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In Zollchow wollen die Menschen mitreden

Milower Land In Zollchow wollen die Menschen mitreden

Ortsbeiratssitzungen sind für gewöhnlich recht unspektakuläre Angelegenheiten. Steht nicht gerade ein Aufregerthema auf der Tagesordnung, verirren sich eher selten interessierte Bürger zu den öffentlichen Veranstaltungen. Anders ist das in Zollchow. 70 Teilnehmer sind in dem kleinen Örtchen keine Ausnahme, das Engagement ist groß.

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Ortsvorsteher Wolfgang Gräfe erklärt den Zollchowern die Pläne für die Umgestaltung des Friedhofs.

Quelle: Christin Schmidt

Zollchow. Ortsbeiratssitzungen sind für gewöhnlich recht unspektakuläre Angelegenheiten. Steht nicht gerade ein Aufregerthema auf der Tagesordnung, verirren sich eher selten interessierte Bürger zu den öffentlichen Veranstaltungen. Anders ist das in Zollchow. Die beiden gewählten Vertreter der 260 Seelen Gemeinde – Wolfgang Gräfe und Michael Böhm (beide CDU) – sitzen nie allein im Gemeindezentrum.

Im Gegenteil, es kommt sogar vor, dass die Stühle gar nicht ausreichen. 70 Teilnehmer sind keine Ausnahme, sondern die Regel, sagt Ortsvorsteher Gräfe. Seit mehr als 20 Jahren ist er Vorsitzender der Gemeindevertretung Milower Land, zu der Zollchow mit seinen beiden Gemeindeteilen Galm und Grille gehört. Gräfe ist ein Volksvertreter, der sein Ehrenamt sehr ernst nimmt. „Wenn man die Menschen erreichen will, muss man ihnen etwas bieten“, sagt er.

„Jeder hat zu jeder Zeit Rederecht“

Etwas bieten heißt zum Beispiel, dass in Zollchow jeder Haushalt eine Einladung zur Ortsbeiratssitzung bekommt. Die Veröffentlichung am Schwarzen Brett und in der Zeitung reichen seiner Meinung nach nicht aus. Zudem bemüht sich der Ortsvorsteher, die einzelnen Tagesordnungspunkte nicht nur aufzulisten. Er ermuntert die Menschen, sich Gedanken zu machen und mit Ideen zu den verschiedenen Themen einzubringen. Egal ob es um die Erneuerung der Straßenbeleuchtung, den geplanten Windpark bei Großwudicke oder um die Neugestaltung des Friedhofs geht. In Zollchow wollen die Bürger mitreden, weil Wolfgang Gräfe sie dazu animiert.

„Jeder hat zu jeder Zeit Rederecht, machen Sie davon gebrauch“ ermunterte Gräfe die Zollchower auch am Freitag wieder. Ausnahmsweise waren „nur“ 40 Gäste gekommen – 13 hatten sich zuvor bei Gräfe abgemeldet, zudem geht gerade die Grippe um. Vertreter der drei wichtigesten Säulen des Ortes – Ortsbeirat, Feuerwehr und Zollchower Landverein – waren aber dabei.

Gräfe ruft zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf

Während Gräfe ausführlich über Aktuelles im Dorf berichtete, führte seine Frau Protokoll: Die Ursache für die defekte Straßenlampe auf dem Galm wurde gefunden, jemand muss gegen den Verteilerkasten gefahren sein, ohne den Schaden zu melden; die Umrüstung der Straßenbeleuchtung erfolgt 2018; Holger Schiebold ist dabei die Ortschronik zu digitalisieren, wer diese mit Informationen ergänzen möchte, kann sich gern melden. Zudem hat die Gemeinde einen Fördermittelantrag zum Ausbau des Weges vom Galm über den „weißen Stein“ Richtung Sachsen-Anhalt gestellt.

Strengere Worte findet Gräfe zum Thema Parkplatzprobleme vor dem Wohnblock: „Lassen Sie Vorsicht walten und denken Sie an das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme, dann sollte es dort auch keine Probleme mehr geben.“

Ein Flohmarkt soll Besucher ins Dorf locken

Die Sitzung nutzt auch Ines Neidt, Koordinatorin des Modellprojekts zur Senkung der Pflegeprävalenz, um sich bei den Zollchowern bekannt zu machen. Ihr Ziel ist es, die Quote pflegebedürftiger Menschen langfristig zu senken. Michael Burdach, Ortswehrführer der Zollchower Feuerwehr, spricht über aktuelle Themen der Kameraden, die mit Nachwuchssorgen zu kämpfen haben. Und Kathleen Zander bringt eine Idee vor, die den Veranstaltungskalender des Dorfes bereichern könnte: Ein Flohmarkt, den man mit einem kleinen Straßenfest verbinden könnte. Bei den Gästen kommt der Vorschlag gut an. „Mit so einer Veranstaltung könnten wir die Gemeinschaft stärken, Neuzugezogene integrieren und zugleich Besucher nach Zollchow locken“, so die junge Frau. Sie will sich nun um die Planung kümmern.

Zum Schluss stellte Wolfgang Gräfe ausführlich seine Ideen zur Umgestaltung des Friedhofs vor. Er erläuterte die Vorhaben der insgesamt drei Bauabschnitte und beantwortete die Frage der Anwesenden. Am 8. April soll es einen Arbeitseinsatz auf dem Friedhof geben und Gräfe ist sich sicher, dass auch dann wieder viele Zollchower dabei sind.

Nach gut zwei Stunden klappte Gräfe seine Ordner zu und ging zum gemütlichen Teil des Abends über. Den verbrachten die Zollchower wie üblich in geselliger Runde mit einem Imbiss, Bier und lockeren Gesprächen.

Von Christin Schmidt

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