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In Premnitz verschwinden Katzen spurlos

Sorgen in der Sparte „Gute Hoffnung“ In Premnitz verschwinden Katzen spurlos

Immer mehr Mitglieder der Premnitzer Kleingartensparte „Gute Hoffnung“ machen sich Sorgen. Seit Mitte Oktober sind dort mittlerweile 19 Katzen verschwunden. Nur eines der Tiere ist bislang tot gefunden worden. Auf Anraten des Tierschutzvereins Rathenow hat eine Frau der Gartensparte jetzt bei der Polizei Anzeige erstattet.

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Uwe Behlke, Marco Fricke, Heidi Schneider und Christel Kümpfel (von links) vermissen Katzen. Hinten rechts Kater „Otto“, der zu Menschen immer Abstand hält.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Überall in der Premnitzer Kleingartensparte „Gute Hoffnung“ wird derzeit nach Katzen gesucht, denn seit Mitte Oktober sind dort 19 verschwunden. Seit einigen Jahren ist es üblich, dass verschiedene Vereinsmitglieder dort frei herumlaufende herrenlose Tiere füttern. In manchen Fällen sind engere Beziehungen entstanden. Auch im Winter fahren die Kleingärtner zu ihren Parzellen, um den Katzen Futter zu bringen. Doch immer weniger von diesen kommen zu den bekannten Plätzen, um zu fressen.

Der erste bislang bekannt gewordene Fall sei ihr „Mäxchen“ gewesen, erzählt Heidi Schneider. Sonst war er immer da, am 6. Oktober aber plötzlich weg. Nur sein Bruder, wegen der großen Ähnlichkeit von ihr auch „Mäxchen“ genannt, kam zum Fressen noch herbei. Es könne schon mal vorkommen, dass eine einzelne herrenlose Katzen verschwindet, fand Heidi Schneider. Als dann aber am 1. November auch ihr „Mäxchen 2“ nicht mehr auffindbar war, fing sie an, sich Gedanken zu machen. Sie fragte in der Gartennachbarschaft herum und stellte fest: In der nahen Umgebung waren drei weitere Katzen verschwunden. Mitte November erfuhr sie dann, dass ein Muttertier mit zwei Babys nicht mehr aufzufinden war.

Anfang Dezember hat Heidi Schneider beim Tierschutzverein Rathenow und Umgebung um Rat gefragt und auf Hinweis der Vereinsvorsitzenden Jutta Schütze überall in der Sparte Aushänge gemacht. Nie gab es Spuren, Hinweise immer Fehlanzeige. Am 15. Dezember ist dann die erste und bislang einzige vermisste Katze gefunden worden – tot. „Schnurri“ lag in einem verlassenen Garten, von Gewalteinwirkung war an ihrem Körper nichts zu sehen. Vielleicht vergiftet? „Es sah aus, als hätte sie jemand dort abgelegt“, vermutet ein Mann. Bis zum heutigen Tage sind im Bereich der Gartensparte 19 Katzen verschwunden. Sie galten durchweg als herrenlos, sind aber annähernd alle im Laufe dieses Jahres vom Tierschutzverein gefangen, kastriert und an gleicher Stelle wieder ausgesetzt worden. So ist in diesen Fällen das übliche Verfahren. Heidi Schneider war am gestrigen Dienstag bei der Polizei und hat eine Anzeige gegen Unbekannt gemacht.

Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes

In Paragraf 17 des Bundestierschutzgesetzes sind die Tatbestände geregelt, die gemeinhin als „Tierquälerei“ bezeichnet werden.

Mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe wird demnach bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder ihm aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.

Zeugen, die etwas im Zusammenhang mit den geschilderten Ereignissen beobachtet haben, können sich an jede Polizeidienstelle oder auch den Tierschutzverein Rathenow wenden unter 03385/ 510 494.

Als Belohnung für sachdienliche Hinweise sind bislang 170 Euro ausgesetzt.

„Wenn 19 Katzen in so kurzer Zeit verschwinden“, sagt Jutta Schütze vom Tierschutzverein Rathenow und Umgebung, „kann das nichts Gutes bedeuten.“ Zum Winter hätten die Tiere dickeres Fell, vielleicht würden sie deshalb gefangen? Ein Katzenhasser sei eher nur in Einzelfällen zu vermuten. Jutta Schütze berichtet davon, dass im Dezember auch in Rathenow sechs Katzen verschwunden sind. Sie habe davon gehört, dass es in Ferchesar ebenfalls einen Fall gab. In den neunziger Jahren, so erinnert sich Jutta Schütze, seien in der Region auch einmal sehr viele Katzen verschwunden. Zeugen hätten von zwei jungen Männern mit einem Kastenauto berichtet. Als dann eine Frau das Kennzeichen des Fahrzeugs notiert und der Polizei mitgeteilt habe, hätten die Vorkommnisse aufgehört.

Heidi Schneider aus Premnitz hat das feste Ziel, die Verantwortlichen dingfest zu machen. Mehrere Katzenfreunde haben schon Geld zusammen gelegt, so dass bislang eine Belohnung von 170 Euro zur Verfügung steht für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung führen. „Wir vermissen die Katzen und sind unheimlich wütend“, betont sie, „wir werden erst Ruhe geben, wenn der oder die Täter gefasst und bestraft worden sind.“

Von Bernd Geske

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