe Tangermünde“.

Die Baugenehmigung gibt es, das Grundstück ist aber – so Holger Schilling – noch immer versiegelt.

Von Joachim Wilisch

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