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Hotpants im Blick

Kurze Höschen stören im Havelland bislang kaum jemanden Hotpants im Blick

Kürzlich hatte die Leiterin einer Realschule in Baden-Württemberg in einem Elternbrief ankündigt, dass solche Kleidung künftig nicht gestattet werde. Nun befürworten laut einer Umfrage auch gut die Hälfte der Deutschen ein Verbot knapper Kleidung an weiterführenden Schulen. Im Havelland wird das Thema bislang relativ locker gesehen.

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Vor allem an besonders heißen Tagen greifen viele Schülerinnen zu den knappen Hotpants.

Quelle: dpa

Havelland. Wenn es warm ist, entscheidet sich Elisa Schütz morgens am Kleiderschrank meistens für Kleider oder Röcke. Ab und zu greift der Teenager aber auch zu Hotpants. Auch viele ihrer Mitschülerinnen ziehen die knappen Hosen an, sagt die 17-Jährige vom Falkenseer Lise-Meitner-Gymnasium. „Wenn sie ein neues Teil ergattert haben, wollen sie das eben auch zeigen“, sagt Elisa. Die Debatte darum, ob Schülerinnen in Zukunft solche extrem knappe Kleidung meiden sollten, hat sie nicht mitbekommen, auch in ihrem Gymnasium sei das kein Thema.

Jeder soll selber entscheiden dürfen

Kürzlich hatte die Leiterin einer Realschule in Baden-Württemberg in einem Elternbrief ankündigt, dass solche Kleidung künftig nicht gestattet werde. Nun befürworten laut einer Umfrage auch gut die Hälfte der Deutschen ein Verbot knapper Kleidung an weiterführenden Schulen. Elisa hält von dieser Maßnahme nichts. Jeder solle selber entscheiden dürfen, wie er herumläuft. „So lange es nicht allzu anzüglich ist, sollen die Leute doch im Sommer kürzer tragen dürfen“, sagt die Abiturientin.

Auch im Dallgower Marie-Curie-Gymnasium ist das Thema Hotpants noch nicht zum Problem geworden, erklärt Schulleiterin Elke Mohr. „Bisher kommen alle so, dass man keinen Anstoß daran nehmen kann.“

Kleiderordnung oder gar Schuluniformen grundsätzlich möglich

Grundsätzlich sieht Elke Mohr in allzu knapper Kleidung aber schon ein Problem. Das könne nicht nur zu einem Konkurrenzkampf zwischen pubertierenden Mädchen führen. „Stellen Sie sich doch mal die Jungs vor, die sich das den ganzen Tag ansehen müssen“, so Mohr. Deshalb hält sie eine Kleiderordnung oder gar Schuluniformen grundsätzlich nicht für eine schlechte Idee. Allerdings, so Mohr, könnte das abschreckend auf potenzielle Schüler wirken. „Daran müsste man nur denken, wenn es wirklich überhand nimmt.“

In Nauen sieht man das Thema Hotpants lockerer. Jürgen Beyer, Rektor der Nauener Graf-von-Arco-Oberschule, findet die Diskussion überflüssig, lacht gar über die Anfrage der MAZ. „Es ist schon merkwürdig, wenn man darüber diskutiert, ob Schülerinnen zu aufreizend herumlaufen“, so der Rektor. An seiner Schule hätten sich bislang weder Schüler noch Lehrer beschwert, es gebe wichtigere Themen. Von einer strengeren Kleiderordnung hält Beyer deshalb nichts. „Wer sollte das denn durchsetzen?“

Mehrheit für Hotpants-Verbot

Eine Mehrheit der Bundesbürger fände ein Verbot aufreizender Kleidung an Schulen richtig. 51 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage würden demnach eine solche Regel an allen weiterführenden Schulen „voll und ganz“ oder zumindest „eher“ befürworten. 40 Prozent würden eine solche Vorschrift hingegen „eher“ oder „ganz und gar“ ablehnen.


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endenziell etwas stärker für ein Hotpants-Verbot waren Eltern von Kindern unter 18. Die jüngste Gruppe der Befragten – jene im Alter zwischen 18 und 24 Jahren – war anders als alle Älteren hingegen mit 52 Prozent mehrheitlich gegen ein Verbot. 40 Prozent von ihnen sprachen sich dafür aus, Hotpants aus Klassenzimmern zu verbannen.

Auch Wieland Breyer, Leiter des Goethe-Gymnasiums, sehe an seiner Schule kein Problem mit zu knapper Kleidung. „Beschwerden sind mir nicht bekannt“, so der Schulleiter. Schuluniformen oder eine Kleiderordnung lehnt er aber ab. „Dagegen spricht meiner Ansicht nach Selbstständigkeit und Individualität jeder einzelnen Schülerpersönlichkeit. Immer vorausgesetzt, dass durch Kleidung Unterricht nicht beeinträchtigt wird“, erklärt Wieland Breyer.

Elisa Schütz indes könnte damit leben, wenn am Lise-Meitner-Gymnasium Schuluniformen eingeführt werden würden. Das habe mehr Charme als eine Kleiderordnung. Ein Vorteil sei, dass sich Schüler dann nicht in Sachen Markenklamotten messen müssten. „Wenn der Schnitt okay ist“, sagt die Schülerin, „wäre eine Uniform doch gut.“

Von Marco Paetzel

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