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Havelland Inspirationsquelle Schlosspark Nennhausen
Lokales Havelland Inspirationsquelle Schlosspark Nennhausen
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02:15 07.08.2015
Vom Licht- und Schattenspiel im Schlosspark Nennhausen war Chamisso fasziniert. Quelle: Uwe Hoffmann
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Nennhausen

Ein herrlicher Frühsommertag im Havelland. Die Bäume im Schlosspark Nennhausen stehen in voller Blätterpracht und werfen ihre Schatten auf das satte Grün. Zwischen den Ästen funkelt die Sonne, eine laues Lüftchen weht. Zwei Freunde gehen unter dem Blätterdach spazieren, plaudern über die politische Lage des Landes und beobachten dabei fasziniert das Schattenspiel im Park und fragen sich, wie es ist, wenn man seinen Schatten verliert? Die Idee zum Bestseller „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ war geboren.

Diese Szene ist natürlich ausgedacht, so ähnlich könnte sie sich aber 1813 tatsächlich zugetragen haben. „Chamisso hat Fouqué besucht und sie haben über Schlemihl gesprochen. Chamisso war fasziniert vom Schattenwurf der Bäume im Schlosspark“, erzählt Wolfgang de Bruyn. Er ist Direktor im Kleist-Museum in Frankfurt/Oder und wird am 15. August in Nennhausen zu Gast sein. Dann wird die Ausstellung „Peter Schlemihl. Die Geschichte eine Buches“ in der Orangerie des Schlosses eröffnet.

Erst Buch, dann Film und nun eine Ausstellung

In Mittelpunkt steht dabei natürlich die in über vierzig Sprachen übersetzte, weltberühmte Erzählung der Abenteuer des Peter Schlemihl von Adelbert von Chamisso. Anlass war der 200. Geburtstag des Werks, dass 1814 erstmals erschien. Herausgeber war kein geringerer als Friedrich Baron de la Motte Fouqué. Gut 150 Jahre später, 1967 wurde Chamissos Geschichte verfilmt, Götz George spielte Peter Schlemihl. Und nun, 200 Jahre später konzipierte das Kleist-Museum gemeinsam mit der Chamisso-Gesellschaft eine ganze Ausstellung, die sich der Geschichte widmet.

Vergangenes Jahr war die Schau erstmals im Kleist-Museum Frankfurt/Oder zusehen, wanderte anschließend in den Kunersdorfer Musenhof, machte zuletzt Station in der königlichen Bibliothek in Kopenhagen und kommt nun nach Nennhausen. Damit kehrt die Figur des Peter Schlemihl also an jenen Ort zurück, an dem sich Chamisso vermutlich zu seinem Werk inspirieren ließ.

Ein Dichter, Weltreisender und Naturforscher

„Es klingt etwas vermessen, aber die Ausstellung soll ein bisschen um die Welt wandern können“, sagt de Bruyn. Deshalb habe man sie in praktischen, Paravan ähnlichen Elementen erstellt. Neben der Geschichte und den zahlreichen Illustrationen wird es auch einen biografischen Abriss über das Leben des Autors geben. Adelbert von Chamisso, 1781 auf Schloss Boncourt in Frankreich geboren, kam 1792 nach Preußen. Er ist eine in der deutschen Geistesgeschichte einzigartige Gestalt: französischer Aristokrat, Emigrant und Preuße, Offizier, Literat der Berliner Romantik, Weltreisender, Naturforscher, Botaniker, Mitglied gelehrter Gesellschaften und literarischer Zirkel, vor allem aber ein Dichter, der ein Werk der Weltliteratur geschrieben hat.

Zur Eröffnung sprechen Benita von Stechow und Wolfgang de Bruyn. Anschließend lädt Margot Prust, Geschäftsführerin der Chamisso-Gesellschaft und des Fördervereins Kunersdorfer-Musenhof e.V. zu einem Vortrag über die „Frauen von Friedland“ ein. Was verbirgt sich hinter diesem Titel, wer trug ihn und welche Verbindung gibt es zu Adelbert von Chamisso?

Peter Schlemihl. Die Geschichte eines Buches

Am 15. August wird um 16 Uhr die Ausstellung „Peter Schlemihl. Die Geschichte eines Buches“ in der Orangerie des Schlosses Nennhausen eröffnet. Der Eintritt ist frei.

Anschließend ist die Ausstellung bis zum 20. September zu sehen, jeweils Sonntag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr, samstags geschlossen.

Das Ganze ist eine gemeinsame Veranstaltung von Kleist-Museum, Chamisso-Gesellschaft und Förderverein Schloss und Landschaftspark Nennhausen e.V. im Rahmen des Buga-Begleitprogramms, mit Unterstützung des Landkreises Havelland.

Mehr unter: www.kleist-museum.de

Von Christin Schmidt

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