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Havelland Immer mehr Flüchtlinge in Premnitzer Schule
Lokales Havelland Immer mehr Flüchtlinge in Premnitzer Schule
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16:46 22.02.2018
Zum Foto beide Vorbereitungsgruppen ausnahmsweise zusammen. Die Lehrerinnen Katrin Schulze (rechts) und Steffi Brüggemann. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Während der Landkreis wegen sinkender Flüchtlingszahlen schon wieder einige seiner gerade erst eröffneten Gemeinschaftsunterkünfte schließt, gibt es in der Grundschule Am Dachsberg in Premnitz einen anderen Trend. Dort wächst die Zahl der Flüchtlingskinder immer weiter an. Hatte es dort in früheren Jahren nur vereinzelt Kinder gegeben, die ohne Deutschkenntnisse kamen, wurden es im Schuljahr 2014/2015 stetig mehr, nachdem die Asylbewerberunterkunft an der Alten Waldstraße aufmachte.

Gegenwärtig gibt es 24 fremdsprachige Kinder, berichtet Schulleiter Jens Martin. Vier von ihnen nehmen wegen ihrer guten Deutschkenntnisse bereits am Regelunterricht in den normalen Klassen teil. Für die anderen 20 aber, die Deutsch kaum oder gar nicht können, gibt es eine andere Lösung.

Eine zweite Vorbereitungsgruppe eröffnet

Für sie ist vor wenigen Tagen nun schon die zweite Vorbereitungsgruppe eröffnet worden, in der die Kinder am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nur Deutsch lernen, damit sie demnächst am normalen Unterricht teilnehmen können. Am Montag und Freitag gehen die Kinder in ihre Regelklassen, damit sie soziale Bindungen zu den anderen gleichaltrigen Kindern der Schule aufbauen und pflegen können. „Es gibt vom Staatlichen Schulamt die Orientierung“, erklärt Jens Martin, „dass in einer Vorbereitungsgruppe nicht mehr als 15 Kinder sein sollen.“

Als diese Zahl vor einigen Wochen überschritten wurde, hatte er die Gründung einer zweiten Gruppe beantragt. Die Stelle dafür ist genehmigt worden, doch zeigte sich dann ein bekanntes Problem: Das Schulamt konnte keine Person finden, um sie für die neue Gruppe einzustellen.

Derzeit 24 fremdsprachige Schüler

Die Dachsberggrundschule hat gegenwärtig 287 Schülerinnen und Schüler in 13 Klassen.

Fremdsprachig sind von ihnen derzeit 24.

Von den 24 Kindern gehen vier wegen ihrer guten Deutschkenntnisse schon in die Regelklassen.

Die 20 anderen besuchen von Dienstag bis Donnerstag die zwei Vorbereitungsgruppen der Schule, in denen sie nur Deutsch lernen.

Die erste Vorbereitungsgruppe besuchen 14 Kinder. In die zweite Gruppe gehen bislang sechs Kinder, dort ist jetzt also noch Platz.

Durch eine glückliche Fügung kam aus der Dachsbergschule selbst die Rettung. Nachdem vor etwa zehn Jahren der damaligen Schulsozialarbeiterin Katrin Schulze wegen einer Umstrukturierung gekündigt worden war, hatte sie seitdem unentgeltlich und ehrenamtlich als Sozialarbeiterin weiter gearbeitet. Da war es für Schulleiter Martin eine doppelte Freude, sie nun zum 25. April als Lehrerin für die zweite Vorbereitungsgruppe einstellen zu können. Die andere Vorbereitungsgruppe leitet die Lehrerin Steffi Brüggemann, die an der Dachsbergschule im Vorjahr ihr Referendariat gemacht hatte und dort bleiben wollte. Sie qualifiziert sich berufsbegleitend für das Fach „Deutsch als Zweitsprache“ und nimmt an einer Ausbildung teil, in der Kenntnisse über traumatisierte Flüchtlingskinder vermittelt werden.

PWG vermietet 60 Wohnungen an den Landkreis

Die fremdsprachigen Kinder in der Dachsbergschule kommen meist aus Afghanistan und Syrien, einige sind aus Tschetschenien in der russischen Föderation und jeweils zwei stammen aus Rumänien und der Türkei. „Als 2014 die ersten Flüchtlingskinder zu uns kamen, war das nicht einfach“, blickt Jens Martin zurück, „wir hatten keine Erfahrungen.“ Heute sei die Dachsbergschule deutlich besser aufgestellt. Die fremdsprachigen Kinder seien gut integriert. Die meisten Mädchen und Jungen freuten sich sogar darauf, Kinder aus anderen Ländern in ihre Klassen zu bekommen.

Bleibt noch die Frage zu beantworten, warum gegen den allgemeinen Trend immer mehr Flüchtlingskinder in die Dachsbergschule kommen. Die Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG) hatte Anfang 2015 mit dem Landkreis vertraglich vereinbart, dass sie für Flüchtlinge und Asylbewerber im Laufe eines Jahres insgesamt 60 Wohnungen zur Verfügung stellt. Es begann im Juni 2015, was bedeutet, dass im Juni dieses Jahres alle 60 belegt sein müssten. Wohnungen für Flüchtlinge sind weiterhin knapp. In letzter Zeit waren es Familien aus Unterkünften in Falkensee, die vom Landkreis nach Premnitz in eine Wohnung verlegt wurden.

Von Bernd Geske

Frank Scholz wählt seit etwa zwei Jahren alle drei Monate die Nummer des MAZ-Sorgentelefons, nicht aus Langeweile, sondern weil er sich nach wie vor mächtig darüber ärgert, dass vor seiner Haustür in der Gustav-Freytag-Straße LKW-Fahrer waghalsige Wendemanöver starten, um zum Toom-Baumarkt zu gelangen.

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