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Holger Schreiber ist noch lange nicht amtsmüde

Bürgermeisterwahl Wustermark Holger Schreiber ist noch lange nicht amtsmüde

Sechs Kandidaten treten am 25. Februar bei der Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Wustermark (Havelland) an. Unter ihnen ist auch der aktuelle Amtsinhaber Holger Schreiber (parteilos). Die MAZ widmet sich dem 55-jährigen Kandidaten in einem Porträt.

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Bürgermeister Holger Schreiber steht für eine zweite Amtsperiode bereit.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Wustermark. Sollte er für weitere acht Jahre auf dem Chefsessel im Rathaus sitzen dürfen, würde Holger Schreiber an seiner Arbeitsweise nichts ändern, sagt der 55-Jährige und nennt die Gründe: „Erstens war es erfolgreich, wie man an der Entwicklung Wustermarks sehen kann. Und zweitens ist es authentisch, denn ich bin so, wie ich bin.“

Als der damalige Vorsitzende des Eisenbahnsportvereins Lok Elstal Holger Schreiber 2010 die Wahl zum Bürgermeister gewann, lag die Gemeinde finanziell am Boden. „Ich glaube, es waren insgesamt 23 Millionen Euro Schulden, allein 15 Millionen aus der Erschließung des Güterverkehrszentrums mussten zurückgezahlt werden. Wenn ich das alles vorher gewusst hätte...“ Schreiber ging die Sache als politischer und verwaltungstechnischer Neuling an.

Er hatte damals die Unterstützung der örtlichen CDU und von Teilen der SPD. Im Rathaus, im Umgang mit den Mitarbeitern, half ihm seine ruhige Art. Schreiber ist ein Teamplayer. „Er ist harmoniesüchtig“, nennt das seine 81-jährige Mutter Irmgard. Er selbst sagt, dass er intern auch mal auf den Tisch hauen und laut werden kann, wenn in der Verwaltung was nicht klappt. „Aber nach außen trage ich das nicht. Ich übernehme die Verantwortung für meine Mitarbeiter“, so der Elstaler.

Eigentlich wollte Holger Schreiber als Ingenieurpädagoge in der berufspraktischen Ausbildung arbeiten, jungen Leuten etwas beibringen. Doch mit der Wende wendete sich das Blatt. 1990 stieg er in der Logistikbranche im Bereich Metallbearbeitung ein, war zuletzt bei der Firma J & S im Güterverkehrszentrum beschäftigt. „Mit Kommunalpolitik hatte ich nicht viel zu tun. Auch mit Parteien nicht“, blickt er zurück.

Aber im Sport engagierte er sich, übernahm beim ESV Lok in Elstal ehrenamtlich einen Trainerposten für die Mannschaft, in der sein Sohn Fabian kickte. „Und als es mit dem Eisenbahnsportverein immer weiter bergab ging, die Bahn als Sponsor ausfiel, war er mehr oder weniger plötzlich im Vorstand, gemeinsam mit seinem Vater Peter, und ab 2006 sogar Vorsitzender.

Als die Gemeinde dann eine Auge auf das Sportplatzareal in Elstal geworfen hatte, um dort bauen zu lassen, konnte sich Holger Schreiber nicht mehr raushalten. „Es ging um die Zukunft des Vereins. Deshalb habe ich letztlich zugestimmt und mich als Bürgermeisterkandidat aufstellen lassen.“

Heute ist der ESV Lok Elstal, dank der Entscheidung der Gemeindevertreter und des Engagement des Bürgermeisters, Eigentümer des Sportgeländes. Auch den zweiten, weitaus größeren Brocken mit dem geplanten Gaskraftwerk in Wustermark räumte der parteilose Holger Schreiber aus dem Weg. „Das hat mich manch schlaflose Nacht gekostet, weil ich es nicht allein recht machen konnte. Der Landkreis und das land wollten das Kraftwerk, weil es Steuereinnahmen bringen sollte, die Bürger wollten es nicht wegen der Lärmbelästigung.“ Schreibers Nein war die ausschlaggebende Stimme gegen den Bau.

Seine Gegner sagen, das fast zum 100 Prozent ausgelastete Güterverkehrszentrum Wustermark sei nicht Schreibers Erfolg, sondern im wesentlichen der guten wirtschaftlichen Lage im Land zu verdanken. Darauf reagiert er scharf: „Wer das behauptet, hat keine Vorstellung, wie man mit Investoren und Behörden umgehen muss. Ich kann die Stunden nicht zählen, in den um jeden Quadratmeter und jeden Euro beim Flächenverkauf gekämpft wurde.“

Die Ansiedlung von Karls und vor allem die geplante Erweiterung auf dem Gelände der Löwenkasernen an der B 5 wäre ohne seinen persönlichen Einsatz nicht gelungen – das hat selbst Firmeninhaber Robert Dahl mehrfach öffentlich bekundet.

Wirklich stolz ist der Wustermarker Amtsinhaber es in acht Jahren geschafft zu haben, die Schulden der Gemeinde aus der GVZ-Erschließung abzubauen. „Der Karren ist fast aus dem Dreck. Ende des Jahres werden wir auf Null sein“, sagt Schreiber. Auch der totgeglaubte Hafen im GVZ wurde wiederbelebt und natürlich das Olympische Dorf in Elstal, wo in einigen Jahren viele Wustermarker wohnen werden.

Ebenso freut er sich über die rasante Entwicklung der Bevölkerung, die neuen Wohngebiete in Elstal und Wustermark, aber auch über die Entwicklung der Schullandschaft in der Gemeinde. „Es gab Zeiten, da sind der Grundschule Wustermark und der Oberschule Elstal die Schüler weggelaufen. Heute bauen wir an und neu, weil die Plätze nicht reichen.“

In einer zweiten Amtsperiode würde er mehr auf die Qualität der Lebensweise in Wustermark setzen. Dazu gehören die altersgerechten Wohnungen, ein bedarfsgerechter Bus- und Bahnverkehr aber auch der Erhalt der grünen Charakters der Gemeinde, so Schreiber. Dabei gelte es, mit Kreis- und Landesbehörden gut aber auch konsequent zu verhandeln. „Ich denke, bisher den richtigen Ton getroffen zu haben. Wenn wir als Wustermarker Verwaltung heute irgendwo hinkommen, dann sagen die meisten: ’Wie können wir euch helfen’. Das war vor acht Jahren anders.

Von Jens Wegener

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