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Immer mehr Jobs im Havelland

Neue Zahlen vom Arbeitsmarkt in der Region Immer mehr Jobs im Havelland

„Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wende in einem Juni. Das ist eine super Entwicklung“, sagt Simone Hirschmann, die Bereichsleiterin Havelland in der Agentur für Arbeit Neuruppin.

Havelland/Oberhavel. Die Arbeitslosigkeit im Havelland geht weiter zurück. „Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wende in einem Juni. Das ist eine super Entwicklung“, sagt Simone Hirschmann, die Bereichsleiterin Havelland in der Agentur für Arbeit Neuruppin. Im Juni waren im Kreis rund 6250 Menschen – also 7,3 Prozent – ohne Job, das sind etwa 780 weniger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Mai waren 185 Menschen (0,3 Prozent) weniger arbeitslos. Im Agenturbezirk Neuruppin liegt das Havelland damit weiter auf dem ersten Platz.

Eingestellt wurde saisonbedingt vor allem im Bereich Verkehr und Logistik, Verkauf, Hoch- und Tiefbau sowie in kaufmännischen Berufen. Die Nachfrage nach Fachkräften sei aktuell groß, erklärt Simone Hirschmann. „Wir haben schon Probleme, etwa Stellen für Berufskraftfahrer zu besetzen.“ Deshalb gebe es verstärkt Fördermaßnahmen der Agentur, um Quereinsteiger für den neuen Job fitzumachen.

Entlassungen wegen des Mindestlohns von 8,50 Euro habe es auch im Juni kaum gegeben. „Bisher hat das Gesetz kaum einen Effekt auf den Arbeitsmarkt“, sagt Simone Hirschmann. Ob sich das in den kommenden Monaten noch ändert, können sie nicht sagen. Die Folgen eines möglichen Austritts Griechenlands aus der EU für den Arbeitsmarkt, dem sogenannten „Grexit“, seien schwer vorherzusagen. „Mit Griechenland gibt es aber nicht die stärksten Handelbeziehungen“, so Hirschmann. Für den Juli rechnet sie mit einem leichten Anstiegt der Arbeitslosigkeit, vor allem weil viele Ausbildungen enden. Allerdings könnten die meisten von ihnen schnell wieder vermittelt werden.

Auch die Situation in Oberhavel hat sich im Juni weiter positiv entwickelt. „Wir haben einen robusten Arbeitsmarkt, der vor allem für Fachkräfte noch aufnahmefähig ist“, erklärt Daniela Kusch, Teamleiterin bei der Agentur für Arbeit in Oranienburg. Im Juni gab es eine Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent, rund 8250 Menschen waren in Oberhavel ohne Job. Das sind rund 750 weniger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Mai hatten etwa 260 Leute mehr einen Job. Auch hier ist das ein Rekord: Noch nie waren seit 1990 im Juni so viele Menschen beschäftigt. Daniela Kusch freut auch, dass es in der Geschäftsstelle Gransee aufwärts geht. Hier betrug die Arbeitslosenquote im Juni 11,2 Prozent, das ist ein Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit hat Gransee nicht mehr die „rote Laterne“ im Agenturbezirk inne, Rathenow (11,3 Prozent) und Perleberg (11,5 Prozent) sind schlechter.

Eingestellt wurde in Oberhavel im kaufmännischen Bereich, in Verkaufberufen, in der Sparte Verkehr und Logistik sowie saisonbedingt bei den Bauberufen. Auch hier spielt der Mindestlohn bislang kaum eine Rolle. Für den Juli erwartet Daniela Kusch – wie im Havelland - leicht steigende Arbeitslosenzahlen, weil Ausbildungen. Für das weitere Jahr geht sie von einer stabilen Entwicklung aus.

Von Marco Paetzel

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