Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Immer mehr Flüchtlinge drängen in die Kurse
Lokales Havelland Immer mehr Flüchtlinge drängen in die Kurse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 06.04.2016
Ein Integrationskurs bei der LEB, an dem viele Flüchtlinge aus Syrien und Iran teilnehmen. Quelle: Bernd Geske
Anzeige
Rathenow

Die gewaltigen Mengen von Flüchtlingen, die im vergangenen Jahr nach Deutschland kamen, stellen mittlerweile auch schon die Anbieter von Deutsch- oder Integrationskursen vor völlig neue Fragen. „Jahrzehntelang hatten wir Asylbewerber und Flüchtlinge überhaupt nicht in unseren Integrationskursen“, erklärt Birgit Habermann, Geschäftsführerin der Ländlichen Erwachsenenbildung Prignitz-Havelland, die in dieser Branche in Rathenow und andernorts schon seit vielen Jahren tätig ist. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) habe nun seine Bestimmungen für die Teilnahme geöffnet. So sei es jetzt möglich, dass Flüchtlinge ohne Bleibeerlaubis an Kursen teilnehmen, wenn sie aus den Ländern Syrien, Eritrea, Iran und Irak kommen, die eine hohe Anerkennungsquote haben.

Bundesamt hat Teilnehmerzahl auf 20 erhöht

Um mehr Flüchtlinge aufnehmen zu können, hat das Bundesamt auch die maximal erlaubte Teilnehmerzahl von 15 auf 20 pro Kurs erhöht. Ein Massenbetrieb an Deutschkursen konnte trotzdem nicht aus dem Boden gestampft werden. „Wir tun alles, was wir können“, sagt Birgit Habermann. Gegenwärtig seien aber die personellen und räumlichen Kapazitäten der LEB in Rathenow bereits ausgeschöpft. Hier habe die LEB nur drei entsprechend zertifizierte Lehrkräfte. „Wir suchen dringend weitere Deutschlehrer“, verrät die Chefin, „würden wir welche finden, könnten wir weitere Kurse für mehr Teilnehmer anbieten.“ So hat der Bildungsträger begonnen, Wartelisten für die an neuen Kursen Interessierten zu führen.

2013 hatte die LEB in ihren Rathenower Integrationskursen 27 Teilnehmer registriert. 2014 und 2015 waren es 36 bzw. 35. In diesem Jahr sind es schon jetzt 50. Liefen in früheren Jahren hier meist zwei Kurse, sind es gegenwärtig drei. Ein über sechs Monate laufender Integrationskurs wird im Juni abgeschlossen. Der beschriebene Trend ist klar zu erkennen: Neben wenigen Teilnehmern aus Vietnam, Nigeria und Serbien besteht die große Mehrzahl aus Flüchtlingen aus Syrien und Iran. Die Stimmung der Asylbewerber ist durchaus gut. Ihr Deutsch reicht schon so weit, um sich selbst gut vorzustellen und einfache Angelegenheiten zu regeln. Die Erfahrung jedoch zeigt: Zur beruflichen Integration wird aber meist mehr gebraucht. Vor allem weil zur Zeit viele Ingenieure mit Asylbewerberstatuts in die Kurse drängen.

Der Integrationskurs: Was ist das?

Jeder Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs.

Der allgemeine Integrationskurs dauert 660 Stunden. Je nach Ausrichtung kann er aber bis zu 960 Stunden dauern.

Der Sprachkurs ist stets Teil eines Integrationskurses. Er dauert im allgemeinen Integrationskurs 600 Stunden, in Spezialkursen bis zu 900 Stunden.

Der Orientierungskurs findet im Anschluss an den Sprachkurs statt und dauert 60 Stunden. Hier wird gesprochen über deutsche Rechtsordnung, Geschichte und Kultur.

Vor Beginn eines Integrationskurses führt der Träger einen Einstufungstest durch.

Während des Sprachkurses gibt es Zwischentests. Der Orientierungskurs endet mit dem Abschlusstest.

In Rathenow führt die LEB gegenwärtig noch einen zweiten Integrationskurs und einen Einstiegskurs Deutsch für Flüchtlinge durch. In Friesack richtet der Träger derzeit auch noch einen Deutschkurs für Flüchtlinge aus. Etwas Neues bereitet die LEB ebenfalls für Friesack vor. Dort soll für 20 Personen im Mai ein berufsbezogener Deutschkurs für Flüchtlinge beginnen. Der Zeitplan enthält 380 Stunden Deutsch, 190 Stunden fachliche Weiterbildung und 160 Stunden Praktikum. Der Kurs dauert ein halbes Jahr. Die LEB kooperiert hier mit der Akademie Seehof. Das Geld dafür kommt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und aus dem Europäischen Sozialfonds ESF.

Von Bernd Geske

Gemeinden müssten Straßenlampen abschalten, weil sie die Energiekosten nicht mehr zahlen können, hat der Städte- und Gemeindebund gewarnt. Für Premnitz ist das kein Thema. Durch Installieren von LED-Lampen und Dimm-Systemen hat die Stadt ihre Energieausgaben für Straßenbeleuchtung von 2014 auf 2015 um zehn Prozent gesenkt.

09.04.2016
Havelland Havelland: Polizeibericht vom 6. April - Beamte mit Insektenspray angegriffen

Zwei Polizisten sind am Dientagabend in Rathenow durch Insektenspray verletzt worden. Eine Frau, die in eine Fachklinik eingewiesen werden sollte, hatte die Beamten angegriffen. Diese überwältigten die 64-Jährige mit Pfefferspray.

06.04.2016

Rewe will sich in Rathenow vergrößern. Der alte Markt in der Fehrbelliner Straße soll abgerissen und durch einen fast doppelt so großen Neubau ersetzt werden. Zuvor ist allerdings noch ein lange aufgeschobenes Problem zu lösen: Der marode Körgraben, der unter dem Grundstück verläuft, müsste vor Baubeginn verlegt werden.

09.04.2016
Anzeige