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Havelland Hier finden Langzeitarbeitslose Halt und Mut
Lokales Havelland Hier finden Langzeitarbeitslose Halt und Mut
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22:13 26.02.2018
Die Integrationsbegleiterinnen Gabriele Schureck und Monika Schwan mit den Ideen-Café-Besuchern Mike Leibach und Jessica Bode (von links). Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Das erste Ziel ist erreicht. Hemmschwellen sind keine zu entdecken. Das neue Ideen-Café im Zentrum Rathenows macht einen so einladenden Eindruck, dass immer wieder Passanten hereinschneien, um sich ein Tässchen Kaffee kredenzen zu lassen.

Allerdings, bezahlen kann man hier nicht. Ob Getränke und Gebäck den „Betriebsfremden“ trotzdem gereicht werden, hängt vom individuellen Verhandlungsgeschick der nicht eingeladenen Besucher ab.

Das Ideen-Café, das Anfang Februar eröffnet worden ist, wo Puschkinstraße und Berliner Straße zusammen treffen, ist nur geschaffen worden, um langzeitarbeitslosen Menschen eine Anlaufstelle ganz neuer Art anzubieten.

Übrig geblieben sind nur noch die schwierigen Fälle

Bei einer Arbeitslosenquote von lediglich sechs Prozent im Havelland seien es meist nur noch schwierigere Fälle, die keinen Job gefunden haben, erklärt Kristina Kohn von Institut für Kommunikation und Wirtschaftsbildung (IKW), das Träger des Projektes ist. Eben an jene Menschen, die schon seit vielen Jahren zu Hause sind, richte sich das Angebot.

Das Ideen-Café soll Langzeitarbeitslosen eine Integrationshilfe bieten und es zielt im Unterschied zu anderen Maßnahmen dieser Art ausdrücklich auf Bedarfsgemeinschaften mit Kindern. Die lieben Kleinen dürfen ins Ideen-Café mitgebracht werden. Sie finden dort Möglichkeiten zu malen, zu basteln, zu lesen – eben mit dabei zu sein, im Idealfall ohne dass sie die Erwachsenen stören.

Eine Verpflichtung zur Teilnahme gibt es nicht

Das Projekt ist dermaßen niederschwellig angelegt, dass es eine wahre Freude ist. Kostenloser Verkehr von Kaffee, Tee, Kakao, Wasser, Schorle und Gebäck in Café-Atmosphäre sind Programm. Wer zur Zielgruppe gehört, hat das Jobcenter festgelegt.

Die Berater hätten eine Reihe von Langzeitarbeitslosen angesprochen und ihnen einen Besuch des Ideen-Cafés empfohlen, sagt Christina Lyss-Busch vom Jobcenter Havelland, das die Maßnahme fördert. Eine Verpflichtung zur Teilnahme gebe es nicht, erklärt sie auf Nachfrage. Von Leistungskürzungen bei Ablehnung sei keine Rede.

Viel mehr als nur Kaffee und Kekse

Das Café soll aber viel mehr bieten als nur Kaffee und Kekse. Die Integrationsbegleiterinnen Gabriele Schureck und Monika Schwan sind angetreten, um ihren Besuchern Beratung und Förderung im Berufsleben und bei Familienfragen zuteil werden zu lassen. Sie wollen bei der Arbeitsplatzsuche helfen, beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen unterstützen, auf Vorstellungsgespräche vorbereiten und eine begleitende Betriebserprobung ermöglichen.

Total nach dem Zufallsprinzip funktioniert die Sache aber nun auch nicht. Wer ein richtiger Teilnehmer der Fördermaßnahme werden will, muss sich in eine entsprechende Liste eintragen. Die Teilnahmedauer pro Person liegt bei zwölf Monaten. Vorgeschrieben ist pro Woche nur eine Anwesenheitsdauer von einer Stunde.

Öfter kommen wird allerdings gern gesehen. Nicht zuletzt wird den Langzeitarbeitslosen die Teilnahme damit schmackhaft gemacht, dass sie auf sehr unbürokratische Art eine Fahrtkostenpauschale von 39 Euro pro Monat ausgezahlt bekommen.

Schließlich finden mit fortschreitender Zeit für die Teilnehmer verschiedene Module an anderen Orten statt.

Gefördert aus dem Europäischen Sozialfonds

Träger des Ideen-Cafés ist das Institut für Kommunikation und Wirtschaftsbildung (IKW).

Das Projekt wird verwirklicht in Kooperation mit dem Jobcenter.

Gefördert wird die Maßnahme durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie mit Geldern aus dem Europäischen Sozialfonds.

Start des Projektes war am 1. Februar 2018. Es läuft bis 31. Juli 2020. Der Einstieg ist an jedem Montag möglich.

Geöffnet ist das Ideen-Café von Montag bis Freitag täglich in der Zeit von 9 bis 17 Uhr.

Adresse: Berliner Straße 10 in Rathenow.

Erreichbar ist das Ideen-Café unter Telefonnummer 03385/ 51 95 786.

Diese Module können ganz nach Neigung ausgewählt werden. Im beruflichen Erprobungscenter des IKW im Gewerbegebiet Grünauer Fenn kann beispielsweise hineingeschnuppert werden in Holz- und Trockenbau, Metallbearbeitung, Gastronomie/Küche, Logistik, Verkauf und Gartenbau.

Auf dem Programm stehen auch berufliche Potenzialanalysen, PC-Bedienung, gemeinnützige Tätigkeit, Arbeitssuche und das Kennenlernen regionaler Arbeitgeber.

Teilnehmerin Jessica Bode hat sehr schnell Interesse für die Holzbearbeitung angemeldet. Zum Einstieg darf sie ein etwas älteres Regal aufarbeiten, das im Ideen-Café steht. Mike Leibach fand eine Übung gut, bei der die Teilnehmer erprobt haben, wie weit ihre Selbstwahrnehmung mit der Wahrnehmung durch Fremde übereinstimmt.

Überhaupt habe es ihm gefallen, teilt er mit, so angenehm mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Von Bernd Geske

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