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Im Havelland halten sich Wölfe nur kurz auf

Döberitzer Heide taugt nicht als dauerhaftes Revier Im Havelland halten sich Wölfe nur kurz auf

Wölfe haben in den vergangenen zwei Wochen in Brandenburg nicht zugeschnappt, im Havelland schon gar nicht. Im Landkreis wurden zuletzt im Frühjahr zwei Tiere gesichtet – allerdings im Westkreis zwischen Jerchel und Bahnitz, weit weg von jeglichem Stadtgetümmel.

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Im Havelland halten sich Wölfe höchstens kurz auf.

Quelle: Peter Geisler

Havelland. Diese Telefonnummer wird im Landkreis Havelland wohl so schnell niemand wählen: Tel. (01 72) 5 64 17 00. Denn wer dort anruft, landet bei Kay-Uwe Hartleb.

Der Biologe aus Ferch (Potsdam-Mittelmark) ist neuerdings Ansprechpartner für Leute, deren Tiere von Wölfen attackiert wurden. Das brandenburgische Landesumweltministerium hat ihn eingesetzt. „Bis jetzt haben mich immer nur Journalisten angerufen“, sagt der Biologe Hartleb. Wölfe haben in den vergangenen zwei Wochen jedenfalls nicht zugeschnappt, im Havelland schon gar nicht. Die vorläufige Jahresbilanz liegt in ganz Brandenburg derzeit bei 25 gerissenen Schafen. „Momentan ist aber alles ruhig.“ In Brandenburg sind insgesamt rund 90 Wölfe registriert, Tendenz steigend. Das dem Havelland nächste Rudel lebt bei Kloster Lehnin.

Die knapp 50 Kilometer querfeldein bis Nauen wären für den Langläufer Wolf ein Klacks. Im Landkreis selbst wurden zuletzt im Frühjahr zwei Tiere gesichtet – allerdings im Westkreis zwischen Jerchel und Bahnitz, weit weg von jeglichem Stadtgetümmel.

Doch auch den osthavelländischen Speckgürtelbewohnern könnte der Wolf künftig wieder näher kommen: in der Döberitzer Heide etwa. „Es ist durchaus möglich, dass abwandernde Wölfe das Gebiet auf der Suche nach einem eigenen Revier aufsuchen“, sagt Jana Teubner von der Naturschutzstation Zippelsförde.

Allerdings wohl nur vorübergehend, denn ein Rudel braucht viel Platz – zwischen 150 und 350 Quadratkilometern. Die Döberitzer Heide erstreckt sich über etwa 30 Quadratkilometer. Gegen eine dauerhafte Ansiedlung sprechen auch die vielen Verkehrswege in der Region.
Vor allem die Zugstrecke Berlin – Hannover, die Autobahn 10 und die Bundesstraßen wären für die Tiere gefährlich. „Seit 1990 wurden in Brandenburg 15 Wölfe überfahren“, so Jana Teubner.

Den letzten gesicherten Hinweis auf einen Wolf im Osthavelland gab es übrigens zuletzt im Februar 2010 an der B 5 bei Nauen. Die Schafe hat er damals verschont.

Von Jana Einecke

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