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Havelland Im Wald hat das große Aufräumen begonnen
Lokales Havelland Im Wald hat das große Aufräumen begonnen
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00:45 04.09.2015
Die Harvester genannten Holzerntemaschinen zersägen im Wald die gebrochenen und umgeworfenen Bäume. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

So gewaltige Sturmschäden hat man seit über 50 Jahren in den Wäldern des Westhavellandes nicht gesehen. Auf manche Einheimische und Touristen scheinen die chaotisch geworfenen und gebrochenen Bäume eine magische Anziehungskraft auszuüben. Das bereitet Elke Stein, der Försterin im Revier Rathenow, derzeit eine ganze Menge Sorgen. „Die Menschen sollten jetzt nicht in die vom Sturm betroffenen Bestände gehen“, sagt sie, „dort ist es gefährlich.“ Es gebe in den oberen Baumregionen noch immer lose hängende Äste und abgebrochene Kronen, die herunterfallen können. Zwar seien in ihrem Revier die Aufräumarbeiten schon angelaufen, berichtet sie. Doch könnten die Fahrer der großen Holzerntemaschinen derzeit Schaulustige oder Spaziergänger überhaupt nicht gebrauchen.

800 Hektar beschädigt

Das Forstrevier Rathenow darf nicht gleichgesetzt werden mit dem Revier Göttlin, das zum Truppenübungsplatz Klietz gehört. In den Wäldern des Übungsplatzes sind rund 400 Hektar vom Sturm betroffen und es gibt nur einen Eigentümer, nämlich den Bund. Im Forstrevier Rathenow, dessen vom Sturm betroffene Bereiche nordwestlich und südöstlich vom Truppenübungsplatz liegen, sind rund 800 Hektar Wald geschädigt worden. Die zuständige Revierförsterin Elke Stein hat dort zu beachten, dass die rund 80 betroffenen privaten Waldeigentümer zu beteiligen sind.

Im Wald wird aufgeräumt. Quelle: B. Geske

Elke Stein geht davon aus, dass bis zu 20.000 Festmeter Holz zusammenkommen, wenn man in ihrem Revier die gebrochenen und umgeworfenen Bäume zählt. Das sei in etwa die Menge, die man bei einer normalen Bewirtschaftung des Waldes in drei Jahren ernten würde. Schon nach drei Tagen habe der erste Besitzer mit dem Aufarbeiten seiner Fläche begonnen, berichtet die Försterin. Mittlerweile seien in fast allen Bereichen die Harvester genannten Holzerntemaschinen im Einsatz. Eine Herausforderung sei, so erklärt sie, dass man im Wald keine genauen Grundstücksgrenzen sieht. „Die Waldbesitzer müssen hier stark mitarbeiten“, sagt sie, „und das machen sie auch.“

Besitzer müssen mitarbeiten

Die Fahrer der Harvester entasten und zersägen die Stämme und teilen das Holz in die verschiedenen Sortimente ein. Am besten ist das dicke, gute und gerade Stammholz, aus dem Balken und Bretter hergestellt werden. Es wird in sogenannte Langholzabschnitte geteilt, die vier oder fünf Meter lang sein können. Jetzt, da es so warm ist, ist die Qualität dieser Stücke in Gefahr. Durch einen Pilz könnte es blau werden und so an Wert verlieren. Dann gibt es das Industrieholz, das man meist dem Zellstoffwerk Stendal gut verkaufen kann. Qualitativ in der Mitte wird das Holz verortet, aus dem sich Transportpaletten fertigen lassen. Nicht zuletzt gibt es noch das kleine Bruchholz, das von Fachleuten „Schlagabraum“ genannt wird. Manchmal wird es zu Holzhackschnitzeln verarbeitet. Es kann aber auch liegen bleiben und sich durch die Kraft der Natur in wertvollen Humus für den Waldboden verwandeln.

„Natürlich machen die Waldbesitzer Verluste mit dem Holz, das sie jetzt verkaufen müssen“, sagt Elke Stein. Denn es gebe viel mehr Bruchreste und außerdem sei bei der Ernte im sturmzerfetzten Wald der Arbeitsaufwand viel größer als wenn man die Stämme unter geordneten Verhältnissen gezielt entnehmen könnte. Ist das Sturmholz aus dem Wald, wird über die Aufforstung nachgedacht. Große Lücken werden völlig neu bepflanzt werden müssen, stellenweise wird auf Naturverjüngung aus eigener Kraft gesetzt und manchmal lässt sich unter dem Stichwort „Waldumbau“ vielleicht sogar etwas mit Fördermitteln machen. Ein Stein von der Seele wird der Revierförsterin nun genommen, weil nun auch die zwei großen Radwege zwischen Göttlin und Steckelsdorf bzw. Göttlin und Grütz vom Sturmholz befreit werden. „Da ist schon einiges getan worden“, warnt die Rervierförsterin, „aber auch jetzt noch sollten die Radfahrer dort gut aufpassen.“

Von Bernd Geske

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