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Informationsabend zum Asylbewerberheim

Vertreter des Landkreises stellen Pläne für Unterbringung in Premnitz vor Informationsabend zum Asylbewerberheim

Der Landkreis plant, die ehemalige Förderschule an der Alten Waldstraße in Premnitz zur Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber mit 90 Plätzen umzubauen (MAZ berichtete). Um alle Interessierten detailliert über das Vorhaben zu informieren, hat der Kreis für Donnerstag, 19 Uhr, in die Aula der Oberschule am Mühlenweg eingeladen.

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Die ehemalige Förderschule in Premnitz wird ein Asylbewerberheim.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Die Einwohner der Stadt waren überrascht worden, als sie am 22. August durch diese Zeitung vom Projekt des Landkreises erfuhren: Nur vier Tage später sollte der entsprechende Beschluss im Kreisausschuss gefasst werden, eine offizielle Mitteilung hatte es damals nicht gegeben. Der Landrat hatte die Stadt zwar mit einem Brief vom 1. Juli informiert, aber um Wahrung der Vertraulichkeit gebeten. Nach nichtöffentlicher Beratung in der Stadtverordnetenversammlung am 31.Juli antwortete der Bürgermeister, dass der Standort "sehr kritisch" gesehen wird. Ein Wohngebiet befinde sich in unmittelbarer Nachbarschaft, das Konfliktpotenzial liege auf der Hand. Die Stadt Premnitz schlug zwei andere Objekte im Stadtgebiet vor, von denen der Landkreis aber keines favorisierte.

Mittlerweile haben viele Verantwortliche der Stadt den Standort akzeptiert. Auf der Tagung am 19. September gaben die Fraktionen von CDU, Linken und SPD eine entsprechende gemeinsame Erklärung ab. Die Wählergemeinschaft Döberitz-Mögelin-Premnitz (DMP) blieb aber bei einer ablehnenden Haltung und trug vor, der Landkreis habe das Objekt nur gewählt, weil es die "einfachste und billigste Lösung" sei.

Viel größere Aufmerksamkeit wurde dem Projekt plötzlich zuteil, nachdem es in der Nacht zum 18. September einen Brandanschlag auf das künftige Asylbewerberheim gegeben hatte. Bislang unbekannte Täter hatten gegen 1 Uhr zur Abfuhr bereit gelegte gelbe Säcke von benachbarten Wohnhäusern vor die Eingangstür des Gebäudes gelegt und angezündet. Weil das Feuer früh entdeckt wurde, konnte die Premnitzer Feuerwehr einen größeren Brand verhindern. Lediglich die Tür wurde stärker beschädigt. Innenminister Ralf Holzschuher kam einen Tag nach dem Brandanschlag nach Premnitz und lud viele Medienvertreter ein, um zu verkünden, dass Angriffen auf Asylbewerberheime mit "null Toleranz" entgegen getreten werden soll. Für das Objekt wurde Polizeischutz angekündigt. Wie sich etwas später herausstellte, hatte der Landkreis nun eine Sicherheitsfirma damit beauftragt, das Gebäude rund um die Uhr zu bewachen.

Klar geworden ist mittlerweile auch, dass der Landkreis in Bezug auf die Flüchtlingsproblematik unter großem Druck steht, weil er allein bis zum Jahresende laut Zuweisung des Landes noch 138 Asylbewerber aufnehmen muss. Wo sie untergebracht werden sollen, darauf hat der Kreis bisher nicht konkret geantwortet. Der Umbau der Förderschule in Premnitz soll im zweiten Quartal 2014 abgeschlossen sein. Das Asylbewerheim am Birkenweg in Rathenow ist mit 165 Personen voll belegt. Neben dem Heim will der Kreis weitere Unterkünfte für 100, oder vielleicht sogar 200 Asylbewerber errichten. Doch die Stadt Rathenow hat die Aufstellung des dafür erforderlichen Bebauungsplans von der Tagesordnung genommen, weil der Beschluss im Bauausschuss bei Stimmengleichheit abgelehnt worden ist.

Man kann davon ausgehen, dass beim Info-Abend am Donnerstag vor allem das Betreiberkonzept und das Sicherheitskonzept des Kreises für das neue Asylbewerberheim in Premnitz im Mittelpunkt stehen werden.

Von Bernd Geske

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