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Havelland Immer tiefer in die Drogensucht geraten
Lokales Havelland Immer tiefer in die Drogensucht geraten
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18:24 07.11.2016
Am Montag musste sich der 31-Jährige vor dem Nauener Amtsgericht verantworten. Quelle: dpa
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Nauen

Wegen schwerer räuberischer Erpressung, Körperverletzung, Diebstahls, Sachbeschädigung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Drogenbesitzes musste sich am Montag ein 31-Jähriger vor dem Nauener Amtsgericht verantworten. Der einschlägig vorbestrafte Falkenseer wurde in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Früh startete die Drogenkarriere

Mit 15 Jahren startete Stephan Jarosch (Name geändert) seine Drogenkarriere, trinkt seither regelmäßig Alkohol und konsumiert fast täglich Amphetamin, Ecstasy und LSD. „Drogen gehören zu meinem Leben. Ich brauche sie, um meinen Alltag zu bestreiten“, so der Angeklagte. Um sich seine Sucht zu finanzieren, betrat Jarosch im April letzten Jahres eine Falkenseer Kneipe und forderte von dem Wirt, der im Begriff war, seinen Laden zu schließen, Schutzgeld. Es kam zu einer Rangelei, die erst vom Sohn des Wirtes beendet werden konnte. Der Wirt erlitt Verletzungen an Armen, Rippen und im Gesicht. Jarosch ergriff die Flucht. Noch in derselben Nacht kam es zu einem weiteren Vorfall.

Wegen Suizidabsichten sollten einige Polizisten den Angeklagten in Gewahrsam nehmen und suchten ihn unter seiner Falkenseer Adresse auf. Mehrmals gaben sich die Beamten zu erkennen und schlossen schließlich die Tür auf, da der Haustürschlüssel von außen steckte. Ein Beamter öffnete die Tür einen Spalt breit. In diesem Moment schlug Stephan Jarosch unvermittelt die Tür zu und traf den Beamten am Kopf. Dieser zog sich dadurch eine Schädelprellung zu. Anschließend begab sich der 31-Jährige jedoch ohne Widerstand zu leisten in ambulante psychiatrische Behandlung.

Liebeskummer

Einige Tage später zog es den Angeklagten von Falkensee nach Groß Glienicke, um das Gespräch mit seinem ehemaligen Lebensgefährten zu suchen, der sich im Jahr zuvor von ihm getrennt hatte. Jarosch, der zu diesem Zeitpunkt massiv unter Drogen- und Alkoholeinfluss stand, bestellte sich ein Taxi und bestieg es in dem Wissen, dass er kein Geld bei sich hatte. Während der Fahrt gab er sich als Polizeibeamter aus und gab an, dass Kollegen für ihn bezahlen würden. In Groß Glienicke angekommen, bedrohte er den Taxifahrer, der ihm nicht glaubte und sein Geld einforderte, mit einer übergroßen Taschenlampe und flüchtete aus dem Fahrzeug ohne seine Rechnung zu begleichen. Er wurde von der Polizei in Tatortnähe gestellt. „Er verhielt sich merkwürdig und redete wirr“, erinnerte sich eine Beamtin. Die Trennung habe ihn aus der Bahn geworfen und noch tiefer in die Drogensucht getrieben, gab Jarosch an, der ein Vierteljahr später erneut auffällig wurde. Nachdem Jaroschs Hund auf ein Nachbargrundstück gelaufen war, trat der Grundstücksbesitzer das Tier beim Versuch, es einzufangen. Der 31-Jährige rastete daraufhin aus, trat gegen den Maschendrahtzaun, beschädigte diesen und traf den Grundstücksbesitzer dabei am Kopf. Dieser hatte sich gerade nach dem Hund gebückt, um ihn Jarosch zurückzugeben.

Drogenbesitz

Ende letzten Jahres fanden Polizisten, die den Mehrfachtäter in Haft nehmen sollten, auf dem Grundstück des Falkenseers außerdem 1,5 Gramm Amphetamin sowie zwei Motorräder, die der 31-Jährige einige Tage zuvor gestohlen hatte.

Nur eine stationäre Behandlung und ein anderes Wohnumfeld könnten Jarosch noch helfen, wie sein Bewährungshelfer dem Gericht zu verstehen gab. Weil er bei all seinen Taten unter Drogen- und Alkoholeinfluss stand, erklärte ihn das Gericht für erheblich vermindert schuldfähig. Aufgrund der Schwere seiner Taten und seines Vorstrafenregisters wurde eine Bewährungsstrafe jedoch nicht in Betracht gezogen.

Von Laura Sander

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