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Havelland „Im Winter ruht sich der Pflanzendoktor aus“
Lokales Havelland „Im Winter ruht sich der Pflanzendoktor aus“
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11:27 08.10.2015
Sogar Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) beriet der Pflanzendoktor Klaus Schneider am i-Punkt Grün. Quelle: Thomas Uhlemann/Buga
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Rathenow

Klaus Schneider ist zertifizierter Pflanzendoktor. Während der gesamten Bundesgartenschau beantwortete er Hobbygärtnern am i-Punkt Grün in Rathenow Fragen rund ums Gärtnern. Zum Ende der Buga zieht der Gartenexperte aus dem Taunus noch einmal Bilanz.

Was waren die drei kuriosesten Fragen, die Ihnen die Besucher gestellt haben?

Klaus Schneider: Ich erinnere mich noch an eine besonders originelle Frage, die mir eine alte Dame stellte, die kaum über den Tresen schauen konnte. Sie fragte mich, ob Regenwürmer Augen hätten. Sie ließ nicht locker, als ich ihr sagte, dass ich die Frage nicht beantworten kann und sagte: „Aber als Pflanzendoktor müssen Sie das doch wissen!“ Ich googelte die Frage und fand die Antwort bei Wikipedia. Ich musste der Dame den gesamten Eintrag vorlesen.

Und? Haben Regenwürmer Augen?

Schneider: Nein, Regenwürmer haben keine Augen. Mit ihren Sehzellen sind sie aber in der Lage, hell und dunkel zu unterscheiden.

Welche Fragen sind Ihnen noch in Erinnerung geblieben?

Schneider: Ein Mann wollte zum Beispiel von mir wissen, warum bei ihm im Ort plötzlich Mohn wächst – an einer Stelle, wo sonst nie Mohn war. Ich erklärte ihm, dass der Mohn entweder von jemandem ausgesät worden sein muss oder die Vögel die Samen zugetragen haben. Das wollte er partout nicht wahrhaben und ist unzufrieden wieder gegangen. Am häufigsten kommen die Leute mit dem Satz zu mir „Meine Pflanze sieht komisch aus“ und erwarten dann eine ad hoc-Antwort von mir, ohne mir irgendwelche Anhaltpunkte zu liefern, um welche Pflanze es sich handelt und woran sie leidet. Das macht meine Arbeit dann natürlich schwierig.

An welchen Moment erinnern Sie sich während der Buga besonders gern zurück?

Schneider: Das Highlight war, als mich unser Außenminister, Frank-Walter Steinmeier, um Rat fragte. Er wollte wissen, was er gegen das Unkraut Giersch in seinem Rasen unternehmen kann. Da hat er sich direkt mit einer besonders kniffligen Frage an mich gewandt.

Konnten Sie Herrn Steinmeier helfen?

Schneider: Ich habe ihm gesagt, dass gegen Giersch kein Kraut gewachsen ist und er sich am besten einfach mit dem Unkraut anfreunden soll. Herr Steinmeier hat gelacht, aber nicht locker gelassen. „Im Ernst“, hat er gesagt, „was muss ich tun?“ Ich habe ihm dann erklärt, dass man Giersch nur mit Vernichtungsmitteln bekämpfen kann, dass dabei aber auch der Rasen selbst zerstört werde. Am Ende hilft nur neu aussäen.

Gab es sonst noch knifflige Fragen, die Sie nicht auf Anhieb beantworten konnten? Was haben Sie in einem solchen Fall unternommen, um den Gartenbesitzern zu helfen?

Schneider: Schwierig ist es mit seltenen Pilzkrankheiten. Die sind auf Anhieb gar nicht so ohne Weiteres zu erkennen, erst recht nicht, wenn die Leute ohne die betroffene Pflanze vorbeikommen. Ich empfehle dann immer, ein Präparat zum Test ins Labor meiner Gartenakademie in der Pfalz zu schicken.

Was wird Ihnen ganz besonders fehlen, wenn Sie zurück in Ihrer rheinland-pfälzischen Heimat sind?

Schneider: Das sind zuallererst die Menschen der Buga, die Besucher und Kollegen. ich habe während meiner Zeit hier nette Bekanntschaften gemacht. Damit nach der Buga nicht das große Loch kommt, habe ich vorgesorgt: Die Herbstpflege auf dem Friedhof steht an. Außerdem bin ich auf Abruf für den Gartenbau-Hilfsdienst im Einsatz und helfe im Notfall in Gartenbetrieben in meiner Heimat aus.

Und was macht ein Pflanzendoktor wie Sie im Winter, wenn der Garten ruht?

Schneider: Sich auch ausruhen (lacht). Ansonsten gebe ich Obstbaumschnittkurse und schneide Bäume auf einer Streuobstwiese, die ich betreue.


Von Josefine Sack

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