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In Falkensee ist Gesellschaftstanz der große Hit

Gesellschaftstanz ist angesagt In Falkensee ist Gesellschaftstanz der große Hit

Rund 900 Menschen aus dem Havelland und Berlin schwingen in der 2013 eröffneten Falkenseer „Tanzschuhle“ von Sabrina und Christian Schuh das Tanzbein. Derzeit sind vor allem die Gesellschaftstanzkurse gefragt und für viele der perfekte Ausgleich zum stressigen Alltag.

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Corinna und Danny Altmann haben das Tanzen für sich entdeckt.

Quelle: Laura Sander

Falkensee. Leichtfüßig tanzen die Paare im Walzerschritt durch den Raum, nutzen die 180 Quadratmeter große Tanzfläche voll aus. Der Rücken ist gerade, die Köpfe aufrecht. Ihre Blicke wandern schon lange nicht mehr zu den Füßen – die Grundschritte sitzen. Sabrina Schuh, Tanzlehrerin und Inhaberin der Falkenseer „Tanzschuhle“, beobachtet genau, korrigiert hier und da eine Kleinigkeit, zeigt den Paaren mit viel Humor neue Schritte und Figuren.

Gesellschaftstanz gehörte früher für viele zum Erwachsenwerden, ist in den vergangenen Jahrzehnten jedoch immer weiter in den Hintergrund gerückt, wurde als „uncool“ abgestempelt. Heute ist der Standarttanz erneut zu einem beliebten Hobby bei Jung und Alt avanciert. Auch in Falkensee trifft sich jeden Freitag der „Tanzen macht Spaß“-Club. „Wir läuten hier unser Wochenende ein und genießen die gemeinsame Zeit. Unsere Kinder sind jetzt so groß, dass wir mal wieder etwas nur für uns machen können“, erzählt Corinna Altmann während einer kurzen Pause.

Tanzen macht Spaß

„Wir wollten schon immer einen Tanzkurs machen und als unsere besten Freunde im letzten Jahr geheiratet haben, war das eine gute Gelegenheit“, erinnert sich Danny Altmann. Die acht Anfängerstunden gefielen dem Ehepaar aus Brieselang so gut, dass es sich schon bald im Fortgeschrittenenkurs wiederfand. „Man will die Tänze ja auch nicht gleich wieder verlernen und braucht Praxis. Jetzt sind wir schon so weit, dass wir einmal in der Woche im Club tanzen – der ist eine feste Institution und geht über die acht Wochen Tanzkurs hinaus“, so Corinna Altmann.

„Nach dem gemeinsamen Anfänger- und Fortgeschrittenenkurs kennen sich die Paare und fühlen sich in der vertrauten Gruppe wohl. So sind schon viele Freundschaften entstanden“, sagt Sabrina Schuh, die mit 21 Jahren nach einer abgeschlossenen Ausbildung zur Tanzlehrerin ihre erste Schule in Berlin übernahm. „Tanzen ist meine Leidenschaft und ich denke, nur so kann man sein Wissen auch vermitteln“, sagt die Falkenseerin, die gemeinsam mit Mann Christian 2013 die Tanzschule in Falkensee eröffnete.

Hochzeitsshows total angesagt

Heute tanzen rund 900 Leute aus dem ganzen Havelland und Spandau bei den Schuhs. „Wir informieren uns über die neusten Trends, sind auf Messen unterwegs und erweitern ständig unser Angebot“, so Christian Schuh. Derzeit sind neben den Gesellschaftstanzkursen, für die es in der Falkenseer Tanzschule bereits Wartelisten gibt, Hochzeitsshows total angesagt. Gemeinsam mit Brautpaar und Hochzeitsgästen wird eine Choreographie zur eigenen Musik erarbeitet, die dann auf der Hochzeit vorgeführt wird.

Auch Zumba gehört seit Jahren zum festen Kursprogramm und wird vor allem von Frauen gut besucht. „Wir haben alleine 400 Zumba-Leute. Von ganz jung bis ganz alt, vom Kindertanz, über Videoclip-Dancing, bis hin zum Aktiv-Workshop für alle über 55 ist aber für jedes Alter etwas dabei“, sagt Christian Schuh, der seine Frau – wie sollte es auch anders sein – beim Tanzen kennengelernt hat. „Ich war ihr Schüler. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber schließlich konnte ich sie doch von mir überzeugen“, erinnert sich Christian Schuh, der damals ohne Partnerin in das Berliner Tanzstudio stolperte.

Kontrolle abgeben

Auch Oliver Ruch aus Vehlefanz kam Ende letzen Jahres ohne Partnerin in die Falkenseer Tanzschule. In Viola Rühl, die bereits Anfang der 1990er Jahre den Standarttanz für sich entdeckte, hat er eine erfahrene Tanzpartnerin gefunden. „Ich mache das schon so lange und kenne Sabrina seit Jahren. Ich helfe gerne aus und vergesse so selber nichts“, lacht Rühl. „Das Tanzen ist für mich ein toller Ausgleich geworden, ich kann es jedem empfehlen. Wenn es anfangs nicht gleich klappt, muss man sich durchbeißen und dranbleiben“, so Oliver Ruch. „Viele Frauen haben ein Problem damit sich führen zu lassen und die Kontrolle abzugeben.

Für viele Paare ist das zu Beginn eines Tanzkurses problematisch“, plaudert der 51-Jährige aus dem Nähkästchen und blickt amüsiert zu seiner Tanzpartnerin. „Ja, auch ich hatte damit große Probleme und musste sehr an mir arbeiten. Jetzt klappt es aber eigentlich ganz gut, oder?“, fragt Viola Rühl. Eine Antwort bleibt ihr Oliver Ruch schuldig, denn schon nehmen die Paare wieder Haltung an und tanzen in ihr Wochenende.

Von Laura Sander

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