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Havelland Jagdverbände diskutieren über den Wolf
Lokales Havelland Jagdverbände diskutieren über den Wolf
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00:16 28.02.2017
Podiumsdiskussion über den Wolf und andere große Wildtiere im Havelland, vorn sitzend im Kinosaal von links: Sven Herzog, Gregor Beyer, Frank Tottewitz, Stefan Meyer, Detlef Ebert und Ingolf Basmer. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Es missfällt den Jägern erheblich, dass ihnen die Hände gebunden sind, wenn es um den Wolf geht. Das war fast allen Wortbeiträgen zu entnehmen, die am Freitagabend im Rathenower Haveltorkino gehalten wurden. Die Jagdverbände Nauen und Rathenow, die zusammen rund 600 Mitglieder haben, hatten zu einer Podiumsdiskussion über Großwild und Wölfe eingeladen. Mit Saal 4 hatten sie eine gute Wahl getroffen, denn mit fast 200 Zuhörern ist dieser punktgenau voll geworden. Obwohl es ausdrücklich um alle großen Wildarten gehen sollte, drängte sich der Wolf nach einer Stunde mit Macht in den Vordergrund. Nicht zuletzt deshalb, weil ein „Problemwolf“ in Rathenow-West in den Wochen um den Jahreswechsel herum für Aufregung gesorgt hatte.

Richtig Pfeffer kam in die Debatte, als Detlef Ebert, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Stölln, sagte, die Politik habe sich bislang „weggeduckt“ beim Thema Wolf. Wolfsrisse bei landwirtschaftlichen Nutztieren würden bislang nur entschädigt, wenn der Eigentümer nachweisen könne, dass er diese wolfssicher eingezäunt habe. „Wir müssen umsteuern!“, rief er in den Saal: „Der Zwang, wolfssicher einzuzäunen, muss vom Tisch!“ Die Politik müsse den Verstand einschalten. In zehn Jahren 100 000 Hektar eingezäunt zu haben, könne nicht der richtige Weg sein.

Über 100 Anträge auf Entschädigung nach einem Wolfsriss im Land

Für unzufriedenes Gemurmel sorgte da Moderator Gregor Beyer, Geschäftsführer des Forums Natur Brandenburg, mit seiner Bemerkung, gegenwärtig lägen dem Land über 100 Anträge von Landwirten auf Entschädigung nach Wolfsrissen vor. Die Bearbeitung eines Antrages dauere derzeit länger als ein Jahr.

Stefan Meyer, Vorsitzender des Jagdverbandes Rathenow, machte darauf aufmerksam, dass gegenwärtig der Wolfsmanagementplan des Landes überarbeitet wird. Er kritisierte: Bislang sei das langfristige Ziel dieses Planes nicht erkennbar geworden. Für ihn sei im Dezember erschreckend gewesen, teilte er mit, bei dem Auftauchen eines Wolfes in Rathenow mitzuerleben, wie sich „auf breiter Front die Handlungsunfähigkeit gezeigt“ habe. Zeitfenster und Zuständigkeit seien ungeklärt gewesen und der Bürger habe gefragt: „Wo war der Jäger?“ Was er nicht ausdrücklich ausführte: Der Wolf ist gegenwärtig per Gesetz eine streng geschützte Art. Es sei wahrscheinlich unumgänglich, dass der Jäger in dieser Frage Verantwortung übernehmen müsse, folgerte Stefan Meyer. Er sei der einzige, der über das „Grüne Abitur“ verfüge und nachgewiesen habe, dass er Wild fachgerecht strecken könne.

„Die Jagd versteckt sich nicht vor dem Wolf“, betonte Frank Tottewitz vom Präsidium des Landesjagdverbandes. Er sei sicher, dass der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werde: „Wir warten, bis es so weit ist, dann sind wir da.“ Er bekam Beifall für diese Worte.

Johannes Funke: Auf die Entwicklung der Wölfe muss ein Deckel

Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, betonte, gerade kleine Tierhalter seien überhaupt nicht in der Lage, die Kosten für Wolfsschutzzäune zu tragen. „Kleine Tierhalter sterben schneller als Wölfe“, stellte er in den Raum und forderte: „Es muss uns gelingen, einen Deckel auf die Wolfsentwicklung zu bekommen.“ Mehrfach war gesagt worden, dass die Menge der Wölfe im Land sich gegenwärtig von Jahr zu Jahr verdoppelt.

Zu Beginn hatte Stefan Meyer mitgeteilt, dass die Organisatoren sich um eine ausgewogene Besetzung des Podiums bemüht hatten. Sowohl Ministerium als auch Landesumweltamt seien eingeladen worden. Doch sei es nicht gelungen, dort jemanden für eine Teilnahme zu gewinnen.

Ein Jäger verwies auf die aktuelle Karte des Landesumweltamtes im Internet über vorhandene Wölfe, die jeder sich jederzeit anschauen könne. Für Rathenow sei mit Stand Februar 2017 kein Wolf in diese Karte eingetragen. Das sei angesichts der wiederholten Beobachtungen nicht zu verstehen, kritisierte er und befand: Im Landesumweltamt werden nicht mit offenen Karten gespielt.

Von Bernd Geske

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