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Havelland Initiative will Flughafen Tegel erhalten
Lokales Havelland Initiative will Flughafen Tegel erhalten
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06:35 08.04.2016
13 764 Flugbewegungen wurden im Februar 2016 auf dem Flughafen Tegel verzeichnet. Quelle: dpa
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Falkensee/Dallgow-Döberitz

Hans-Ulrich Voß und Ehefrau Petra ärgern sich zunehmend über den Fluglärm durch startende und landende Flugzeuge von und nach Tegel. Das Ehepaar besitz ein Haus in Falkensee und trotz moderner Dreifachverglasung seien die Flugzeuge ständig zu hören. „Vor allem am Abend von 21 Uhr bis Mitternacht fliegen sie fast immer direkt über Falkensee“, sagt Petra Voß.

30 000 Berliner haben bereits unterzeichnet

Ein in Berlin auf den Weg gebrachtes Volksbegehren fordert nun, Tegel auch nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER weiter zu betreiben. „Berlin braucht Tegel“, so der Name der Initiative, hat in der ersten Phase rund 30 000 Unterschriften sammeln können. 20 000 waren nötig. Laut Initiative spreche vor allem der zu klein geplante BER und eine bessere Verteilung des Zubringerverkehrs für den Parallelbetrieb beider Flughäfen.

Meinungen zu Tegel sind gespalten

Die Forderung, den Flughafen Tegel nicht zu schließen, können Petra und Hans-Ulrich Voß nicht verstehen. „Zwei große Flughäfen würde bedeuten, dass weiter zwei Regionen stark vom Fluglärm betroffen sein werden“, sagt Petra Voß. Auch Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) sieht die Forderungen skeptisch. Grundsätzlich gelte erst einmal die Planfeststellung, in der beschlossen wurde, dass Tegel spätestens sechs Monate nach Eröffnung des BER geschlossen werden muss. Sonst dürfe der neue Hauptstadtflughafen gar nicht in Betrieb gehen. Die Meinungen in Falkensee seien aber geteilt, so Müller. „Die einen ärgern sich über den Fluglärm, die anderen schätzen die Nähe zum Flughafen“, sagt er.

Tegel ist als Abflugsort beliebt

Diese Erfahrung macht auch Regina Haeger vom Reisebüro Falkenhöh. „Wenn ich die Kunden frage, von welchem Flughafen sie abfliegen möchten, wird immer zuerst Tegel genannt“, sagt sie. Die Nähe zum Flughafen sei der ausschlaggebende Punkt. Auch der Kreisvorsitzende der Grünen Frank Voßnacker sei beruflich viel mit dem Flugzeug unterwegs, sagt er. Dennoch sei er aus Lärmschutzgründen nicht für den Erhalt des Flughafen Tegel.

Zahlen und Fakten

175 000 Unterstützer benötigt das Volksbegehren „Berlin braucht Tegel“ in der zweiten Phase, die schon im September starten könnte. Die dritte Etappe wäre ein Volksentscheid, den dann allerdings mehr als 610 000 Berliner unterstützen müssten.

13 764 Flugzeugbewegungen wurden im Februar 2016 auf dem Flughafen Tegel verzeichnet. Das sind 7,9 Prozent mehr als noch im Jahr davor.

Im Jahr 2018 soll der neue Hauptstadtflughafen BER nun eröffnet werden. Ob dieser Termin gehalten werden kann, ist jedoch fraglich.

Neben Falkensee ist auch Dallgow-Döberitz stark von den abfliegenden und landenden Flugzeugen betroffen. Im April 2013 sammelte eine mobile Messstation konkrete Daten zum Fluglärm in Dallgow (MAZ berichtete). In Spitzen lag die Lärmbelastung bei 70 Dezibel. Das entspricht in etwa der Lautstärke eines Rasenmähers. Das merkt auch Sandra Goldmann aus Dallgow. „Wir haben unser Haus neu gebaut und eigentlich gut isoliert, trotzdem hört man die Flugzeuge“, sagt sie. So wie sie, hätten viele in der Region gebaut, weil sie davon ausgegangen sind, dass Tegel geschlossen wird.

Ob die kurzen Wege zum Flughafen Tegel für viele Havelländer überhaupt so entscheidend sind bezweifelt indes Petra Voß. „Man muss einfach mal logisch nachdenken und überlegen, wie oft man im Jahr mit einem Flugzeug fliegt“, sagt sie. Zwar müsse man dann ein paar Minuten länger zum Flughafen fahren, sagt sie, hätte dafür aber wenigsten zu Hause endlich ein bisschen Ruhe.

Von Danilo Hafer

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