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Japan vor der Haustüre

Fernost meets Havelland Japan vor der Haustüre

Bartschendorf gehört zwar nicht mehr direkt zum Havelland, es liegt aber nicht weit von der Kreisgrenze. Und das Dorf hat etwas Besonderes zu bieten, das auch viele Havelländer anlockt. Der japanische Garten von Reiner und Gesine Jochems. Hier wurde jetzt Tanabata gefeiert.

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Julia Adam und Philipp Schöner befestigen ihre Papierstreifen.

Quelle: Norbert Stein

Havelland . Julia Adam und Philipp Schöner blättern in einem Buch. Sie suchen und finden die japanischen Schriftzeichen für Glück und Zufriedenheit. Es sind ihre Wünsche für die Zukunft, die sie nun auf einem schmalen Papierstreifen schreiben. Ihre auf Papier verewigten Wünsche befestigen sie an einem Zweig. Papierstreifen mit Zukunftswünschen von Besuchern hängen am Samstagnachmittag an mehreren Bäumen im japanischen Garten von Reiner und Gesine Jochems in Bartschendorf, wo am Wochenende mit vielen Gästen das asiatische Sternenfest Tanabata gefeiert wurde. Am Abend wurden die Papierstreifen verbrannt, um die Wünsche in den Himmel zu schicken.

Alte chinesische Legende

Tanabata beruht auf einer alten chinesischen Legende: Danach wurde die fleißige Himmels-Weberin Orihime von ihrem Vater mit dem Hirten Hikoboshi verheiratet. Die beiden waren so verliebt ineinander, das sie darüber ihre Arbeit vergaßen. Erbost verbannte der Himmelsgott Orihime und Hikoboshi jeweils an das andere Ende der Milchstraße. Weil sie darüber traurig waren und nicht arbeiten konnten, fasste der Himmelsgott einen Beschluss. Einmal im Jahr durften sich die Liebenden treffen, als Sterne Wega und Altair. Dieses romantische Himmelsschauspiel ereignet sich jeweils am siebten Tag im siebenten Monat des Mondkalenders.

Fernab Asiens Tanabata auch im Naturpark Westhavelland zu feiern sei schön, meint Julia Adam. Die Studentin war schon des öfteren in dem japanischen Garten. Sie schätzt ihn wegen seiner entspannenden Atmosphäre. Bartschendorf liegt zudem nur wenige Kilometer entfernt von Rhinow, wo Julia Adam zuhause ist. Ihr Freund, Philipp Schöner, war am Samstag zum ersten Mal in Bartschendorf und beeindruckt von der 7500 Quadratmeter großen Gartenidylle.

Gesine und Reiner Jochems

Gesine und Reiner Jochems

Quelle: N. Stein

Geprägt wird die japanische Gartenbaukunst inmitten des Rhinluchs von Bonsais, Karikomis (geschnittene Büsche), Moosflächen, Steinlaternen, Trittsteinwegen, Bambus, Kuchenbäumen, Ahorne, Felssteinen, Trockenbachlauf, Farnen und Teichanlage mit 38 Koikarpfen. Ein Teehaus steht kurz vor der Fertigstellung. Für Besucher ein Rückzugort, in dem zukünftig aber nicht einfach Tee getrunken wird. „Tee wird zelebriert“ , erklärt Gesine Jochems bei einem Spaziergang zu ihrem Lieblingsort in der Gartenanlage. Eine Zick- Zack- Brücke, die über einen Sumpf mit Irispflanzen gespannt ist, führt zurück in die zentrale Gartenalge, wo Miso- Suppe serviert wird und Dietmar Herringer auf der Shakuhachi- eine japanische Bambusflöte- probt für ein Abendkonzert.

Im Jahr 1992 nach Bartschendorf

1992 sind Reiner und Gesine Jochems aus Nordrhein - Westfalen ins Havelland gekommen nach Bartschendorf. Den japanischen Garten in der Freizeit angelegt haben sie auf ihrem Grundstück im Fliederweg. „Etwa zweidrittel der Anlage sind fertig“, erzählt Reiner Jochems am Samstag. Die Anpflanzung von weiteren Bäumen, die Neugestaltung der Teichanlage, die Fertigstellung des Teehauses und die Anlegung von Moosflächen nennt er als nächste Vorhaben. Bereichern werden den Garten auch noch weitere Bonsais.

Beruflich gestalten Reiner und Gesine Jochems mit ihrer Firma Roji ebenfalls japanische Gärten.

Von Norbert Stein

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