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00:26 06.06.2015
Die Geschäftsinhaberin Barbara Schmidt aus Schönwalde präsentiert die neuesten Brautmodentrends. Quelle: Melanie Höhn
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Havelland

Vor genau drei Wochen war der Tag, für den im Standesamt Falkensee einige Monate zuvor die Drähte heiß liefen. An diesem besonderen Datum wollten sich in diesem Jahr bisher die meisten Paare das Ja-Wort geben: „Wir hatten am 15.5.2015 sieben Trauungen, das ist mehr als sonst bei uns“, sagt die Leiterin des Standesamtes Falkensee Angela Wikowski. „Solche Zahlenkombinationen waren in den vergangenen Jahren besonders beliebt. In diesem Jahr sind alle Tage, bei denen eine 5 vorkommt, gut nachgefragt“, fügt sie hinzu.

Bis zum Jahr 2012 war es besonders einfach, das Hochzeitsdatum so zu wählen, dass die Jahreszahl sich mit dem Monat deckte und so eine besondere Zahlenzusammensetzung zustande kam. „Jetzt suchen die Paare andere Daten: Beispielsweise ist Freitag der 13. ein Trend, aber auch Kennenlerntage und bei reiferen Paaren mitunter auch Geburtstage“, erklärt die Standesbeamtin. Besonders kurios: Viele Sommertermine werden im August sein, um auf „0815“ anzuspielen. Wikowski: „Die Leute fangen an, Wortspiele in das Datum zu integrieren“. Martina Finkbeiner vom Standesamt Nauen weiß, dass sich die meisten Paare in den Sommermonaten von Mai bis September trauen wollen. Im Havelland wird gern geheiratet: „Wir haben bereits jetzt Termine für 2017 vergeben“, sagt sie.

Trauung in historischer Umgebung

Wer historisches Ambiente für die Trauung bevorzugt, kann sich im Schloss Paretz trauen lassen. Dort können sich Paare in der Empfangshalle des Schlosses unter den wachsamen Augen des glücklichsten Ehepaares des preußischen Königshauses das Ja-Wort geben. Von 1776 bis 1810 war das Schloß nämlich der Lieblingsaufenthaltsort von Königin Luise von Preußen und ihrem Ehemann König Friedrich Wilhelm III. „Hier lebten die beiden einige Wochen immer Jahr und waren einander zugetan“, sagte Schloßbereichsleiter Matthias Marr. Einige Bilder des Paares zieren die Empfangshalle. Auch das Saalgebäude kann für Feiern für bis zu 80 Personen genutzt werden. In Paretz sind auch der Storchenhof und die Rosenvilla beliebte Orte für die Ausrichtung von Hochzeitsfeiern“, erzählt Marr.

Auf dem Landgut A. Borsig können sich Paare in einer besonderen Umgebung mitten in der Natur das Ja-Wort geben. „Die Trauungen am See sind sehr beliebt, meistens am frühen Nachmittag an einem schönen Sommertag“, erzählt Veranstaltungskoordinatorin Claudia Kühne, die dafür zuständig ist, mit dem Brautpaar alles zu besprechen, was Termine, Räumlichkeiten, Catering und Floristen angeht. Sie weiß: Heiratswillige sollten sich etwa ein Jahr vor der gewünschten Trauung mit ihr in Verbindung setzen. Sektempfang und Kaffeetrinken mit den Gästen nach dem Ja-Wort ist noch immer sehr beliebt, abends wird meistens eine größere Feier mit Buffet, DJ oder Band ausgerichtet. Das Landgut hat vier Hochzeitsräume, die zwischen 50 und 400 Personen beherbergen können. Auch ein Panorama-Raum mit raumhoher Verglasung steht für Feiern zur Verfügung. Auf dem Landgut werden etwa 60 Hochzeiten im Jahr ausgerichtet, in den Sommermonaten finden dort mehrere Feiern gleichzeitig an den Wochenenden statt. Tischgedecke mit Stoffservietten, Kerzenleuchtern und Getränkekarten sind meistens in weiß gehalten.

In der Dorfkirche Paretz haben sich im letzten Jahr 13 Paare das Ja-Wort gegeben. „12 von ihnen kam nicht aus unseren Gemeinden, sondern aus Berlin und teilweise Süddeutschland“, sagte der ehrenamtliche Kirchenbetreuer Hans-Wolfgang Keil. “Generell sind Trauungen in unserer Dorfkriche noch immer gut nachgefragt“, sagt er. „Zudem ist Paretz beliebt als Ausflugsort und viele junge Familien haben eine die lange Bindung zum Storchenhof oder zur Rosenvilla“.

Wenn die Entscheidung der Räumlichkeiten gefallen ist, fängt für die Bräute aber der richtige Stress erst an: Die Suche nach dem perfekten Brautkleid. „Lange schwingende cremeweiße Kleider mit viel Spitze und Tüll sind richtig groß in Mode“, weiß die Brautmodenexpertin Barbara Schmidt aus Schönwalde-Glien. Denn für sie ist klar: Creme schmeichelt den meisten Frauen. Viele Bräute wünschen sich figurbetonte Kleider mit weichen, fließenden Stoffen, noch immer werden auch trägerlose Kleider gern getragen. Auch kleine Hütchen mit Tüll sind ein Trend. In diesem Jahr sind dreiviertellange Modelle bis zur Wade im 1960er-Jahre Stil, tiefe Rückendekolletees, breite Spitzenträger und geschwungene herzförmige Ausschnitte stark nachgefragt. Auch kleine Hütchen mit Tüll sind ein Trend. Sogar die Schuhe sind inzwischen mit Spitze überzogen, hohe Absätze sind aber eher unbeliebt: “Die meisten möchten nicht mehr als fünf Zentimeter, um den ganzen Tag bequem durchzuhalten“, erzählt Schmidt.

Für die standesamtlichen Trauungen werden cremeweiße Kleider gewählt, die jedoch nur bis zum Knie reichen. Stolas sind eher out, denn „die Schönheit des Kleides soll nicht verdeckt werden“, sagt Schmidt. Älteren Damen rät die Modeexpertin eher zu schlichteren Kleidern. Was aber ihrer Meinung nach bei keiner Braut fehlen sollte, ist ein Schleier, der zum Kleid passt und in die Hochsteckfrisur eingearbeitet wird: „Das macht eine Braut erst richtig aus“, sagt sie. Ab und zu wird in die Frisur auch eine Blüte eingearbeitet, sie rät den Bräuten meist zu lockeren Hochsteckfrisuren, da das Erscheinungsbild sonst zu streng ist. Zum cremeweißen Kleid werden dann gern ein Bolero oder Schuhe in einer kräftigen Farbe wie bordeaux oder dunkelblau gewählt. Für viele Bräute ist ein Diadem inzwischen zu prinzessinenhaft, denn „Frauen wollen nicht verkleidet wirken“, ist Barbara Schmidt überzeugt. Trendfarbe bei den Bräutigamen ist helles braun, das zum cremeweißen Kleid passt. Aber auch dunkelblau wird immer mehr zum Trend. Natürlich muss die Hemdfarbe und das Kleid des Kindes auch auf das Brautkleid abgestimmt sein. Die Farbe für die Trauzeugen oder Brautjungfern gibt meistens die Braut vor, hier gibt es keine Tendenzen, es ist bunt gemischt.

Von Melanie Höhn

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