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„Ich bin sehr gern gegen alles“

Falkensee „Ich bin sehr gern gegen alles“

Für ihre Leistungen beim Bundeswettbewerb Jugend debattiert wurde Charlotte Dittmer jüngst in der Potsdamer Staatskanzlei geehrt. Die 15-jährige Falkenseerin nimmt beim Debattieren gern die Contra-Position ein, da könne man einfach gegen alles sein.

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Die 15-jährige Charlotte Dittmer besucht das Lise-Meitner-Gymnasium in Falkensee

Quelle: Danilo Hafer

Falkensee. Ganz traurig sei sie dann doch nicht gewesen, dass sie es beim Bundeswettbewerb Jugend debattiert nicht auf einen der vorderen Plätze geschafft hat, erzählt Charlotte Dittmer. „Ich war so schon aufgeregt genug, mit der großen Bühne und den vielen Menschen, die zugeschaut haben“, erinnert sie sich. Zuvor setzte sich die 15-Jährige Schülerin des Lise-Meitner-Gymnasium in Falkensee sowohl auf der Regional- als auch auf Landesebene gegen ihre Konkurrenten durch. Für ihre Leistungen wurde sie Ende November sogar ausgezeichnet. Brandenburgs Bildungs- und Jugendministerin Britta Ernst empfing 80 Schüler aus dem gesamten Land Brandenburg in der Potsdamer Staatskanzlei, darunter Charlotte Dittmer.

Erste Versuche mit 13 Jahren

Vor zwei Jahren begann die 15-jährige Falkenseerin mit dem professionellen Debattieren. „Eine Lehrerin sprach mich damals darauf an, ob ich nicht Lust hätte, es einmal zu versuchen“, sagt sie. Und sie hatte Lust. Und so folgte schnell die Teilnahme an den ersten Wettbewerben. Die großen Erfolge blieben im ersten Jahr jedoch noch aus. „Mein Ehrgeiz war dann jedoch geweckt und ich wollte unbedingt weiter machen“, erzählt die Schülerin. So nutze sie auch die Gelegenheit in der Schule an einem speziellen Unterricht teilzunehmen, in dem die Schüler das richtige Argumentieren lernten. So konnte die 15-Jährige schon bald an den nächsten Wettbewerben teilnehmen. Der Ablauf ist dabei fast immer gleich.

„Wir bekommen in der Regel zehn Tage vor dem Wettbewerb drei Themen, zu denen wir uns vorbereiten müssen“, erzählt Charlotte Dittmer. Zu welchem der drei Themen sie dann letztlich debattieren soll, erfährt sie aber erst 30 Minuten vorher. „Dann wissen wir auch immer erst welche Position wir einnehmen werden, also ob wir pro oder contra argumentieren sollen.“ Manchmal sei es sogar möglich die Position selbst zu wählen. Für Charlotte Dittmer ist die Entscheidung dann meist ganz klar. „Ich bin sehr gerne Contra-zwei, da kann man gegen alles sein und hat meist auch das letzte Wort“, erzählt sie. Aber auch mit der Pro-Position komme sie zurecht. Dies sei gerade auch die Herausforderung am Debattieren. „Man muss eben manchmal auch Meinungen vertreten, für die man selbst so nicht einstehen würde.“

Auch Spaß an der Debatte haben

Für den Bundeswettbewerb trafen sich die Schüler in diesem Jahr in Berlin in der Urania. Dabei habe Charlotte Dittmer immer wieder auch Schüler getroffen, die den Konkurrenzgedanken aus ihrer Sicht etwas zu Ernst nehmen. „Einige reagieren zickig, wenn man mit ihnen über die bevorstehende Debatte reden möchte“, erinnert sie sich. Dabei sei es viel besser vorher wenigstens kurz miteinander zu sprechen, da die Debatte auch im gesamten bewertet wird. Wenn das Gesamtergebnis der Gruppe schlecht ist, können auch die einzelnen Teilnehmer keine hohen Punktzahlen erreichen.

Auch wenn Charlotte Dittmer zunächst noch ihr Abitur machen möchte, hat die 15-Jährige schon eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was sie nach dem Schulabschluss einmal machen möchte. Und das hat nur entfernt etwas mit Debattieren zu tun. „Schauspiel und Ballett sind seit langer Zeit meine große Leidenschaft“, erzählt sie. Als Schülerin der Tanzschule des Staatsballetts tanzt sie bereits an der Deutschen Oper in Berlin. Ein Vorbild habe sie aber nicht.

„Natürlich gibt es Schauspieler und Tänzer, die ich gute finde, aber ich denke, jeder sollte versuchen auf sich selbst zu hören und nicht jemand anderes zu imitieren“, so Charlotte Dittmer. Sollte die 15-Jährige einmal tatsächlich als Schauspielerin auf der Bühne stehen, konnte sie dies bei Jugend debattiert zumindest schon ein bisschen proben.

„Es macht schon einen Unterschied, ob man vor der Klasse frei sprechen muss oder im voll besetzten Landtag, das hilft einem auf jedem Fall auch im Leben weiter.“

Von Danilo Hafer

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