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Im Schneckentempo durch Falkensee

Mehrere Anrufe beim MAZ-Sorgentelefon Im Schneckentempo durch Falkensee

Am MAZ-Sorgentelefon haben sich Leser über zu viel Lärm auf dem Bolzplatz an der Kantschule geärgert, andere echauffierten sich über einen langsam fahrenden Dienstwagen der Stadtverwaltung. Auch verwilderte Grundstücke bechäftigen die MAZ-Leser aus Falkensee.

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Die Falkenseer Kantschule aus der Vogelperspektive: Vor den Gebäuden liegt der Sportplatz, darüber rechts der Bolzplatz.

Quelle: Lutz Hannemann

Falkensee. Über zu viel Lärm, vor allem in den Abendstunden und an Wochenenden, beklagt sich Ingrid Kerstan aus Falkensee . Sie wohnt unmittelbar neben dem Sportplatz der Kantschule und in etwa 70 Meter Entfernung von einem neuen Bolzplatz. „Ich weiß ja nicht, wer diesen Standort für den Bolzplatz genehmigt hat. Ich denke, man hätte einen anderen Platz finden können, wo nicht so viele Anwohner betroffen sind“, sagt die Falkenseerin.

Dass auf dem Schulsportplatz während der Schulzeit was los ist, leuchte ihr ein. „Aber dort trainieren abends auch Sportvereine, so dass kaum Ruhe herrscht. Warum kann man dort nicht eine Lärmschutzwand aufstellen“, fragt sie am Sorgentelefon der MAZ.

Bürgermeister Heiko Müller weiß um die Sorgen der Anwohner. „Es gab zu dem Schulsportplatz tatsächlich schon Beschwerden, weil beispielsweise die Mikrofonanlage zu Zeiten benutzt wurde, in denen es eigentlich nicht sein soll. Es gibt auch Fälle von Hausfriedensbruch, denen wir nachgehen. Das heißt: Leute klettern einfach abends über den Zaun und spielen dort Fußball. Das ist nicht erlaubt.“ Trotzdem sagt der Bürgermeister auch, dass es nach jetzigem Stand der Dinge keine Lärmschutzwand geben wird. „Es gab im Vorfeld der Baugenehmigungen für die Anlagen auch Lärmschutzuntersuchungen. Daraufhin wurden Regeln festgelegt. Wenn alle Nutzer diese einhalten, hält sich die Belästigung im Rahmen“, sagte der Verwaltungschef.

Unverständnis über einige Mitarbeiter des Falkenseer Ordnungsamtes äußerte Jochen Braun aus Falkensee. Er hatte beobachtet, wie ein Dienstwagen der Stadtverwaltung im Schneckentempo durch die Beethovenallee fuhr und dabei die Warnblinkanlage eingeschaltet war. „Das ist doch laut Straßenverkehrsordnung nicht erlaubt. Es war schließlich kein Notfall oder Unfall“, so Braun.

Womit genau die Mitarbeiter an dem konkreten Tag dort beschäftigt waren, kann Bürgermeister Heiko Müller nicht sagen. Aber: „Sie dürfen sehr wohl die Warnblinkanlage anschalten, wenn sich das Auto ungewöhnlich verhält, also besonders langsam fährt.“ Die Ordnungsamtsmitarbeiter kontrollieren den Straßenzustand und die Einhaltung der Reinigungspflicht vor Grundstücken. Das könne man in Falkensee nicht alles zu Fuß ablaufen.

Gleich zwei Falkenseer Anrufer beim Sorgentelefon monierten verwilderte Grundstücke in ihrer Nachbarschaft – Christiane Pickert aus dem Krummen Luchweg und Ulrich Wedler aus der Clara-Zetkin-Straße. „In beiden Fällen handelt es sich um private Grundstücke. Die Stadt kann dort nur dann eingreifen, wenn Gefahr im Verzug ist“, sagt Heiko Müller. Im Fall der Clara-Zetkin-Straße/Ecke Dallgower Straße, wo der Gehweg schon so zugewachsen ist, dass er kaum noch sichtbar ist, werde die Stadt den Eigentümer anschreiben und ihn zum Handeln auffordern, so der Bürgermeister.

Nicht handeln kann die Stadtverwaltung in der Angelegenheit, die Günter Knobel aus Falkensee anspricht. „Keiner pflegt und gießt die Rosenrabatte am Gesundheitszentrum“, sagt er. Der Bürgermeister entgegnet: „Der Eigentümer ist verantwortlich. Nicht die Stadt.“

Von Jens Wegener

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