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In Seifenkisten den Bäckerberg hinunter

Schönwalde-Glien In Seifenkisten den Bäckerberg hinunter

Rund 2500 Menschen lockte das 8. Schönwalder Seifenkistenrennen am Sonnabend an die Rennstrecke im Germanenweg. Schon beim Testlauf säumen zahlreiche Besucher die Strecke, darunter viele ältere Gäste, für die der Rennsport oft mit viel Nostalgie verbunden ist.

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Badewanne und Fisch treten in der Funklasse an, in der Fahrzeuge keine scharfen Kanten und mindestens drei Räder haben müssen.

Quelle: Ulrike Gawande

Schönwalde-Glien. „Dabei sein ist alles.“ So lautet das Motto der Jugendlichen von der Freiwilligen Feuerwehr aus Schönwalde bei Vroom!!, dem 8. Schönwalder Seifenkistenrennen. Das Rennen lockte am Sonnabend bei Sonnenschein mehr als 2500 Menschen an die Rennstrecke im Germanenweg.

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Bereits zum 8. Mal fand Vroom!, das Seifenkistenrennen in Schönwalde statt. 47 Starter gingen in drei Rennkategorien an den Start. Mit rund 30 Stundenkilometern ging es den Bäckerberg hinunter.

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Mit Feuerwehrhorn und Hupen feuert Dominik Seibt (18) zusammen mit Feuerwehrkameraden seinen kleinen Bruder Moritz (10) an, der als Leihfahrer in der Juniorklasse startet. Zwei weitere Jungfeuerwehrleute sitzen zudem in den Seifenkisten, die direkt für das Feuerwehrteam fahren. „Eine Seifenkiste haben Eltern gebaut und die andere wir“, erklärt Dominik Seibt stolz. „Wir haben sie rot lackiert und mit Strahlrohr, Beleuchtung und Martinshorn ausgestattet.“ So ist nie zu überhören, wenn die Feuerwehrkisten den 44 Meter hohen Bäckerberg, als höchster Punkt der Gemeinde gerne auch als Mount Everest Schönwaldes bezeichnet, herunterfahren.

Ganze Häuser sausten den Bäckerberg hinunter

Ganze Häuser sausten den Bäckerberg hinunter.

Quelle: Ulrike Gawande

Schon beim Testlauf säumen zahlreiche Besucher die Strecke, darunter viele ältere Gäste. Ist doch für sie ein Seifenkistenrennen oft mit viel Nostalgie verbunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg schwappte die Seifenkistenwelle aus den USA über den Atlantik. Dort hatte 1933 das erste große Rennen stattgefunden. „Von 1951 bis 1971 engagierte sich Opel/ General Motors für den Seifenkistensport in Deutschland. Stellte Räder und Achsen“, erklärt Jürgen Sucksdorff (76), Präsident des Deutschen Seifenkisten Derbys. „So bestand Chancengleichheit.“ Lockten doch damals die Fahrer eine Amerikareise zur Weltmeisterschaft und Ausbildungsbeihilfen als Gewinn. In Berlin wurde auf Mehringdamm oder Kaiserdamm gefahren. Doch nach dem Rückzug von Opel schlief die Szene ein. Zwar gibt es bis heute Seifenkistenrennen, doch die Anzahl der Fahrer ist deutlich zurückgegangen. Waren es früher 350, sind es in Schönwalde nun 47, darunter auch Starter aus Berlin und Wolfsburg. Ein gute Zahl also für die engagierten Schönwalder Veranstalter, bei denen die Sicherheit der jungen Fahrer absolute Priorität hat.

Heute kostet eine Seifenkiste ab 1000 Euro aufwärts. Dieter Henning (63) aus Berlin, der in seinem Leben über 30 Seifenkisten aus Holz und GFK, einem Werkstoff aus dem Bootsbau, gebaut hat, verrät dass für die Seifenkisten der Seniorklasse noch deutlich mehr Geld ausgegeben wird, was viele Interessierte abschrecken würde.

Entschlossene Blicke kurz vor dem Start

Entschlossene Blicke kurz vor dem Start.

Quelle: Ulrike Gawande

Darum nennt das Vroom!!-Team Havelland, Organisator des Rennens, mittlerweile rund 25 Seifenkisten sein eigen. „So können wir Kindern aus Schönwalde und Umgebung ermöglichen, als Fahrer am Rennen teilzunehmen.“ Bernd Mahnke macht als Vereinsvorsitzender deutlich, dass es vor allem darum geht, Kindern Spaß an diesem Sport zu vermitteln. Zur Renovierung und Aufbereitung der Kisten konnte er Sponsoren gewinnen. „Das war die ideale Idee. Das Rennen ist ein voller Erfolg.“

Gestartet wird in der Juniorklasse (bis 12 Jahre), bei den Senioren (bis 18 Jahre) und in der Fun-Klasse, bei der die originellsten Seifenkisten mit gleichmäßigen Fahrzeiten bewertet werden. So fahren auch Betten, ein Haus mit Garten und eine Badewanne den Berg hinunter. Für die 11-jährige Chayenne Henning-Knabe ist das keine Option, sie startet bei den Senioren liegend, als Seifenkistenfahrerin in dritter Generation. Opa und Seifenkistenbauer Dieter Henning ist sehr stolz auf seine Enkeltochter.

Von Ulrike Gawande

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