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Havelland Investor für ehemaligen Fliegerhorst gesucht
Lokales Havelland Investor für ehemaligen Fliegerhorst gesucht
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06:35 04.11.2016
Der ehemalige Fliegerhorst rottet seit Jahren vor sich hin. Quelle: Foto: Philip Häfner
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Schönwalde-Dorf

Wenn die Sonne scheint und sich die bunt gefärbten Blätter vor blauem Himmel im Wind wiegen, dann wirkt der alte Fliegerhorst in Schönwalde-Dorf mit einem Mal richtig einladend. Die herbstliche Kulisse kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Areal schon bessere Zeiten erlebt hat. Die meisten Gebäude bröckeln vor sich hin, durch marode Dächer dringt Feuchtigkeit ein. Längst hat sich die Natur das Gelände zurückgeholt, wachsen Bäume aus Fensterlöchern.

Bislang hat sich niemand gefunden, um den ehemaligen Fliegerhorst aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Zwar gab es in der Vergangenheit mehrere Versuche, zuletzt 2014 durch die Schöner Wald GmbH, die ein futuristisches Öko-Dorf entwickeln wollte, doch sie scheiterten allesamt. Doch die Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung und -verwertung (BBG), die das Gelände vermarktet, hat die Suche nach einem Investor noch nicht aufgegeben und die Liegenschaft nun erneut zum Kauf angeboten.

Bis zum 10. Januar 2017 könnten Interessenten ein Angebot abgeben. Favorisiert wird ein Gesamtverkauf des 67 Hektar großen Areals; es sind jedoch auch Angebote für Teilflächen zugelassen. Das Land Brandenburg behält sich allerdings die Entscheidung darüber vor, ob und gegebenenfalls an wen er letztlich verkauft – einen Anspruch haben die Bieter nicht.

Für die Flächen liegt seit 2005 ein gültiger Bebauungsplan der Gemeinde Schönwalde-Glien vor, der die Entwicklung eines Wohn- und Mischgebiets vorsieht. Falls die Investoren eine andere Nutzung beabsichtigen, müssten sie das auf eigene Kosten erwirken. Auch sämtliche Kosten für die Erschließung und Verkehrsanbindung, für Grünflächen und Kinderspielplätze trägt der Bauträger. Hinzu kommen die Ausgaben für die Beseitigung von Altlasten und Kampfmitteln, die sich möglicherweise noch auf dem Gelände befinden. Es können nicht ausgeschlossen werden, „dass auf dem Kaufgrundbesitz Belastungen zu finden sind, die in vorhandenen Gutachten nicht vermerkt sind“, heißt es von Seiten der Brandenburgische Wohnen.

Mit Ausnahme einiger Kleinbetriebe wie einer Hundeschule, einer Schäferei und einem Pferdehof ist das betreffende Areal aktuell ungenutzt. Von den insgesamt 67 Hektar, von denen sich ein kleiner Teil auch auf Bötzower Gemarkung im Landkreis Oberhavel befindet, können laut BBG maximal 25 Hektar bebaut werden. Auf die vorhandenen Gebäude, die zum Teil noch aus den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts stammen, muss ein möglicher Investor dabei kaum Rücksicht nehmen: Sie dürfen größtenteils zurückgebaut oder gleich ganz abgerissen werden. Lediglich zwei Flugzeughallen sind denkmalgeschützt. Die beiden markanten Hangars im Osten des Fliegerhorts sind nicht Bestandteil der zum Kauf stehenden Fläche.

Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) verfolgt gespannt, ob sich diesmal ein Interessent für den alten Fliegerhorst findet. Die Marktsituation sei gerade günstig, die Bodenpreise würden wieder steigen. Trotzdem bleibt der Ortschef skeptisch: In den 20 Jahren, in denen die Liegenschaft leer steht, seien derart viele Bäume gewachsen, dass er befürchte, „dass ein Investor an den nötigen Kompensationsmaßnahmen kaputt geht“, so Oehme. „Ich sage nicht, dass es unmöglich ist. Aber es wird schwierig.“

Von Philip Häfner

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