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Havelland Illegalen Dauerwohnern droht Ärger
Lokales Havelland Illegalen Dauerwohnern droht Ärger
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00:17 27.10.2013
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Ketzin/Havel

Es war gut gemeint, was drei Anwohner des Gebietes Amsel-/Lerchenweg in Ketzin/Havel im Jahr 2011 initiiert hatten. Sie wollten mit Hilfe eines Bebauungsplanverfahrens das legalisieren, was in dem kleinen Naherholungsgebiet in der Nähe der Fähranlegestelle sowieso schon Realität ist: Dauerwohnen. Doch das Vorhaben ist gescheitert, und so könnte am Ende der Schuss gewaltig nach hinten losgehen. Jetzt droht einigen Anliegern sogar ein Verfahren.

Ende Mai beschlossen die Ketziner Stadtverordneten schweren Herzens, das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Amselweg/Lerchenweg“ einzustellen. Zwei Jahre Arbeit, Planung, Recherchen, Gespräche – alles hat nichts gebracht. Denn: Dort ein allgemeines Wohngebiet zu entwickeln, sei nicht geeignet, weil die Erschließung nicht gesichert sei, hatte der Landkreis in seiner Stellungnahme zu dem Verfahren mitgeteilt. Der Amsel- als auch der Lerchenweg sind zu schmal, so dass ein Befahren nur in eine Richtung möglich ist. Es gibt in beiden Wegen keine Wendemöglichkeit für größere Fahrzeuge, wie Feuerwehr, Krankenwagen oder andere Transporter. „Die Mülltonnen müssen die Leute jedesmal nach vorn an die Straße An der Fähre bringen“, weiß Bürgermeister Bernd Lück.

Was er und die Verwaltung nicht genau wissen ist, wie viele Leute tatsächlich in dem Gebiet ihren Hauptwohnsitz haben. „Laut Einwohnermeldeamt sind im Amselweg vier Nebenwohnsitze angemeldet, im Lerchenweg 14 Personen mit ihrem Hauptwohnsitz, drei mit Nebenwohnsitz.“ Das sei die Theorie. In der Praxis werden von den mehr als 30 Grundstücken die meisten das ganze Jahr über genutzt.

An den jeweiligen Enden der beiden Wege ist die Erschließung kein Problem, aber mittendrin. Deshalb habe die Stadt das Bebauungsplanverfahren sehr begrüßt, um endlich Klarheit zu bekommen, so Lück. Doch der Versuch ist gescheitert, weil die Mehrheit der Anwohner kein Stückchen von ihrem Land abgeben will, damit dort ein breiterer Weg oder Ausweichbuchten entstehen können. Es gibt eben die, die weiterhin nur eine Wochenendhaussiedlung möchten und die, die ein Haus bauen oder ein Dauerwohnrecht für bereits gebaute Häuser wünschen.
Jetzt droht Ungemach. Zum einen sieht der Bürgermeister den Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt, denn „einige Anlieger haben keine Kosten und Mühen gescheut, haben eine Baugenehmigung oder eine Nutzungsänderung für den Bungalow beantragt und diese auch von Kreis genehmigt bekommen“. Andere kümmerten sich gar nicht und leben trotzdem dort.

Insgesamt, so teilte Kreissprecherin Caterina Rönnert auf Anfrage mit, habe der Kreis seit 1991 lediglich fünf Baugenehmigungen für Wohnhäuser im Bereich „Straße an der Fähre“ und „Lerchenweg“ erteilt. Wer dort illegal und dauerhaft wohne, sollte aus Sicht des Kreises die Kommune Ketzin/Havel aufgrund ihrer „gebietsbezogenen Kenntnisse und der Planungshoheit feststellen“ und das Bauordnungsamt des Landkreises darüber informieren. Wenn die Bauaufsichtsbehörde davon erfährt, dass jemand sein ursprüngliches Wochenendhaus jetzt als Wohnhaus nutzt, werde ein ordnungsrechtliches Verfahren eingeleitet, so Rönnert. Sollte dann die Baugenehmigung für die Nutzungsänderung nicht erteilt werden – zum Beispiel wegen nicht gesicherter Erschließung des Grundstückes – dann kann derjenige dort nicht dauerhaft wohnen. „Die Wohnnutzung ist in einer angemessenen Frist aufzugeben“, unterstreicht die Kreissprecherin.

Wie im Fall des Amsel- und des Lerchenweges in Ketzin/Havel weiter verfahren wird, ist unklar. Das Bauordnungsamt müsse sich mit vielen solcher Fälle im Landkreis befassen, hieß es. Die Ketziner Stadtverwaltung jedenfalls wünscht sich klare Verhältnisse.

Von Jens Wegener

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