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Hortanbau in Brieselang wird deutlich teurer

Havelland Hortanbau in Brieselang wird deutlich teurer

Für den geplanten Hortanbau in Brieselang-Nord muss die Gemeinde deutlich tiefer in die Tasche greifen als bisher geplant. Statt 350 000 Euro wird das Vorhaben wohl 850 000 Euro kosten. Festgehalten wird aber weiterhin am Fertigstellungstermin Ende 2017. Ob sie eine halbe Million Euro mehr ausgeben wollen, entscheidet sich Ende Mai.

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Seit Langem geht es im Blauen Hortgebäude an der Karl-Marx-Straße äußerst eng zu.
 

Quelle: Tanja M. Marotzke

Brieselang.  Wie viel ist der Gemeinde die dringend benötigte Erweiterung des Hortes Robinson in Nord wert? Diese Frage wird spätestens in der Gemeindevertretersitzung am 31. Mai beantwortet. Auf jeden Fall könnte das Vorhaben deutlich teurer werden als bisher geplant. Statt 350 000 Euro muss die Kommune für einen Anbau an das blaue Hortgebäude rund 850 000 Euro einplanen, wie die Ausschreibung nun ergeben hat.

Einziger Vorteil: Der Bau wäre dann keine Übergangslösung für fünf Jahre wie die eigentlich angestrebte Containervariante, sondern wegen der Modulbauweise auf Dauer ausgelegt. Für Container gab es erst gar keine Angebote.

„Der Vorschlag der Gemeindeverwaltung ist eindeutig. Wir sollten in den sauren Apfel beißen und die 500 000 Euro ausgeben“, sagte Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) in einer kurzfristig einberufenen Veranstaltung mit Eltern von Hortkindern und dem Hortpersonal. Die Bauzeit sei die gleiche. Egal, ob Container oder Modul – Beides wäre Ende des Jahres fertig.

„Die Frage ist nur, wie lange der Landkreis für die Baugenehmigung braucht“, so Garn. Als weitere Lösungsvariante hatte die Gemeinde unter anderem auch einen Anbau ans Gebäude der Robinson-Grundschule geplant. Der aber wäre noch teurer und dessen Realisierung würde auch deutlich länger dauern.

Hortleiterin Mandy Dahms und ihre Kollegen möchten, dass der Anbau so schnell wie möglich errichtet wird. „Stehen Sie bitte zu ihrem Wort, denn im Hortausschuss wurde versprochen, dass es bis Ende des Jahres eine Lösung gibt“, sagte sie. Die räumlichen Bedingungen, unter denen die Mitarbeiter arbeiten müssen, sind seit Jahren ein einziges Provisorium.

So müssen fünf Klassenräume in der Schule mitgenutzt werden, aus dem Bewegungsraum und der Abstellkammer im Hort wurden notgedrungen Gruppenräume. „Die Kollegen versuchen seit Jahren, aus irgendwas etwas zu machen. Dass es bisher so gut gelaufen ist, ist nur dem Team zu verdanken“, sagte Mandy Dahms.

Mehrere Varianten

Die Gemeindeverwaltung empfiehlt einen Anbau ans blaue Hortgebäude.

Weitere Varianten sind ein Anbau an die Schule, Neubauten hinter der Schule oder am Sportplatz oder der Einzug ins Oberschulhaus, wenn die neue Ober- beziehungsweise Gesamtschule steht.

Die Gemeinde geht von einer Restnutzungsdauer fürs blaue Hortgebäude von etwa 40 Jahren aus.

Seit Jahren arbeitet die Gemeinde neben den 190 regulären Plätzen mit einer Ausnahmegenehmigung des Ministeriums für weitere 70 Plätze. Nach Einschätzung der Verwaltung wird damit aber wohl Ende des Jahres Schluss sein. So soll der Anbau vier Räume mit einer zusätzlichen Kapazität von 72 Plätzen bekommen. „Ob das auf Dauer ausreicht, vielleicht sollte man gleich größer bauen“, meinte ein Mutter.

Ein Vater, der vor zehn Jahren zugezogen ist, kritisierte, dass die Gemeinde nicht schon eher reagiert hat. „Man hätte schon viel früher Alarm schlagen müssen. Seit vier bis fünf Jahren gehen die Grundstücke reihenweise weg, die Käufer sind häufig junge Familien mit Kindern. Und Sie arbeiten immer noch mit Ausnahmegenehmigungen.“

Der Bürgermeister räumte ein, dass es „vielleicht Versäumnisse in der Vergangenheit“ gegeben habe, verwies aber gleichzeitig auf die Prognosen des Landkreises, der jahrelang von einem deutlich geringeren Bevölkerungswachstum ausgegangen sei.

Auch wenn das Bauvorhaben nun eine halbe Million Euro teurer wird, hat die Gemeinde unter Umständen Glück im Unglück. Wie Kämmerer Thomas Lessing sagte, würden zwei Firmen deutlich mehr Gewerbesteuer zahlen als geplant. So sei kein Griff in die Rücklage nötig. Am Mittwochabend wird der Hauptausschuss über das Thema Hortanbau beraten.

Von Andreas Kaatz

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