Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Im Museum das Buttern lernen
Lokales Havelland Im Museum das Buttern lernen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 10.10.2018
Nicole Böttcher vom Förderverein „Freunde des MAFZ Paaren/Glien" zeigt Besuchergruppen, wie man früher gebuttert hat. Quelle: Tobias Wagner
Paaren im Glien

Mitten in Paaren im Glien, Ortsteil der Gemeinde Schönwalde-Glien, im Landkreis Havelland befindet sich das Stägehaus. Als ältestes Haus des Ortes beherbergt das Gebäude nicht nur ein Museum mit historischen Gegenständen aus dem Alltagsleben der Dorfbewohner, sondern ermöglicht in der Ausstellung „Die Kunst des Buttermachens im Havelland“ Einblicke in die Tradition der Milchverarbeitung. Darüber hinaus kann der Besucher eine originale schwarze Küche betreten und alte Landtechnik zeugt zusätzlich von der harten Arbeit auf den Feldern des vergangenen Jahrtausends. Darüber hinaus ist das Haus eng mit einer langen Familiengeschichte verknüpft.

Das Dorfmuseum stellt eine Vielzahl unterschiedlichster Gegenstände aus dem Alltagsleben der Ortsbewohner vor.

„Das Museum ist ein Dankeschön an Ella Stäge“, sagt Erwin Bathe (72), ehemaliger Ortsbürgermeister und Vorsitzender des Fördervereins „Freunde des MAFZ Paaren/Glien“. „Ihr zu Ehren haben wir auch das Stägezimmer in diesem alten Haus eingerichtet, nachdem die Kommunalgemeinde das Grundstück erwarben und das Haus restaurierten.“

Das kleine Zimmer ist wie das Tor zu einer längst vergangenen Zeit. Auf den wenigen Quadratmetern lebte Ella Marie Stäge, letzte Nachfahrin der Familie Stäge, die seit 1678 in Paaren als ansässig belegt war. Im selben Jahr wurde auch das Haus nach einem großen Dorfbrand im zeitgemäßen Stil eines havelländischen Mittelganghauses aus Fachwerk und Lehmwänden errichtet.

Ella Stäge, die als Weißnäherin tätig war, wurde 92 Jahre alt und lebte bis zu ihrem Tod 1992 sehr zurückgezogen in ihrem alten Bauernhaus. Und sehr spärlich, denn im Zimmer finden sich nur die nötigsten Dinge. Neben Besteck, Geschirr, einem Bügeleisen und einem Spinnrad fällt dem Besucher sofort die Nähmaschine ins Auge.

Aussteuerwäsche genäht und verziert

Hier verbracht Ella Stäge unzählige Stunden, um die Aussteuerwäsche ihrer heiratswilligen Kundinnen zu nähen und zu verzieren. Auch heute noch ist das Nähgarn in der antiken Nähmaschine eingefädelt. Ein altes Auftragsbuch zeugt vom Fleiß der Näherin, die Bilder an den kleinen vier Wänden zeigen Schulfotos von 1899 und ein Schein bestätigt die Konfirmation Stäges im Jahre 1905.

Verlässt man den kleinen Raum, befindet man sich in der sogenannten schwarzen Küche, einer besonders kennzeichnenden Eigentümlichkeit der alten Fachwerkhäuser. Diese Küchen erkennt man von außen an dem Eingang an der Giebelseite und einem einzigen Schornsteinkopf in der Mitte des Daches.

Adresse und Öffnungszeiten

Das Stägehaus befindet sich in der Hauptstraße 35 in 14621 Schönwalde-Glien, Ortsteil Paaren im Glien.

Das Museum ist vom 1. Februar bis zum 16. Dezember jeden Donnerstag, Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr, und an jedem Freitag von 9 bis 17 Uhr, geöffnet. Nach Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten.

Der Eintritt für Erwachsene beträgt 2,50 Euro, für Kinder 1,50 Euro.

Das Museum ist nicht barrierefrei.

Führungen und Schaubuttern werden nach Vereinbarung angeboten. Anmeldungen sind möglich unter 033230/5 03 36 oder Email an info@freunde-des-mafz.de

Weitere Infos unter www.freunde-des-mafz.de

Dieses kleine Durchgangszimmer war Mittelpunkt des Hauses, denn hier musste man hindurch, um das Haus von einem zum anderen Giebel zu durchqueren. Zudem wurden von hier aus sämtliche Öfen der umliegenden Stuben beheizt und in der schwarzen Küche befand sich die Räucherkammer. Ein Blick nach oben erklärt das plötzliche Frösteln beim Betreten des kleines Raumes: ein großer Schacht ermöglichte den direkten Abzug des Rauchs aus einem pechschwarzen Schornstein.

Direkt an den Flur schließt auch das Butterzimmer des Stägehauses an. In diesem zeigt Nicole Böttcher (34), ebenfalls Fördervereinsmitglied und Angestellte im hauseigenen Café, vor allem Kinder- und Schülergruppen alles zum Thema Milch.

Randvoll mit alten Kaffeekannen

Zwischen alten Butterfässern, antiken Regalen, die randvoll mit Kaffeekannen gefüllt sind, und Zentrifugen dürfen hier die Kleinen selbst ran. „Jeder darf hier beim Buttern mitmachen und sich seine eigene Butter mit nach Hause nehmen“, sagt Böttcher. Doch nicht nur junge Menschen haben ihren Spaß im Stägehaus. „Von den alten Gästen kommen viele mit einem Lächeln vom Dachboden“, sagt Böttcher. Zudem höre man ständig „Das kenne ich“, berichtet sie.

Unter dem Dach des alten Gebäudes befindet sich eine Ausstellung mit historischen Alltagsgegenständen des Landlebens. Hier stehen Haushaltsgeräte wie Wiegenmesser, Brotschneidemaschinen, Stiefelknechte und Wäschestampfer neben Landwirtschaftsgeräten wie Zentnerwaagen, Heu- und Getreideharken aus dem Jahre 1900 sowie Wassereimerträger von 1935.

Die Geschichte der Landwirtschaft

Wer etwas tiefer in die Geschichte der Landwirtschaft abtauchen möchte, kann dies im Hof des Stägehauses. In diesem findet sich alte Landtechnik, die ab 1900 genutzt wurde. Zum Beispiel ein Gabelheuwender von 1925 und ein Häcksler von 1930. „Wir sind vor allem im Sommer gut besucht“, sagt Böttcher. „Das Café zieht natürlich auch viele Gäste, die sich auf der Durchreise befinden.“

Ein toller Ort also, um sowohl die Beine baumeln zu lassen, als auch in das Dorfleben eines vergangenen Jahrhunderts einzutauchen.

Von Tobias Wagner

Eine Präsentation der Polizeidirektion West, in der gezeigt wird, wie man sich vor Kriminellen schützt, interessierte am Mittwoch viele Rathenower. Erstmals wurde hier eine blaue Notrufpfeife vorgestellt.

10.10.2018

Ab 2019 müssen die Bürger mit 2,21 Euro neun Cent weniger pro Kubikmeter für die Entsorgung zahlen. In Falkensee sind die Gebühren genauso niedrig. In Schönwalde-Glien bei 2,93 Euro und im Amt Friesack bei 4,25 Euro.

09.10.2018

Ein Hirsch sorgte am Dienstag auf der Bundesstraße 5 für Aufregung. Das Tier war aus einem Wildgehege entkommen, nachdem Unbekannte die Tür des Gatters aufgebrochen hatten. Am Ende ging alles gut aus.

09.10.2018