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Interessen von 10000 Falkenseer Senioren

Seniorenbeirat aktiv Interessen von 10000 Falkenseer Senioren

Mehr als Hallenbad: Der Falkenseer Seniorenbeirat mischt sich aktiv in die Stadtpolitik ein und fordert bessere Gehwege, mehr Sitzgelegenheiten und eine gute medizinische Versorgung für die mehr als 10000 Senioren in der Stadt

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Kommt mit Hilfe zum Einkaufen: Ursula Rösler aus Falkensee.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Für die 82-jährige Ursula Rösler ist das ein guter Service: Sie wohnt in der Residenz Parkstadt Falkensee und einmal in der Woche, jeden Donnerstag, bietet die Degewo ihren Bewohnern einen Einkaufsservice an. Der bringt die Senioren zu verschiedenen Einkaufsorten. „Den Fahrservice nutze ich gern“, sagt Ursula Rösler und verweist auf ihren Rollator.

„Mobilität im Alter – das ist das größte Problem“, sagt Margot Kleinert (82), die Vorsitzende des Falkenseer Seniorenbeirates. Der versteht sich als Interessenvertreter von Falkensees größter Bevölkerungsgruppe: Mehr als 10 000 Senioren zählt die Stadt, das ist etwa ein Viertel aller Einwohner. Andere Seniorenbeiräte sehen ihre Aufgabe eher darin, Veranstaltungen oder Nachbarschaftshilfe zu organisieren. Die Falkenseer sind anders, dieser Seniorenbeirat will sich aktiv in die Stadtpolitik einmischen. Er hat Antrags- und Rederecht in der Stadtverordnetenversammlung und in deren Ausschüssen. Und das wird genutzt, einmal im Jahr legt Margot Kleinert vor den Falkenseer Abgeordneten Rechnenschaft über die Arbeit ab. Am Mittwochabend war es soweit.

Mobilität ist das größte Problem

Das Thema „Mobilität" steht dabei an erster Stelle. „Wir bemühen uns darum, dass Gehwege geschaffen werden und dass vorhandene in Ordnung gebracht werden“, sagt Margot Kleinert. Auf Anregung von Ingrid Junge und mit Unterstützung der Filmemacherin Heide Gauert entstand eine Video-Dokumentation über das Falkenseer Pflaster, das mitunter mehr Gefahrenquelle, als Gehhilfe ist. Nicht nur für Ältere, wie Margot Kleinert anmerkt. In den Ausschüssen wurde der Beitrag gezeigt. Besonders die Humboldtallee hält Margot Kleinert für gefährlich. „Wir werden weiter nerven“, versprach Margot Kleinert Abgeordneten und Verwaltung.

Bei dem Nerven gehen die Beiratsmitglieder durchaus mit Geduld und Akribie vor. So hat Ingrid Patzer sämtliche Buswartehallen der Stadt abgefahren und hat dokumentiert, wo Dach und wo Bänke vorhanden sind. So konnte der Beirat Vorschläge für Verbesserungen machen.

10 000 Euro für neue Bänke

Gründlich geht auch Ingrid Kaufmann zu Werke, sie fotografiert alle aufgestellten Bänke im öffentlichen Raum von Falkensee. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt 10 000 Euro für neue Bänke in den Haushalt eingeplant, Ende des Herbstes wurden 34 aufgestellt. „Kaum standen die ersten, schon hatte ich Anrufe wegen der Standorte“, erinnert sich Margot Kleinert. Mögliche Standorte hatte der Beirat vorher öffentlich erfragt. „Es geht hier nicht um die schöne Aussicht, sondern darum, den älteren Menschen eine Verschnaufpause zu ermöglichen“, erklärt sie. Und kündigt an, dass weitere Bänke hinzukommen sollen.

Der Einsatz für ein Hallenbad, für Sportmöglichkeiten im Alter, für eine umfassende medizinische Versorgung – all das gehört zu den Schwerpunkten in der Arbeit des Seniorenbeirates, der eng vernetzt ist mit anderen Falkenseer Einrichtungen von Volkssolidarität über Awo bis Familienakademie und Pflegeeinrichtungen.

„Wir werden weiter nerven“- das gilt nicht nur in Bezug auf Gehwege. Auch an anderer Stelle will der Falkenseer Seniorenbeirat nicht lockerlassen. So nimmt er an den Begehungen im Falkenseer Gesundheitszentrum teil und will nicht hinnehmen, dass auch nach der dritten Begehung noch viele Mängel nicht beseitigt wurden.

Von Marlies Schnaibel

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