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Havelland Die Havelländer sind Optimisten
Lokales Havelland Die Havelländer sind Optimisten
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12:04 21.09.2018
In lockerer Atmosphäre machten sich Bürger wie hier in Strodehne gemeinsam Gedanken über die Zukunft ihrer Region. Quelle: Innovationsbündnis Havelland
Havelland

Die Havelländer lieben ihre Region, sie leben gern hier und schauen größten Teils optimistisch in die Zukunft – das ist eine Ergebnis der Schiffstour des Innovationsbündnisses Havelland. Diese führte vom 26. August bis zum 12. September mit dem MS John Franklin durch die Region und machte Halt in sechs Orten.

Sabine Kosakow-Kutscher, Demografiereferentin des Landkreises Havelland, Tobias Hipp von der Geschäftsleitung der Helga Breuninger Stiftung und der feiere Berater Josef Wienen moderierten die Gespräche auf dem Schiff unter freiem Himmel, zu denen jeweils bis zu 50 Bürger kamen.

Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, was macht das Havelland lebenswert und welcher Innovationen bedarf es, um die Region auch künftig attraktiv zu gestalten?

„Innovation braucht Mut zum Risiko“ – mit diesem Spruch warben die Organisatoren für das Innovationsbündnis Havelland und das Engagement für die Region. Quelle: Innovationsbündnis Havelland

Das Auftaktgespräch fand im Rahmen des Uferfests in Premnitz statt. Hier bewegte die Menschen besonders die Zukunftsgestaltung ihrer Stadt. „In Premnitz ist man noch immer im Aufbruch.

Die Menschen sehen es als Chance, dass große Teile der Chemiewerke dicht gemacht wurden. Nun beschäftigt sie die Frage, wie die Zukunft aussehen soll?“, so Hipp. Konkrete Idee gab es zwar kaum, aber immerhin eine positive Stimmung.

Die herrschte auch beim Termin im Haveldorf Strodehne. Hier trafen sich auf dem Deck der MS John Franklin unterschiedlichste Menschen aus dem Ländchen Rhinow – vom 75-jährigen Urbauer bis zum zugezogenen Künstler.

Bauer, Künstler, Politiker – die unterschiedlichsten Menschen brachten sich in das Bürgergespräch auf der MS John Franklin in Strodehne ein. Quelle: Innovationsbündnis Havelland

Zahlreiche Ortsvorsteher sowie Amtsdirektor Jens Aasmann (SPD) diskutierten ebenfalls mit. Übrigens nahm die Politik die Tour überall dankbar an und beteiligte sich an allen Stationen. Fast in jedem Ort war der jeweilige Bürgermeister dabei.

In Strodehne stand der Umgang mit dem zunehmenden Tourismus im Fokus. Dabei ging es um die Frage, wie dieser zum Allgemeinwohl beitragen kann. Abhilfe könnte ein Bürgerfonds schaffen, in den jeder, der am Tourismus verdient, solidarisch einzahlt. Von den Einnahmen ließen sich Gemeinschaftsprojekte finanzieren, so ein Vorschlag.

Auch die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls im Amtsbereich beschäftigte die Gäste. Der Spaatzer Ortsvorsteher Silvio März brachte die Idee auf, ein Fest zu organisieren, das von Ort zu Ort wandert und so die Menschen zusammenbringt.

Tobias Hipp undder Vorsitzende des SPD-Ortsverbands Hartmut Rubach während des Bürgergesprächs in Rathenow. Quelle: Innovationsbündnis Havelland

Der Umgang mit der Jugend und das Zusammenleben der Generationen war das zentrale Thema in Rathenow. Im Laufe des Gesprächs am Alten Hafen wurde deutlich, dass die ältere Generation mehr mit der Jugend reden muss, statt über sie.

Außerdem fehle es an Begegnungsräumen. Die Frage, wie man junge Menschen erreicht, beschäftigt auch das Team des Innovantionsbündnisses, denn zu allen sechs Bürgergesprächen kamen nur sehr wenige Jugendliche.

Im Milower Land beschäftigten sich die Bürger auf Wunsch des Bürgermeisters Felix Menzel (SPD) mit der Entwicklung einer Bürger-App. Diese soll die Bürger informieren, einen gewissen Service bieten und dazu Möglichkeiten zur Beteiligung schaffen. „Die App wollen wir im Rahmen eines Pilotprojekts entwickeln. Anschließend soll sie für den gesamten Landkreis von Nutzen sein“, so Menzel.

Auch das Bürgergespräch am Alten Hafen in Rathenow war gut besucht. Quelle: Innovationsbündnis Havelland

Software-Entwickler und IT-Experten brachten sich beim Gespräch auf der MS John Franklin am Rittergut in Milow aktiv ein. Am Montag findet bereits ein erstes Arbeitstreffen statt, um das Projekt schnellstmöglich auf den Weg zu bringen. Auch die anderen Ideen, die während der Tour entstanden, sollen nun umgesetzt werden.

„Unser Ziel ist es, daraus Projekte zu entwickeln, von denen später die gesamte Region profitiert“, betont Sabine Kosakow-Kutscher. Tobias Hipp hält fest, dass sich die Bürger mehr solcher Dialoge wünschen. „Es gibt den Wunsch nach neutralen Plattformen, in denen wir über Alters- und Gesellschaftsgrenzen hinweg in einen Dialog kommen.“

Wie geht es jetzt weiter?

Das Innovationsbündnis hat den Anspruch, den gesamten Landkreis in den Fokus zu nehmen und Themen zu finden, die für das ganze Havelland eine Rolle spielen.

Deshalb sollen die bereits gesammelten Ideen in konkreten Projekten umgesetzten werden, die später im gesamten Havelland Schule machen.

Am 9. Oktober sind interessierte Bürger eingeladen, an der dritten Zukunftskonferenz teilzunehmen und sich mit ihren Ideen für die Region einzubringen.

Die Veranstaltung findet in der Akademie Paretz statt. Weitere Infos auf www.helga-breuninger-stiftung.de.

Von Christin Schmidt

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