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Havelland Im Havelland hat die Seniorenwoche begonnen
Lokales Havelland Im Havelland hat die Seniorenwoche begonnen
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00:18 11.06.2017
Das Thema „Wohnen im Alter“ ist für viele Senioren elementar: Christa (73) und Harry (75) Bätz leben seit 2014 in der Residenz Parkstadt in Falkensee. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Brieselang

So lange wie möglich ein eigenständiges Leben führen – für jeden Menschen wird das Thema Daseinsvorsorge im Laufe seines Lebens zunehmend wichtiger. Dass neben einer guten Anbindung sowie einem barrierearmen Zuhause für viele Menschen vor allem persönliche Kontakte und familiäre Strukturen zu einem glücklichen Leben zählen, wird dabei häufig vernachlässigt.

Füreinander da sein, sich im Alltag unterstützen und mit ehrenamtlichem Engagement ein Zusammenleben der Generationen ermöglichen, sollten Ziel einer jeden Gemeinde sein, so Peter Dehne von der Fachhochschule Neubrandenburg. Mit seinem Vortrag leitete der Fachmann für demografische Entwicklung im ländlichen Raum am Donnerstag im Vereinsheim “Nachspielzeit“ in Brieselang die 23. Brandenburger Seniorenwoche im Havelland ein.

Angebote schaffen und stärker fördern

Peter Dehne, der am aktuellen Altenbericht der Bundesregierung mitwirkte, sprach jedoch auch von der derzeit mangelnden Förderung dieser möglichen solidarischen Gemeinschaften. „Angebote zu schaffen und Senioren in das gesellschaftliche Leben einzubinden, ist nicht nur Aufgabe von Kommunen und Ländern, sie geht uns alle etwas an, auch die Senioren selber. Nur sollten die Akteure dann auch stärker von öffentlicher Seite gefördert und befähigt werden“, sagte der Fachmann.

Für ihr Ehrenamt geehrt: Seniorenvertreter aus Falkensee, Ketzin/Havel, Premnitz, Rathenow, Nauen und Schönwalde-Glien. Quelle: Laura Sander

Wie schwer es ist ehrenamtliches Engagement auf diesem Sektor zu etablieren, weiß Renate Teßmann von der Seniorengenossenschaft in Oberhavel. „Wir sind eine Gemeinschaft, die sich fernab der professionellen Pflege im Alltag unterstützt. Bis es jedoch zur Gründung der Genossenschaft vor zwei Jahren kam, war es ein langer steiniger Weg mit der Suche nach Kooperationspartnern und den vielen Fördermittelanträgen“, erinnert sich Teßmann, die künftig auch Seniorenvertretern im Landkreis Havelland mit ihrer Erfahrung zur Verfügung stehen will.

„Wir sind für jeden Ehrenamtlichen dankbar, Hilfesuchende gibt es genug“, so Renate Teßmann weiter. Doch nur mit freiwilligen Helfern könne eine solidarische Gemeinschaft funktionieren, so Experte Peter Dehne, der weiß, dass dieses Modell längst nicht in jeder Gemeinde Anwendung finden könne.

Verbesserungspotenzial

Und obwohl sich in vielen havelländischen Gemeinden bereits einiges in Sachen Mitbestimmung getan hat und Senioren verstärkt Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen, gebe es auch hier noch Verbesserungspotenzial, wie Brigitte Römer vom Schönwalder Seniorenrat gestern kritisierte: „Wir versuchen seit Jahren ein Pflegeheim in Schönwalde zu initiieren und bekommen vor allem von der Politik immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen.“

Dass es jedoch nicht der böse Wille der kommunalen Vertreter sei, weiß Brieselangs Bürgermeister Wilhem Garn: „Wir mussten in der Vergangenheit Grundstücke teilweise EU-weit ausschreiben, selbst als wir jemanden gefunden hatten, der hier ein Seniorenheim errichten wollte. Das kostet alles Zeit.“ Vor anderthalb Monaten wurde endlich der Grundstück für das zweite Brieselanger Seniorenheim gelegt.

Seniorenwoche im Havelland

In Falkensee findet am 11. Juni ab 14 Uhr ein Familienfest im Kulturhaus J. R. Becher statt, am 21. Juni gibt es hier ein Filmgespräch.

In Ketzin findet eine Festveranstaltung am 14. Juni um 14 Uhr auf dem Gutshof Havelland statt, in Nauen zur gleichen Zeit eine Travestie-Show im Stadtbad.

In Schönwalde-Glien gibt es am 15. Juni ab 15 Uhr eine kulturelle Veranstaltung im Schwanenkrug, in Wustermark eine Dampferfahrt am 26. Juni um 11 Uhr ab dem Dyrotzer Hafen.

Alle Termine der Seniorenwoche gibt es hier.

Pflege, barrierearmes Wohnen und eine gute Infrastruktur im Wohnumfeld werden in den kommenden zehn Tagen im Rahmen der Seniorenwoche in insgesamt 24 Veranstaltungen im Landkreis thematisiert. „Auch das Thema Nahverkehr spielt eine entscheidende Rolle gerade für ältere Menschen im ländlichen Raum.

Mit dem neuen Verkehrskonzept für Falkensee und Umgebung soll die Dichte des öffentlichen Nahverkehrs ab September um 35 Prozent angehoben werden, sollte der Kreistag positiv entscheiden“, so Landrat Roger Lewandowski. Im kommenden Jahr werde das Konzept auf den gesamten Landkreis ausgeweitet.

Von Laura Sander

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