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Jazznachwuchs brilliert mit Bond und Gillespie

Groß Behnitz Jazznachwuchs brilliert mit Bond und Gillespie

Das Landesjugend-Jazzorchester Brandenburg und das Lajjazzo Junior begeisterten bei einem Konzert rund 300 Zuhörer im Landgut Stober in Groß Behnitz (Havelland). Der Musikernachwuchs spielte Melodien von Dizzy Gillespie und bekannte Filmsongs – und die MAZ war dabei.

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Bläserpower aus Brandenburg – das Lajjazzo Junior eröffnete das Konzert der Havelländischen Musikfestspiele.

Quelle: Marlies Schnaibel

Groß Behnitz. Mit dem unverwüstlichen James-Bond-Thema stürmten die jungen Brandenburger Jazzmusiker durch den Saal des Landgutes Stober. 300 Zuhörer waren am regnerischen Sonntagnachmittag gekommen, um den musikalischen Nachwuchs des Landes zu hören. Die Havelländischen Musikfestspiele hatten zu dem temporeichen Konzert eingeladen und damit offensichtlich den Nerv der Zuhörer getroffen.

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Das Landesjugendjazzorchester Brandenburg und das Lajjazzo Junior begeisterten bei einem Konzert rund 300 Zuhörer im Landgut Stober in Groß Behnitz (Havelland). Der Musikernachwuchs spielte Melodien von Dizzy Gillespie und bekannte Filmsongs – und die MAZ war dabei.

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Eingeladen waren zwei Bigbands. Das Landesjugendjazzorchester Brandenburg (Lajjazzo) und das Lajjazzo Junior. Während die Großen bereits an den Musikhochschulen das Landes in Berlin, Köln, Hannover oder Hamburg studieren, kommt der Nachwuchs von den Musikschulen des Landes. Zwischen 12 und 18 Jahren sind die Musiker hier alt. Beide Orchester hatten in der Woche zuvor in einer Probenphase intensiv ein Konzertprogramm erarbeitet.

Das Junior-Lajjazzo hatte sich unter Leitung vom Martin Gerwig für die erste Hälfte des Konzertes Filmmusiken ausgesucht. Neben dem bekannten James-Bond-Thema hatten die Musiker auch Paul McCartneys „Live and let die“ aus dem Bond-Film von 1973 einstudiert und dem Titelsong dabei eine ganz eigene Kraft und Würze gegeben.

Mit Blues Brothers, Cinderella und Rosanna haben die 25 Musiker weitere Titel gewählt, die die Bandbreite des Nachwuchses gut zeigen konnten. Mit Solos taten sich die Besten hervor. Nicht nur sie erhielten reichlich Beifall – Franka am Piano, Paul an der Trompete, Emil am Schlagzeug. Jeder wurde mit Beifall bedacht. Das Publikum war offensichtlich gewillt, diese Musik zu genießen und begleitete den Auftritt aufmerksam und mit viel Anerkennung für die gezeigte Leistung.

Dirigent Martin Gerwig nutzte die Gelegenheit, um das Publikum kurz über Lajjazzo und seine Hintergründe zu informieren. Seit mehr als 20 Jahren gibt es die Bigband, mit wechselnden Teilnehmern. Zwei Mal im Jahr treffen sich talentierte Musikschüler des Landes zu solchen Proben- und Auftrittsphasen. Ein Dank ging dabei an viele Adressen, aber vor allem an die Eltern, die diesen musikalischen Weg ihrer Kinder über viele Jahre unterstützen.

Bei einigen führt dieser Weg direkt zum Musikstudium. Auf welchem musikalischen Niveau sich die Lajjazzos da bewegen, zeigte das große Orchester im zweiten Konzertteil. Seit zehn Jahren wird das Ensemble Jahr für Jahr von Jiggs Whigham geleitet. Der US-amerikanische Posaunist, Bandleader und Hochschullehrer war schon mit 17 Jahren Soloposaunist bei Glenn Miller, vor 50 Jahren kam er das erste Mal nach Deutschland, wo er inzwischen lebt und unterrichtet. Er ist Professor an den Musikhochschulen Köln und Berlin, leitete die Rias Big Band Berlin und seit zehn Jahren das Landesjugendjazzorchester Brandenburg.

Für deren Auftritt hatte der Orchesterleiter einen Doppelgeburtstag ausgesucht: den 100. Geburtstag des Trompeters Dizzy Gillespie und des Schlagzeugers Buddy Rich. Mit „Manteca“ legte die Band dann gleich afro-kubanischen Jazzschwung an den Tag. Gekonnt meisterte sie das extrem temporeiche „Things to come“, mit dem Gillespie den Bebop einst ein Denkmal setzte. „Besser gehts melodisch und rhythmisch nicht“, schwärmte Jiggs Wigham von „Con Alma“. Der Jazz-Nachwuchs zeigte, dass dieses Lied auch nach 70 Jahren nichts von seinem Gefühl und seiner Faszination verloren hat.

Dem Publikum haben die beiden Big-Bands beste Jazzstunden beschert. Laut, energiegeladen, zeitlos schön. Die Havelländischen Musikfestspiele, die ihr Stammpublikum im Klassikbereich haben, zeigten einmal mehr, dass sie auch in anderen Genres zu Hause sind. So outete sich Dallgows Bürgermeister Jürgen Hemberger als Jazzfan. Begeistert über dieses musikalische Angebot im Havelland war auch der in Falkensee lebende Schauspieler Frank Röth. „Ich habe in meiner Jugend selbst in einer Bigband gespielt“, erzählte er, manchmal wird das Saxophon noch hervorgeholt. Aber am Sonntag gehörte er zu denen, die sich vom Brandenburger Jazznachwuchs begeistern ließen.

Begeistert zeigten sich auch die Veranstalter des Konzertes. Madleen Fox, Geschäftsführerin der Havelländischen Musikfestspiele, freute sich, mit den beiden Big Bands das Programm des Festivals erweitert zu haben. Nach dem furiosen Auftritt der Jazzmusiker geht es am Sonnabend ganz klassisch weiter. Der Pianist Frank Wasser, der am Sonntag noch in Paris gespielt hat, wird in der Reihe „Die Kunst des Klavierspielens“ mit Bach zu hören sein. Die Musikfestspiele sind dann im Kreis Oberhavel zu Gast, musiziert wird im Schloss Ziethen. Das Schloss Ribbeck ist am 18. November Ort für ein Stummfilmkonzert. Dann erklingt auf dem Flügel Musik zu einem Luther-Stummfilm von 1928.

Von Marlies Schnaibel

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