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Havelland Die Erfolgsgeschichte endet am Kindertag
Lokales Havelland Die Erfolgsgeschichte endet am Kindertag
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19:06 12.02.2014
Amosa (links) und Amada beim Basteln. Quelle: Kleeblatt
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Rathenow

Alle haben nur lobende Worte für das Integrationsprojekt, das der Rathenower Verein Kleeblatt für Asylbewerber auf die Beine gestellt hat. Im Juli 2010 hatte es begonnen, nachdem immer mehr Flüchtlinge den Wunsch geäußert hatten, Deutsch lernen zu können. Asylbewerber haben in der Bundesrepublik keinen Anspruch auf einen Sprachkurs. Für ihre Kinder gilt vom ersten Tag an die Schulpflicht, auch wenn sie kein einziges Wort verstehen. Bekannt geworden ist das Integrationsprojekt vor allen Dingen, weil sich Mitglieder des Vereins Kleeblatt um Deutschvermittlung, Hausaufgabenbetreuung und regionale Einbindung von Asylbewerberkindern kümmern. Ein Großteil der Aufgaben kann aber bald nicht mehr wie bisher erledigt werden, weil am 31.Mai bei Kleeblatt eine Stelle aus dem Bundesprogramm Bürgerarbeit ausläuft. Was ab 1.Juni, dem Internationalen Kindertag, mit den Flüchtlingsmädchen und -jungen wird, kann derzeit niemand genau sagen.

„Über das Integrationsprojekt ist vier Jahre lang eine erfolgreiche Arbeit geleistet worden“, hat Manuela Neubüser, Vorsitzende des Vereins Kleeblatt, im Gespräch mit dem Westhavelländer in den Vordergrund gestellt. Es sei vom Verein einst auf Wunsch der Ausländerbeauftragten Gabriele Steidl geschaffen worden. Die Stelle aus dem Programm Bürgerarbeit wurde für die Rathenowerin Carola Mlecek aufgelegt zum 1.Juni 2011 und sie endet planmäßig nach drei Jahren am 31. Mai 2014. „Es gibt derzeit kein Programm“, sagt Manuela Neubüser, „über das wir Frau Mlecek weiter beschäftigen könnten.“ Sie hoffe und wünsche, dass ein geeigneter Träger gefunden werden könne, um das Projekt fortzusetzen.

Zunächst über einen Ein-Euro-Job und eine Zeit lang auch komplett ehrenamtlich hatte Carola Mlecek, einst Lehrausbilderin in den Rathenower Optischen Werken (ROW), 2010 begonnen, mit Asylbewerbern Deutsch zu lernen. Einen öffentlich spürbaren Anstoß dazu hatten einige Flüchtlinge selbst gegeben, als sie 2009 beim Tag der Demokraten in Rathenow forderten, man möge ihnen das Lernen der Landessprache ermöglichen. Am Anfang übte Carola Mlecek mit zwei Kindern und auch Erwachsenen. Wegen ihres nicht ganz einfach auszusprechenden Nachnamens ist sie bei allen Flüchtlingen übrigens nur als „Frau Carola“ bekannt.

Im Laufe der Zeit kamen mehr und mehr Kinder hinzu, hauptsächlich aus Afghanistan, Iran und Russland. Wie Carola Mlecek sagt, sind es derzeit elf Kinder und Jugendliche von sieben bis 16 Jahren, die alle Klassen von 1 bis 10 besuchen. In Spitzenzeiten waren es schon 15 Kinder, die meisten von ihnen besuchen die Grundschule Geschwister Scholl. Im Vordergrund stand zunächst die deutsche Sprache. Da viele Kinder diese aber schnell lernen, rückte bald die Hausaufgabenbetreuung in den Mittelpunkt. Jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 11.30 bis 17 Uhr arbeitet Carola Mlecek in einem Raum des Asylbewerberheims am Birkenweg mit ihren Schützlingen. Auf ehrenamtlicher Basis wirken dabei derzeit Beate Mlecek (die Schwägerin) und Matthias Seils mit.

Von Bernd Geske

Zum Integrationsprojekt gehört nicht nur die harte Lernarbeit. Mit den Asylbewerberkindern wurden auch Veranstaltungen besucht und Ausflüge unternommen, um sie mit der Region und der deutschen Lebensweise vertraut zu machen. Sie fuhren unter anderem nach Ferchesar, Stölln und Steckelsdorf, besuchten den Optikpark und das Freizeithaus Mühle. Es sind mehrere Sportveranstaltungen mit Integrationscharakter organisiert worden.

Die Verantwortlichen von Kleeblatt sind dafür, dass das Integrationsprojekt auf alle Fälle weiter geführt werden sollte. „Wenn der Vertrag von Frau Mlecek ausläuft“, hat Matthias Seils gesagt, „geht das aber nur stark eingeschränkt.“

„Hier gibt es ein Beispiel, wie die Integration von Asylbewerbern gut funktioniert“, hat Thilo Windt, Koordinator des Lokalen Aktionplans (LAP), gesagt. Der LAP stelle seine Ressourcen zur Verfügung und setze sich bei der Suche nach einem Weg gern mit an den Tisch– aber eine fertige Lösung habe er auch nicht parat.

Von Bernd Geske

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