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Havelland In Friesack hilft ein Kaufmannsladen
Lokales Havelland In Friesack hilft ein Kaufmannsladen
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00:30 07.11.2015
Tina Beyer im Unterricht in der Wusterhausener Schule. Quelle: André Reichel
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Friesack

„Hazir hat wohl am schnellsten deutsch gelernt. Der Junge hat einen unglaublichern Ehrgeiz“, sagt Lehrerin Tina Beyer. Der kleine Hazir geht in die 6. Klasse in der Friesascker Kooperationsschule, seine Schwester Mina in die 9. Klasse. Die Familie kam aus Serbien nach Deutschland und landete schließlich in Friesack. Bis über den Asylantrag entschieden ist, besuchen die beiden Kinder die örtliche Schule, wie weitere 27 ausländische Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters, weiß die amtierende Schulleiterin Heike Hoffmann.

Um mit diesen Schülern klar zu kommen, ihnen das Eingewöhnen in einem fremden Land zu erleichtern, arbeitet an der Koop-Schule, die vom Landkreis Havelland betrieben wird, eine zusätzliche Deutsch-Lehrerin. Tina Beyer aus Wutzetz ist vom Staatlichen Schulamt eingestellt worden (zunächst befristet bis zum Schuljahresende). Ihr zur Seite steht in Friesack mit Heidrun Liniek eine Lehrerin, die seit Jahren dort tätig ist. „Wir arbeiten im Team und kümmern uns um die insgesamt vier Gruppen mit Flüchtlingskindern“, sagt Tina Beyer. Dabei gibt es jahrgangsübergreifende Vorbereitungsklassen, in denen den Kindern deutsch beigebracht wird. „Wer das dann einigermaßen beherrscht, kommt in eine ‚normale‘ Klasse“, sagt Tina Beyer.

Dass die Wutzetzerin wieder als Lehrerin fungiert, verdankt sie dem Umstand, dass sie an der Koop-Schule zuvor eine Floristik-Berufsvorbereitung für die 7. Klassen sowie einen Theaterkurs „Darstellendes Spiel“ für die 10. Klassen geleitet hat. „Damit hatte ich den Fuß in der Tür“, sagt sie rückblickend.

Zwölf Wochenstunden deutsch unterrichtet sie in Friesack, zehn weitere Stunden an der Wusterhausener Grundschule im Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin. Ihre Schüler kommen vor allem aus Syrien, Afghanistan. Serbien, Tschetschenien, dem Irak und sogar aus Russland. Trotz dieser vielen unterschiedlichen Länder gebe es in der Schule keine Probleme. Alles laufe harmonisch ab. Es sind ausreichend Arbeitsmaterialien wie Hefte und Bücher vorhanden. Tina Beyer hat außerdem viele Dinge von Zuhause von ihren eigenen Kindern mitgebracht: Darunter Spielzeug und ein Kaufmannsladen, mit dessen Hilfe sie den Kindern die Farben, Wochentage, Zahlen und natürlich das Alphabet beibringt. „All die vielen Gegenstände helfen den Kindern, die passenden Begriffe und Bezeichnungen im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen“, so Tina Beyer. Mit selbst gemalten sogenannten Wimmelbildern, auf denen viele Tiere zu sehen sind, erklärt die engagierte Lehrerin den Kindern, die dabei viel Spaß haben, spielerisch das Zählen und Tierbegriffe. Schüler, die noch ganz am Anfang stehen und kein einziges Wort Deutsch können, bringt Tina Beyer, die über das Havelland hinaus als Märchenerzählerin bekannt ist, mit Handpuppen erste Grundlagen bei. „Was den Flüchtlingskindern aber auf jeden Fall fehlt, ist Schlaf.“ Ruhe zu finden, sei in den Massenunterkünften nur schwer möglich.

Leider ist sowohl in den Schulen in Wusterhausen als auch in Friesack die Fluktuation unter den Flüchtlingen groß. Neue Familien kommen hinzu, andere werden abgeschoben oder ziehen weg. Erst kurz vor den Herbstferien wurde in Friesack wieder eine neue Vorbereitungsgruppe gebildet. Trotz dieser Umstände freut sich Tina Beyer jeden Tag auf die Zeit in der Schule: „Diese Arbeit ist für mich ein Geschenk und für die Kinder eine Bereicherung.“

Von Jens Wegener

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