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„Ich bin zuversichtlich für den Brückenkopf“

MAZ-Interview „Ich bin zuversichtlich für den Brückenkopf“

Die Entscheidung über die Schiffbarkeit der Kanäle für Motorboote am Brückenkopf in Ketzin/Havel rückt näher. Ein gemeinsamer Antrag von Stadt und Bürgerinitiative zum Umwidmung als Landesgewässer soll gestellt werden.

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Idylle am Brückenkopf.

Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. Ob alle Gewässer am Brückenkopf in Ketzin/Havel künftig mit Motorbooten befahren werden dürfen oder nicht, beschäftigt einen Großteil der Einwohner der Havelstadt, die Stadtverwaltung, den Landkreis und das zuständige Ministerium in Potsdam. Die Verhandlungen gehen in die entscheide Phase. Die Vertreter der Bürgerinitiative pro Schiffbarkeit hoffen auf eine gute Lösung, sagt der Vorsitzende Thomas Witkowski.

Während der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde der Beschlussentwurf zur „Beantragung der Schiffbarkeit für die Gewässerflächen des Bereiches Brückenkopf“ auf Antrag der Fraktion der SPD/Freie Wähler mehrheitlich von der Tagesordnung abgesetzt. Was bedeutet das aus ihrer Sicht?

Thomas Witkowski: Betonen möchte ich zunächst, dass es sich um ein Antragsverfahren für die Hauptkanäle Schumacherstraße, Ziegeleikanal und Pappelhain sowie um das Schleiloch handelt. Über die Nebenkanäle soll in einem zweiten Schritt entschieden werden.

Aber warum wurde über die Beschlussvorlage nicht entschieden?

Witkowski: Gemeinsam mit der Stadtverwaltung hatte die Bürgerinitiative einen Entwurf für die Beantragung der Schiffbarkeit erarbeitet. Aber leider entsprach der den Stadtverordneten vorgelegte und auch an den Landkreis gesandte Entwurf nicht unserer Abstimmung. Deshalb war es richtig, nicht abzustimmen und sich noch einmal zusammen zu setzen.

Was musste inhaltlich verändert werden?

Witkowski: Es geht einerseits darum, die auf Landesgewässern maximal zulässigen Schiffsabmessungen den örtlichen Gegebenheiten im Brückenkopf anzupassen. Also: Die Höhe der Boote über Wasserspiegel muss in Abhängigkeit von der Brücke über den Ziegeleikanal auf 1,40 Meter begrenzt werden. Als maximale Bootsbreite sollten statt 3,20 Meter nur 2,60 Meter gelten. Es fehlte in den Dokumenten auch der Vorschlag eines Verbots der Befahrung mit Jet-Ski, da das Gebiet des Ziegeleikanals zu einem Landschaftsschutzgebiet gehört. Damit würde die auch Anlieger ärgernde Raserei mit Wassermotorrädern in diesem Gebiet ein Ende haben. Weil alles das nicht in dem Beschlussentwurf stand, hatte der Landkreis Havelland signalisiert, dem Antrag auf Schiffbarkeit nicht zustimmen zu können.

Seitens der Stadt wurden alle betroffenen Anlieger der Gewässer am Brückenkopf befragt, ob sie mit deren Umwidmung zu Landesgewässern als Voraussetzung der Befahrung mit Motorbooten einverstanden sind. Wie entschieden sich die Anlieger?

Witkowski: Nach Information von Bürgermeister Bernd Lück haben 80 Prozent der Befragten geantwortet. 94,5 Prozent stimmten dafür und 5,5 Prozent lehnten eine Umwidmung ab. Diese Befragung war von der Landesregierung als Entscheidungshilfe für einen mit dem Landkreis abgestimmten Antrag der Stadt gefordert.

Wie geht es nun weiter in dem komplizierten Verfahren?

Witkowski: Der Bürgermeister hatte nach der Absetzung des Themas von der Tagesordnung einen eindeutigen Auftrag gefordert, wie weiter verfahren werden soll. Die Frage war, ob der Sachverhalt erneut in den Fachausschüssen der Stadtverordnetenversammlung beraten werden soll, oder ob vorher Stadtverwaltung, Landkreis und Bürgerinitiative einen genehmigungsfähigen Antrag zur Umwidmung der Hauptkanäle und des Schleilochs zu Landesgewässern auf die Beine gestellt bekommen. Die Stadtverordneten sprachen sich für die gemeinsame Beratung aus. Erst wenn ein in allen Details von allen drei Beteiligten abgestimmter Antrag vorliegt, könnte die Stadt den Antrag an die Landesregierung stellen, hieß es.

Hat es diese Beratung inzwischen gegeben?

Witkowski: Wir haben uns vergangene Woche getroffen. Dafür hatten sich der Bürgermeister und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Jürgen Tschirch eingesetzt. Aus Sicht der Bürgerinitiative hätte man solch eine Vorgehensweise von Anfang an anstreben sollen, weil in dieser Runde alle offenen Fragen angesprochen und direkt nach Lösungen gesucht werden konnte.

Mit welchem Ergebnis?

Witkowski: Heute Abend werden die Details des Runden Tisches im Ketziner Wirtschaftsausschuss ab 18 Uhr im Rathaussaal bekannt gegeben. Dann geben die Mitglieder des Ausschusses ihre Empfehlung ab. Entscheiden über den Inhalt des Antrages werden letztlich die Stadtverordneten. Wir sind jetzt gemeinsam auf dem richtigen Weg. Ich bin zuversichtlich für den Brückenkopf.

Von Wolfgang Balzer

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