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Im Kuhstall gibt’s keinen Feiertag

Zu Besuch im Landwirtschaftsbetrieb Im Kuhstall gibt’s keinen Feiertag

Ob Weihnachten, Ostern oder Silvester- Tiere brauchen auch an Feiertagen Futter. Erik Ruiter übernimmt diesen Job in dem Milchviehbetrieb Koning GbR in Hertefeld. Wir haben ihn im Kuhstall besucht.

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Wenn Erik Ruiter Futter bringt, bedankt sich die eine oder andere Kuh.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Hertefeld. Morgens um 6 Uhr aufzustehen und zur Arbeit zu gehen, ist nichts besonderes für Erik Ruiter. Auch nicht am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag oder zu Neujahr. „Wer leidenschaftlicher Landwirt ist, sich mit Tieren beschäftigt, der kennt kaum Feiertage“, sagt der 27-Jährige.

Vor knapp drei Jahren hatte es den jungen Holländer nach Abschluss seines Landwirtschaftsstudiums in den Nauener Ortsteil Bergerdamm, genauer gesagt in den Gemeindeteil Hertefeld, verschlagen.

Er wollte unbedingt nach Deutschland, kannte von früher seinen heutigen Chef Jan Derk Koning, der 1996 das ehemalige VEG Jungrinderaufzucht in der Hertefelder Dorfstraße kaufte. „Ich habe mich beworben, wurde genommen und nun arbeite und wohne ich hier auf dem Areal, 50 Meter vom Kuhstall entfernt“, erzählt Ruiter.

Er gehört zu dem achtköpfigen Team der Koning GbR, kümmert sich als Herdenmanager um 300 Milchkühe und knapp 500 weibliche Jungtiere. Seine wichtigste Aufgabe ist, jeden Tag zu füttern. Auch zu Weihnachten änderte sich am Tagesablauf nichts. Auch nicht am Futter. „Es gab keine Leckereien für die Kühe“, verrät Ruiter und fügt hinzu: „Das Geschenk für etwa 60 Kälber war frisches Stroh.“

Mit einem Radlader und einem Schlepper bringt Erik Ruiter Grassilage, Stroh und Kraftfutter in die jeweiligen Ställe. Genau nach einem Futterplan, erzählt er. Die große Masse des Futters wird auf den Flächen der Koning GbR angebaut, nur ein wenig Kraftfutter muss zugekauft werden. Gegen Mittag ist die Fütterung beendet. Dann ist Pause angesagt.

Dazu muss der junge Mann nur wenige Schritte vom Stall in seine Wohnung laufen. „Das hat viele Vorteile“, sagt Ruiter. „Ich gehe eine Minute zur Arbeit und brauche für den Weg kein Auto“. Nur wenn er seine Freundin in Brieselang besucht, wie am ersten Feiertag. „Und am zweiten Feiertag war die Familie aus Brieselang am Nachmittag zu einer privaten Stallführung gekommen. Das hat auch nicht jeder zu Weihnachten“, sagt der junge Holländer. Ein Lieblingstier in einem der Ställe hat Erik Ruiter nicht, denn: „Ich liebe alle Kühe“.

Selbst wenn die eine oder andere mal aus dem Stall ausbricht und auf dem Betriebsgelände umher streift. Es sei sogar schon vorgekommen, dass eine Kuh mit ihren Kopf an sein Wohnzimmerfenster gehauen hat. Ob die noch Hunger hatte, ist nicht geklärt.

Zwischen den Feiertagen und Silvester geht das ganz normale Leben bei der Koning GbR weiter. Die Melker kommen morgens um 2.30 Uhr. Bis etwa 6.30 Uhr sind die durch, dann kann Erik Ruiter mit seiner Arbeit loslegen. Und doch ist in dieser Woche etwas anders. Denn Erik verbringt den Jahreswechsel in seiner Heimat, in einem Dorf in den Niederlanden, so dass die Fütterung bis zum 3. Januar ein anderer Kollege übernehmen wird. „Bevor ich losfahre, muss ich noch etwa 20 Kühen die Klauen schneiden“, sagt der junge Landwirt und ist im Stall verschwunden.

Von Jens Wegener

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