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Hund ohne Marke wird teuer

Neuer Bußgeldkatalog in Ketzin Hund ohne Marke wird teuer

Im Entwurf des neuen Verwarn- und Bußgeldkataloges der Stadt Ketzin/Havel sind erstmals Ordnungswidrigkeiten gemäß der Hundesteuersatzung und damit verbundene finanzielle Strafen enthalten.

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Vorschriftsmäßig befestigt hat Uta Munzinger die Steuermarke an ihrem Foxterriermischling Rüdy.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Ketzin/Havel. „Die Steuermarke für den Hund habe ich nicht dabei. Die liegt zu Hause.“ Solche oder ähnliche Sprüche hören Andreas Kinzel und die anderen Mitarbeiter des Ketziner Ordnungsamtes recht häufig, wenn sie bei ihren Kontrollgängen durch die Stadt oder die Ortsteile die Hundehalter ansprechen. „In den letzten zwei Monaten hatten wir in Ketzin fünf solcher Fälle, dazu haben wir zwei Hunde festgestellt, die gar nicht angemeldet waren“, sagt Kinzel.

Obwohl der Halter oder die Person, die den Hund gerade ausführt, die Hundesteuermarke immer bei sich tragen und auf Verlangen der Ordnungsamtsmitarbeiter vorzeigen muss, zeigt sich in der Praxis ein anderes Bild. „Wir sind ja nicht darauf bedacht, die Hundehalter nur zur Kasse zu bitten, sondern wollen ihnen klar machen, dass sie bestimmte Pflichten einzuhalten haben“, so Kinzel. Deshalb komme es auch vor, dass ein Mitarbeiter, wie zuletzt in Tremmen, ein Halter bis nach Hause begleitet und sich dort die Steuermarke habe zeigen lassen. Aber das könne nur in Ausnahmefällen geschehen.

Um der Sache Nachdruck zu verleihen, hat die Ketziner Verwaltung in dem jetzt als Entwurf vorgelegten neuen Verwarn- und Bußgeldkatalog erstmals Ordnungswidrigkeiten gemäß der Hundesteuersatzung und damit verbundene finanzielle Strafen festgelegt. Nur einige Beispiele: 50 Euro muss derjenige Hundebesitzer zahlen, der den Wegfall einer Voraussetzung für eine Steuervergünstigung für einen Hund nicht rechtzeitig anzeigt. Ist ein Hundebesitzer mit seinem Vierbeiner außerhalb der Wohnung oder eines Grundstückes ohne Steuermarke unterwegs, kostet ihn das 15 Euro. Ebenso werden 15 Euro fällig, wenn jemand trotz Aufforderung eines Ordnungsamtsmitarbeiters die Hundesteuermarke nicht vorzeigt. „Eigentlich müsste die Steuermarke am Halsband so befestigt sein, dass sie sichtbar ist“, sagt Andreas Kinzel. Aber man sei kulant und gebe sich zufrieden, wenn die Marke bei einer Kontrolle vorgezeigt werden könne.

Richtig teuer wird es, wenn jemand seinen Hund gar nicht oder nicht rechtzeitig nach Kauf oder Umzug in der Stadt anmeldet und damit eine Steuerhinterziehung begeht. Je nach Zeitraum, Anzahl und der Rasse der Hunde schwanken die Bußgelder. Ist die Anmeldepflicht ein halbes Jahr überschritten werden beim ersten Hund 25 Euro, beim zweiten 50 Euro und bei einem als gefährlich eingestuften Hund 100 Euro fällig. Der Extremfall: nach einem Zeitraum von fünf Jahren erhöhen sich die Strafen beim ersten Hund auf 250 Euro, beim zweiten auf 500 Euro und beim gefährlichen Hund auf 1000 Euro.

Im neuen Verwarn- und Bußgeldkatalog, den die Stadtverordneten am 16. Februar beschließen wollen, fehlen Strafen für nicht angeleinte Hunde. „Es gibt in Ketzin keine absolute Leinenpflicht. Jeder Halter hat lediglich dafür Sorge zu tragen, dass das Tier niemanden belästigt oder verletzt“, weiß Andreas Kinzel. Lediglich in besonderen Bereichen wie an der Havelpromenade in Ketzin oder im Schlosspark in Paretz müssen Hunde an der Leine sein.

Zur Kasse gebeten werden künftig die Halter von Tieren auch, wenn ihre Lieblinge etwa Gehwege (35 Euro), Liegewiesen an Badestellen (75 Euro) oder gar Spielplätze verunreinigen (100 Euro). Werden Personen, Sachen oder der Verkehr durch unkontrolliertes Halten eines Tieres gefährdet, kostet das den Halter 50 Euro.

Nach wie vor im Katalog enthalten sind Strafen für illegale Müllentsorgung (Sperrmüll über einem Kubikmeter kostet 100 Euro). Wer sein Auto auf öffentlichen Grund wäscht muss dafür 50 Euro hinblättern, wenn er erwischt wird.

Dem illegalen Anbringen von Werbemitteln oder Plakaten (wie vor allem im Wahlkampf) an Bäumen, Bushaltestellen, Telefonzellen oder Licht-oder Leitungsmasten will die Stadt Ketzin/Havel auch entgegenwirken. Für jedes einzelne Plakat sind 25 Euro Strafe zuzahlen. Doppelt so teuer wird es für diejenigen, die ohne Genehmigung der Stadt Plakate für Veranstaltungen aufstellen oder anbringen.

Von Jens Wegener

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