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Hund und Herrchen vor der Kamera

Landbewohner im Porträt Hund und Herrchen vor der Kamera

Fotografin Birte Hoffmann setzt ins Bild was posiert. In einer ehemaligen LPG-Küche holt sie Menschen, Tiere und Pflanzen vor die Kamera. Im Hintergrund die grün-braun-gemusterte Gardine, die hier vor etwa 30 Jahren hing. Um Kuh und Pferd vor die Linse zu bekommen, geht die Fotografin mit Ausrüstung und Gardine auch raus auf Wiesen und Koppeln.

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Fotografin Birte Hoffmann lichtet in der ehemaligen LPG-Küche zwei- und vierbeinige Dorfbewohner ab.

Quelle: Birte Hoffmann

Strodehne. Der gelbe Steg in Strodehne, der von der Dorfstraße direkt in den Kulturversorgungsraum führt, wurde in den letzten Monaten immer wieder stummer Zeuge interessanter Gespräche. Hier, auf der Holzbank vor der ehemaligen LPG-Küche, plaudert Birte Hoffmann mit alteingesessenen Dorfbewohnern und Zugezogenen, mit Touristen und Bauern, Künstlern und Lebenskünstlern, Jung und Alt. Die 32-Jährige betreibt gemeinsam mit Gabriele Konsor den Kulturversorgungsraum im Rahmen des Kunst- und Kulturprojekts Landmade. Dazu gehört auch ein Porträtstudio, das seit Mai in einer kleinen Ecke im einstigen Speiseraum aufgebaut ist und in dem nun Menschen und Tiere in Szene gesetzt werden.

„Die Idee war es, Landbewohner zu fotografieren und da spielen Tiere natürlich eine große Rolle, sowohl Haustiere als auch die großen Nutztiere“, erklärt die junge Frau. Sie ist ausgebildete Fotografin und studierte in Potsdam Kulturarbeit. Seit 2013 gehört sie zum festen Landmade-Team und hat die praktische Leitung des Projekts übernommen. Dank lockerer Plaudereien und ein wenig Überredungskunst gelang es Birte Hoffmann in den vergangenen Monaten immer wieder Dorfbewohner von der Bank vor die Linse zu locken. Andere kommen ganz gezielt und wollen sich ablichten lassen. Dabei geht es aber nie darum, den Porträtierten besonders gut aussehen zu lassen. Im Vordergrund steht die Verbindung zwischen dem Dorf und seinen Bewohnern und die stellt Birte Hoffmann mittels einer alten Gardine her.

Birte Hoffmann in ihrem Porträtstudio

Birte Hoffmann in ihrem Porträtstudio.

Quelle: Ch. Schmidt

So unterschiedlich die Charaktere sind, die die 32-Jährige vor die Linse bekommt, auf eines müssen sich alle einlassen: Das grün-braun gemusterte Stück Stoff, das Birte Hoffmann in einer Ecke aufgespannt hat. Einst schmückte es die Fenster der LPG-Küche, jetzt macht es sich im Hintergrund breit und weckt so manche Erinnerung. „Einige kannten die Gardine tatsächlich noch und erzählten dann, die hing doch da und da“, berichtet Birte Hoffmann. Da war zum Beispiel der Landwirt mit seinem Enkel, der plötzlich die Zeit von damals wieder lebendig vor Augen hatte, während der Junge gar keinen Bezug herstellen konnte. Aus den Erzählungen seines Opa wurde das Stück Stoff dann zu einem Puzzleteil der Geschichte seines Heimatortes.

Dabei ist nicht immer ganz klar, was Hinter- und was Vordergrund ist. Zu dominant sind Muster und Farbe des alten Vorhangs, als dass sie sich mit einer simplen Nebenrolle begnügen würden. So vermischen sich die Ebenen, mal drängt sich der Stoff in den Vordergrund, mal bestimmen die Protagonisten das Bild. Damit spielt die Fotografin und die Gardine avanciert zum Verbindungsstück zwischen den Porträtierten und ihrem Dorf.

Die meisten lassen sich in Gruppen ablichten, bringen ihre Katze, Hund oder Meerschwein mit, sogar Pflanzen hatte Birte Hoffmann bereits vor der Kamera - die sind schließlich auch Lebewesen. Sie alle werden zu Protagonisten eines Kulturprojekts. Für Kuh oder Pferd ist in dem kleinen Studio kein Platz, deshalb zieht die Fotografin mit ihrer Ausrüstung auch gern auf die Koppel oder in den Stall. Die Gardine kommt immer mit, ob als Hintergrund oder schmückendes Accessoire.

Eine Auswahl der Bilder will Birte Hoffmann im nächsten Wahrsager Magazin veröffentlichen. Wer noch vor die Linse möchte, meldet sich im Kulturversorgungsraum. Um vor der grün-braunen Gardine zu posieren muss man übrigens kein Strodehner sein. Jeder Landbewohner ist willkommen.

Zur Person

Birte Hoffmann , Jahrgang 1983, wuchs in Braunschweig auf und ließ sich in einem Traditionsbetrieb ihrer Heimatstadt zur Fotografin ausbilden.

An die Ausbildung schloss sie 2007 ein Studium der Kulturarbeit an der Fachhochschule in Potsdam an, wo sie Gabriele Konsor kennen lernte.

Nach Strodehne kam Hoffmann 2009 zum ersten Mal. Als Praktikantin arbeitete sie bei den Film und Medientagen Havelland mit und absolvierte ein Praxissemester in dem Haveldorf.

Anschließend arbeitete sie als Festivalfotografin und Assistentin für Landmade. Seit 2013 ist sie festes Mitglied im Team und hat inzwischen die praktische Leitung übernommen.

 

Von Christin Schmidt

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