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Inspiration unter Kiefern

Falkensee Inspiration unter Kiefern

Die MAZ-Serie „Zu Hause in...“ führt heute in die Falkenhagener Alpen. Das Wohngebiet im Norden von Falkensee wurde vor allem in den Zwanziger und Dreißiger Jahren geschaffen und ist heute besonders bei Menschen beliebt, die die Natur schätzen.

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Leben gern unter märkischen Kiefern: Heidemarie Hölters und Klaus Sanders.

Quelle: Marlies Schnaibel (4)

Falkensee. Die Keramiken von Anne Lehmann stehen in den Falkenseer Alpen und in den Schweizer Alpen. Bei den Eidgenossen erleben die Arbeiten der Falkenseerin nicht ihre Feuerprobe, sondern ihre Frostprobe. „Bis jetzt ist alles gut gegangen“, sagt Anne Lehmann über ihre Gartenkeramik. „Ist die frostsicher?“, ist nämlich eine Frage, die die junge Frau des Öfteren zu hören bekommt. So auch am Sonntag, als sie zum Tag des offenen Gartens eingeladen hatte.

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Impressionen Falkenhagener Alpen

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Viele neugierige und auch fachkundige Falkenseer waren gekommen, um das Grundstück zu besichtigen. Die keramischen Arbeiten sind das zweite Gesicht von Anne Lehmann, das erste ist gewissermaßen grün. Denn die ehemalige Spandauerin ist Gartenbauingenieurin. Mit der Familie zog sie 2004 nach Falkensee, ganz an den Rand, da wo die Bebauung der Stadt aufhört und die Falkenhagener Alpen als bergiges Waldstück weitergehen. „Es ist ein schöner Ort, und meistens ein ruhiger“, sagt Anne Lehnmann, bloß im Winter wenn es die Rodelfreunde in Scharen in den Wald zieht herrscht mehr Trubel. Ansonsten mal ein Reh, mal ein Wildschwein. „Und ich erhalte viel Inspiration", schwärmt Anne Lehmann, mit Ton hat sie in den Alpen schon Abdrücke von Baumrinden genommen.

Inspiration ist auch ein Argument bei Heidemarie Hölters. Die gebürtige Berlinerin wohnt mit Klaus Sanders seit 18 Jahren in den Falkenhagener Alpen, beide haben hier ein neues Haus unter alten Bäumen errichtet. Das mit den Bäumen war Heidemarie Hölters wichtig. „Irgendwie hatte ich schon immer die Vision, unter Kiefern bildhauerisch zu arbeiten“, erzählt sie, „ich mag die märkische Landschaft.“ Und so passte die hügelige, grüne Landschaft im Norden von Falkensee genau zu ihren Vorstellungen. „Manchmal ist es wie auf dem Dorf“, erzählt sie, dann weht von Westen das Klingen einer kleinen Kirchenglocke, von der anderen Seite dringt Hühnergegacker herüber.

Das mit den Hühnern passt ganz gut zu der Vergangenheit des Gebietes der Falkenhagener Alpen. Auch wenn sie kein offizieller Ortsteil von Falkensee sind, gingen sie als Flurbezeichnung für die Siedlung in Stadtpläne ein. Waldflächen, Kirchenbesitz, aber auch Felder von Bauern gab es hier, als Anfang des vergangenen Jahrhunderts die Besiedlung begann. die Zahl 1911 steht am Wohnhaus von Gerhard Treutler in der Ruppiner Straße, die im Erbauungsjahr Waldstraße und später mal Großdeutsche Straße hieß. Damals baute die Familie Wohlhaupt, der Mann war bei Siemens beschäftigt und Gemeindevertreter in Falkenhagen. Einen einheitlichen Baustil gab es damals nicht, so stehen Villen neben einfachen Bauernhäusern. Nach dem Krieg entstanden für ausgebombte Berliner einfache Häuschen, fast Baracken. So kamen auch die Eltern von Brigitte Friedenberger hierher. „Ich bin in der Reichenhaller Straße schon mein ganzes Leben“, sagt sie, „und kann mir nicht vorstellen, woanders zu wohnen.“

Ein auffälliges Gebäude steht an der Ruppiner Straße. Sanitätsrat Arnold Strassmann baute ein Mittelstands-Sanatorium, das später AEG-Erholungsheim wurde und heute Sitz des ASB-Senioren-Wohnparks ist. 126 Frauen und Männer werden hier betreut. „Das geschieht auch auf dem schönen parkähnlichen Gelände des Wohnparks“, sagt Petra Kaudner, stellvertretende Leiterin der Anlage. Die Lage des Hauses ist gut, bloß die Busverbindung ist nicht ideal, die sind auf die Schulen ausgerichtet, für Personal oder Angehörige sind sie weniger günstig. Mit den Schulen haben die Mitarbeiter und Bewohner des Hauses vor allem zu den Pausenzeiten Kontakt, es ist ein akustischer Kontakt, wenn die Geräuschkulisse wie ein Tsunami durchs Gebiet rollt. Aber auch sonst haben die Mitarbeiter des Wohnparks mit Kindern zu tun, vor allem mit der Kita „Unter den Kiefern“. Die Kinder kommen in den Wohnpark, um im La-Le-Lu-Garten den alten Menschen zu begegnen.

Es ist nicht der einzige Kindergarten in dem Gebiet. Ganz auf die Besonderheit der Falkenhagener Alpen ist der Waldkindergarten ausgerichtet. Der heißt nicht nur so, der ist auch einer. Die Kinder sind bei jedem Wetter draußen. Die Gründerin kannte das bergige Gelände aus eigener Erfahrung und hatte die Idee zu so einem Kindergarten. Die Kinder sind auf den sandigen Dünen unterwegs, spielen zwischen Kiefern, klettern auf den Scheinwerferberg, mit 50 Metern Falkensees höchste Erhebung. „Sie kennen inzwischen viele Hunde und ihre Besitzer“, erzählt die Leiterin Heike Schwarzschulz. Sie kennen natürlich auch Rehe, Hasen und jede Menge Mücken. Das wäre vielleicht ein Kritikpunkt, den man an den Falkenhagener Alpen haben könnte.

Bilder Mehr Fotos im Internet unter www.maz-online.de/alpen

Von Marlies Schnaibel

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