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Integration geht durch den Magen

Schönwalder Flüchtlinge wollen kochen Integration geht durch den Magen

Nach dem Brand eines Schuppens auf dem Gelände des Schönwalder Schullandheims, das zurzeit als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt wird, gibt es noch keine Erkenntnisse zur Brandursache. Die Bewohner aus Syrien und Afghanistan lassen sich davon nicht beirren: Sie setzen auf Integration und wollen beim Weihnachtsmarkt der Gemeinde mit einem eigenen Stand vertreten sein.

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Gruppenbild mit Schönwaldern und Flüchtlingen.

Quelle: Philip Häfner

Schönwalde-Glien. Vier Tage nach dem Schuppenbrand auf dem Gelände des Schönwalder Schullandheims hat die Polizei noch keine Erkenntnisse zur Brandursache. „Das dauert noch mindestens acht Wochen, bis wir dazu etwas sagen können“, so Polizeisprecherin Jana Birnbaum. Bislang gebe es aber keine Hinweise auf Brandbeschleuniger.

Das Schullandheim wird derzeit als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt. 48 Personen leben dort, darunter auch ein erst fünf Monate altes Baby, das auf der Flucht aus Syrien nach Deutschland zur Welt gekommen war. Am Montag stattete eine Schönwalder Delegation bestehend aus Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) und Vertretern der Willkommensinitiative „Neue Nachbarn“ der Unterkunft einen Besuch ab. Gemeindevertreter Wilfried Seiring (SPD), einer der Gründer der Initiative, bekam bei dieser Gelegenheit von einem afghanischen Mädchen, ein selbstgemaltes Bild geschenkt. Dass die Farben der deutsche Fahne darauf nicht ganz stimmten, war egal – die herzliche Geste zählte.

„Die Flüchtlinge fühlen sich in Schönwalde-Glien sehr wohl“, berichtete Heimleiter Jamal Awag von den Johannitern, dem Betreiber der Unterkunft. Vereinzelt gebe es Beschwerden, weil die Zimmer zu klein seien, „aber dann versuche ich ihnen klarzumachen, dass es sich eben um eine Notunterkunft handelt“, so Awag.

Anfang Dezember soll es ein Willkommensfest mit den Bewohnern und Schönwaldern geben. Zudem lud Bodo Oehme die Flüchtlinge ein, sich beim Schönwalder Weihnachtsmarkt am 6. Dezember mit einem Stand zu beteiligen und dort landestypische Gerichte aus Syrien und Afghanistan anzubieten. „Essen verbindet“, sagte der Bürgermeister.

Die Gemeinde bemüht sich außerdem um Arbeit für die Asylbewerber, unter anderem beim Bauhof. „Die Leute wollen sehr gerne arbeiten“, sagte Jamal Awag, und Peter Bernhard, der Besitzer des Schullandheims, ergänzte: „Sie sind sehr fleißig und haben viele Arbeiten auf dem Gelände von sich aus erledigt.“ Unter den Flüchtlingen sind unter anderem Mechaniker, Frisöre und ein Metallschmied, der am Montag stolz einige Bilder seiner Arbeiten präsentierte.

Auch der örtliche Fußballverein könnte profitieren: Schon jetzt haben einige Flüchtlinge Interesse bekundet beim Schönwalder SV 1953 mitzutrainieren. Bodo Oehme schlug außerdem eine Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Kreativ e.V. vor. „Die Menschen bringen eine ganze Menge Kultur aus ihrer Heimat mit, die sie hier gerne weiterleben wollen“, so der Ortschef.

Von Philip Häfner

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