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„Ich habe keine Chance“

Raimond Heydt von Piraten zum Landratskandidaten gekürt „Ich habe keine Chance“

Er hat keine Chance, aber er will die Wahl trotzdem politisch nutzen. Eine Handvoll havelländischer Piraten stellten Raimond Heydt am Sonnabend beim Kreisparteitag in Nauen zu ihrem Kandidaten auf - für die Landratswahl im April.

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Will Landrat im Havelland werden: Raimond Heydt.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Nauen. Er hat keine Chance, aber er will sie politisch nutzen. Die havelländischen Piraten stellten Raimond Heydt am Sonnabend zu ihrem Kandidaten auf - für die Landratswahl im April. Beim Kreisparteitag in Nauen wurden Heydt als Vorsitzender, Nicole Niemoth (Ketzin) als Schatzmeisterin und Rainer Kieker (Falkensee) als Generalsekretär in ihren Ämtern bestätigt. Und das von einer Handvoll Mitgliedern.

Das Schiff der Piraten befindet sich auf Tauchfahrt in der ganzen Republik. Bei aktuellen Umfragen taumelt die Partei zwischen einem und maximal zwei Prozent. Interne Querelen haben die Internet-Freibeuter längst zermürbt – und ihre früheren Wähler. Im Berliner Abgeordnetenhaus haben Führungskräfte der Fraktion die Partei verlassen und wollen neuerdings mit den Linken zusammenarbeiten. „Für uns ist das kein Thema“, sagte Raimond Heydt, als er in seiner Nauener Wohnung fünf Mitglieder aus dem Havelland begrüßte. In geheimer Abstimmung nominierten sie ihn einhellig zum Kandidaten für die Wahl des Landrats am 10. April.

„Ich habe überhaupt keine Chance zu gewinnen, aber ich will für unsere Partei Flagge zeigen“, sagte der 42-Jährige. Seit 2008 wohnt der Vater dreier Kinder in Nauen. Für den Wahlkampf nannte er mehrere Themen, um im Havelland zu punkten: „Wir Piraten setzen auf eine gläserne Verwaltung, um den Bürgern klarzumachen, wie die Bürokratie zu ihren Entscheidungen kommt.“

Heydt ist studierter Politologe und Historiker. Nach 1998 war er als wissenschaftlicher Berater im Kanzleramt tätig. Aus der SPD trat er 2003 aus. Er betreut seit 14 Jahren als Pflegehilfskraft eine von Geburt an spastisch gelähmte Frau in Berlin. Um sich als Nachfolger von Burkhard Schröder (SPD) zu profilieren, der am 1. April sein Amt aufgibt, versprach der beredte Freibeuter: „Als Landrat würde ich jeden verfügbaren Cent in die Bildung und Erziehung unserer Kinder stecken.“ Raimond Heydt bezeichnete das politische System als „korrupt“, Wahlversprechen anderer Parteien bedeuteten „systematische Volksverarschung“. Seine Folgerung daraus: „Bei zentralen Zukunftsfragen der Kreisentwicklung soll die Bevölkerung per direkter Abstimmung und nicht mehr der Kreistag entscheiden.“ Um die politischen Umwälzungen im Landkreis Havelland – nach einem Erfolg von Raimond Heydt – einzuleiten, müssen die Piraten allerdings noch ihre formal-demokratischen Hausaufgaben erledigen. „Wir benötigen 112 amtlich beglaubigte Unterschriften von Unterstützern, um an der Landratswahl teilnehmen zu können“, sagte und klagte der Kandidat. Bis 4. Februar haben die Piraten dafür Zeit, um bei der Wahl antreten zu können.

„Ich bin Profi und werde in Nauen kommende Woche vor dem Bürgerbüro um Unterstützung für meine Kandidatur werben“, kündigte Raimond Heydt an.

Neben der Landratswahl befasste sich der Mini-Kreisparteitag der Piraten auch mit aktuellen Themen. Er sprach sich gegen die Hühnermastanlage im Naturschutzgebiet Schmergow aus und beschloss, sich „für die seit 100 Jahren existierende Schiffbarkeit der Kanäle der Havel bei Ketzin einzusetzen“.

Von Hans-Peter Theurich

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