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Havelland Immer weniger Flüchtlinge im Kreis
Lokales Havelland Immer weniger Flüchtlinge im Kreis
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02:15 20.10.2017
Das Flüchtlingsheim am Birkenweg in Rathenow bleibt am Netz.  Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

 Im Landkreis Havelland kommen immer weniger neue Flüchtlinge an. Das führt jetzt dazu, dass die Kreisverwaltung ihre Strategie bei der Betreuung von Flüchtlingen überdenkt. „Grundsätzlich gilt: Flüchtlinge, die hier im Landkreis ankommen, müssen erstversorgt werden“, sagt Landrat Roger Lewandowski (CDU). So steht es auch im Vorbericht zum Haushaltsplan des Kreises für das Jahr 2018.

Ähnliche Zahlen im Gesamtbild

Die Gesamtzahlen sind ähnlich. Im Dezember gab es mit Bezug auf Flüchtlinge 1775 Leistungsberechtigte, im Juni 2016 waren es 1092 und im Dezember vergangenen Jahres 102 plus 97 minderjährige Asylbewerber ohne Begleitung. Im Juni dieses Jahres waren es noch 1010 Leistungsberechtigte und 95 minderjährige Asylbewerber ohne Begleitung.

Auswirkung auf die Kosten

Das wirke sich auch auf die Kosten aus, sagt Landrat Lewandowski. Derzeit hält der Kreis Flüchtlingsunterkünfte in Dallgow-Döberitz (142 Plätze), Rathenow-Birkenweg (225 Plätze), Rathenow-Grünauer Weg (87 Plätze), Premnitz (83 Plätze), Friesack (80 Plätze), Nauen (257 Plätze), Schönwalde Glien (400 Plätze) sowie Falkensee I und II (234 Plätze) bereit. Dazu kommen 400 Wohnungen.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung wurden im Kreis sogar Traglufthallen errichtet – hier bei Brieselang. Quelle: Tanja M. Marotzke

Im Kreistag deutete Landrat Lewandowski an, was das für das kommende Jahr bedeutet: „Wir nehmen nun erst einmal die Unterkünfte in Schönwalde und in Dallgow Döberitz vom Netz.“ Was aber nicht mit einer Stilllegung gleichzusetzen sei. Lewandowski: „Wir halten die Unterkünfte zunächst auf Stand By.“ Will heißen: wenn wieder mehr Flüchtlinge kommen, könnte man diese Unterkünfte schnell belegen.

Kostenerstattung durch das Land

Nicht zufrieden ist die Kreisverwaltung mit den Erstattungen durch das Land – insbesondere mit Blick auf die Unterkünfte, die der Landkreis über lange Zeit vorgehalten hat, die aber nicht belegt wurden. Hintergrund waren die rasant steigenden Flüchtlingszahlen im Jahr 2015. Ganz so, wie zunächst gedacht kam es nicht. Auf diesen Kosten blieb der Kreis zunächst sitzen.

Das sind die Zahlen

Erstattet werden vom Land 6530 Euro für jeden Flüchtling im Jahr – das bezieht sich auf Gemeinschaftsunterkunft, Kosten der Unterkunft und so genannte Regelleistungen. Für Personen, die in Wohnungen leben, zahlt das Land 6755 Euro. dazu kommen 770 Euro pro Person für Sozialarbeit und eine Pauschale von 66125 Euro für Migrationssozialarbeit im Jahr. Außerdem dabei: eine Sicherheitspauschale und Erstattungen für Einzelnachweise, zum Beispiel Gesundheitskosten.

Vorsichtige Prognose

Trotzdem: der Fehlbedarf, den der Kreis bei der Flüchtlingsarbeit einkalkuliert, sinkt. Die Zukunftsprognose gehen Lewandowski und seine Erste Beigeordnete, Elke Nermerich (SPD), dennoch vorsichtig an. „Da die weitere Entwicklung in Bezug auf die Zahl der Flüchtlinge ungewiss ist, sind die Versorgungsnetze aufrechtzuerhalten“, heißt es im Vorbericht zum Haushalt 2018.

Von Joachim Wilisch

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