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Havelland In der Altstadt lebt es sich nun sicherer
Lokales Havelland In der Altstadt lebt es sich nun sicherer
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18:55 06.10.2016
Wasser marsch: Zur offiziellen Inbetriebnahme demonstrierte die Feuerwehr, dass die „Zapfstelle“ bestens funktioniert. Quelle: Andreas Kaatz
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Friesack

Viel zu sehen ist von der neuen Löschwasserentnahmestelle am Rhin nicht – nur eine gepflasterte Fläche, ein Saugstutzen, ein Lüftungsrohr. Trotzdem stecken dort 75  000 Euro im Boden. Mit der neuen Anlage soll es künftig besser möglich sein, ein Feuer in der Altstadt in einem Radius von 300 Meter schnell zu löschen.

„Manche Einwohner sind der Meinung, dass es Quatsch ist, dafür so viel Geld auszugeben, aber das ist kein Quatsch“, sagte Bürgermeister Klaus Gottschalk zur Inbetriebnahme an der Rhinstraße. Er erinnerte an das verheerende Feuer im Mai in der Brandenburger Altstadt, als vier Fachwerkhäuser völlig abgebrannt sind. Dort hätten die Feuerwehren es erst mit Trinkwasserbrunnen versucht, bevor eine Schlauchstrecke zur Havel gelegt wurde. „Da war es für die historischen Häuser schon zu spät“, sagt der Bürgermeister.

Genau dieses Schicksal soll der Friesacker Altstadt, in der sich ebenfalls viele Fachwerkhäuser befinden, die bei einem Brand stark gefährdet wären, erspart bleiben. Die Chancen stehen dafür jetzt recht gut. Rund 120 Kubikmeter Wasser können dem Flüsschen pro Stunde entnommen werden. Im Ernstfall fährt das Feuerwehrfahrzeug auf die Plattform, die Pumpe wird angeschlossen, um dann das rettende Nass über Schläuche zum Brandherd zu fördern.

Amtsdirektor Christian Pust (r.) begrüßte den Bau der ersten Löschwasserentnahmestelle im Amtsbereich. Quelle: Andreas Kaatz

Amtsdirektor Christian Pust begrüßte den Bau der ersten Entnahmestelle im Amtsbereich: „Die Feuerwehr hat einen hohen Stellenwert und den wird sie auch weiterhin haben.“ Schon seit Längerem sei geplant gewesen, den Brandschutz in der Altstadt zu verbessern, denn gerade im zentralen Bereich bestand eine große Lücke. Zwar gibt es einen Brunnen in der Charlottenstraße. „Doch der hatte gerade einmal fünf Monate im Jahr Wasser“, so Pust. Von Jahr zu Jahr wurde es zudem immer weniger. Zwar existieren auch Trinkwasserbrunnen, aber die reichen nicht aus. Deshalb fiel die Wahl auf den kleinen Hauptkanal, der durch den Ort fließt. „Der Bach ist eine unerschöpfliche Quelle“, meint der Amtsdirektor, der darauf hinwies, dass man auch in anderen Orten die Löschwasserversorgung verbessern will. „Aber das geht nur Schritt für Schritt, wir wollen ja auch noch das eine oder andere Feuerwehrauto kaufen.“ Für weitere Entnahmestellen gäbe es aber auch nur noch wenige geeignete Stellen, etwa am Bäckerteich in Retzow.

Um die Entnahmestelle zu bauen, musste viel Erde bewegt werden. Der Schacht ist 4,50 Meter tief, mit einem großen Kran wurde das 20 Tonnen schwere Bauteil an seine Stelle bugsiert. Zuvor waren Spundwände eingelassen worden, musste der Rhin in Höhe der Baustelle zeitweise in ein Rohr gezwängt werden. Der Einlass für den Schacht befindet sich nahe der Sohle des Baches. „Deshalb ist davon auszugehen, dass die Entnahmestelle ganzjährig nutzbar ist“, sagt Vize-Amtswehrführer Stefan Scharschmidt. Sei es doch wenig wahrscheinlich, dass der Bach im Winter komplett zufriert.

Probleme sehe er hinsichtlich der Löschwasserversorgung in Friesack vor allem noch in den Wohnvierteln im Bereich Pirschheide/Rennbahn. Dort gäbe es gar keine Brunnen, nur das Trinkwassernetz.

Von Andreas Kaatz

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